Geh?rsch?den

Neben Krankheiten, Unf?llen und dem normalen Alterungsprozess k?nnen auch Ger?uscheinwirkungen Ursache von Geh?rsch?den sein. Das menschliche Geh?r ist auf die Schallsignale einer natürlichen Umgebung ausgerichtet. Manche Ger?usche unserer technisierten Umwelt aber übertreffen selbst laute natürliche Schallquellen deutlich.

Inhaltsverzeichnis

 

Wie entstehen Geh?rsch?den?

Zu viel an Schall – in St?rke und Dauer – kann Beeintr?chtigungen oder bleibende Sch?den am Geh?r hervorrufen. Das H?rverm?gen kann dabei bis zur Schwerh?rigkeit gesch?digt werden. Ebenso k?nnen zeitlich begrenzte oder dauerhafte Ohrger?usche (Tinnitus) auftreten. Dies kann durch Dauerschall oder kurzzeitige hohe Schallspitzen geschehen. Solche hohen Schallpegel treten nicht nur im Arbeitsleben auf, sondern gerade auch in der Freizeit, zum Beispiel beim H?ren lauter Musik. So werden in Diskotheken ?hnliche Lautst?rken gemessen wie an lauten Arbeitspl?tzen, an denen betriebliche Schutzma?nahmen für Betroffene gesetzlich vorgeschrieben sind. L?rmmessungen, die stichprobenartig in Diskotheken und bei Live-Musikveranstaltungen durchgeführt wurden, ergaben Musikschallpegel zwischen 90 und 110 dB(A).

 

Zul?ssige L?rmbelastung und L?rmwerte

Der Arbeitsst?ttenverordnung (ArbSt?ttV) zufolge darf der Beurteilungspegel in Arbeitsr?umen, bezogen auf acht Stunden, h?chstens 85 dB(A) betragen. Diese Anforderung ist mit der Umsetzung der EU-Richtlinie 2003/10/EG zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vor L?rmeinwirkungen in deutsches Recht übernommen worden (L?rmVibrationsArb SchV). Gegenüber früheren Regelungen sind die Vorsorge- und Schutzwerte um fünf dB(A) gesenkt worden (?obere” und ?untere” Ausl?sewerte). Demzufolge hat der Arbeitgeber den Besch?ftigten bereits ab einem Beurteilungspegel von 80 dB(A) (Spitzenwert 135 dB(Cpeak)) Geh?rschutz zur Verfügung zu stellen. Ab 85 dB(A) (Spitzenwert 137 dB(Cpeak) hat der Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen, dass die Besch?ftigten den pers?nlichen Geh?rschutz bestimmungsgem?? verwenden. Quantitative Absch?tzungen zum Geh?rschadensrisiko k?nnen anhand der ISO-1999-Richtlinie oder der VDI-Richtlinie 2058, Blatt 2, vorgenommen werden.

Aber auch ?L?rmspielzeug” (zum Beispiel Pistolen, Trillerpfeifen und Holz-Ratschen), tragbare Musikabspielger?te sowie Feuerwerksk?rper k?nnen das Geh?r beeintr?chtigen. Tragbare Abspielger?te mit Ohrh?rern (z.B. mp3-Player) erreichen Musikschallpegel bis zu 110 dB(A). Dies entspricht der L?rmbelastung durch einen Presslufthammer. Bei Spielzeugpistolen wurden kurzzeitige Spitzenpegel von 160 dB(A) und mehr gemessen, wenn sie unmittelbar am Ohr abgefeuert wurden.

 

L?rmbedingte H?rsch?den sind nicht heilbar

Sowohl durch anhaltend hohe Dauerschallbelastung als auch durch kurze sehr hohe Schallpegelspitzen k?nnen die Haarzellen im Innenohr mit ihren feinen H?rchen (Stereozilien) dauerhaft gesch?digt werden. Sie wandeln Schallschwingungen in elektrische Signale um, die über das Nervensystem weitergeleitet werden. Ein l?rmbedingter H?rverlust entsteht besonders bei den hohen T?nen (bei Frequenzen um 4.000 Hertz). Er beeintr?chtigt das Verstehen von Sprache und damit die Kommunikation in Umgebungen mit Hintergrundger?uschen (zum Beispiel im Restaurant). Bei fortdauernder Belastung nimmt auch die H?rf?higkeit für tiefere T?ne ab. Zerst?rte Haarzellen wachsen nicht nach, ein l?rmbedingter H?rschaden ist also nicht heilbar.

Wer nach hoher Ger?uschbelastung, zum Beispiel nach dem H?ren von lauter Musik, ungewohnte Ger?usche im Ohr wahrnimmt, sollte das in jedem Fall als Warnsignal des K?rpers verstehen. H?rsch?den k?nnen aber auch entstehen, ohne dass solche Ohrger?usche auftreten.

 

H?rverlust bei Heranwachsenden

Im Kinder-Umwelt-Survey untersuchte das Umweltbundesamt bei etwa 1.000 Kindern zwischen acht und 14 Jahren die Belastung durch L?rm. Dazu führte es zwischen 2003 und 2006 H?rtests in den Wohnr?umen der Kinder durch (s. Publikationen). Bei diesem ?Screening”-Test zeigte sich, dass rund 13 Prozent der untersuchten Kinder bei mindestens einer Testfrequenz einen H?rverlust von mehr als 20 dB(A) aufweisen, 2,4 Prozent sogar von mehr als 30 dB(A). Das bedeutet, sie ben?tigten einen um 20 beziehungsweise 30 dB(A) h?heren Schallpegel als die anderen, um den Testton h?ren zu k?nnen. Freizeitl?rm k?nnte eine der Ursachen für diese H?rverluste sein.

 

Das Geh?r schützen

Um das eigene Geh?r zu schonen, kann man bei lauten Konzerten oder in der Disko Geh?rschutzst?psel verwenden. Beim Musikh?ren mit Kopfh?rer sollte eine gem??igte Lautst?rke gew?hlt werden und es sollten nur Ger?te mit eingebauter Schallpegelbegrenzung gekauft werden. Eltern sollten beim Kauf von schallgebendem Spielzeug durch Vergleiche darauf achten, leisere Produkte zu w?hlen. Dabei sollten sie sich nicht nur auf das CE-Zeichen zur allgemeinen Produktsicherheit verlassen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt, hohe Lautst?rken in der Freizeit m?glichst zu vermeiden und, wo das nicht geht, Geh?rschutz zu verwenden. Sicherlich k?nnen die Ohren in Einzelf?llen auch h?here Lautst?rken verkraften, wichtig sind dann aber ausreichende Ruhezeiten mit Schallpegeln unter 70 dB(A), in denen sie sich wieder erholen k?nnen. Eine regelm??ige Einwirkung hoher Schallpegel ohne Geh?rschutz sollte vermieden werden.

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 Geh?rschaden  Gesundheitsgef?hrdung  L?rmschwerh?rigkeit  Tinnitus