L?rmwirkungen

Ein M?dchen h?lt sich die Ohren zuzum Vergr??ern anklicken
L?rm kann krank machen.
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Schall ist überall. Er ist wesentlicher Bestandteil unseres sozialen Lebens und gleichzeitig oft unerwünscht. Unser K?rper funktioniert biologisch so, dass wir Schall erzeugen und verarbeiten k?nnen. Wir ben?tigen Schall zum Beispiel zur Kommunikation. W?hrend ?Schall“ uns erm?glicht, dass wir etwas h?ren, sagt ?L?rm“ etwas darüber aus, wie wir das Ger?usch empfinden.

Inhaltsverzeichnis

 

Geh?rsch?den und Stressreaktionen

Wir sind mit einem feinen Sensor ausgestattet, der Schall wahrnehmen kann. Dieser Sensor ist das Ohr mit seinen nachgeschalteten Verarbeitungsebenen im Gehirn. Der Sensor ist immer aktiv, auch im Schlaf. Schall wird zu L?rm, wenn er St?rungen, Bel?stigungen, Beeintr?chtigungen oder Sch?den hervorruft.

Zu viel Schall – in St?rke oder Dauer – kann nachhaltige gesundheitliche Beeintr?chtigungen oder Sch?den hervorrufen. Diese betreffen zum einen das Geh?r, das durch kurzzeitige hohe Schallspitzen oder Dauerschall gesch?digt werden? kann (aurale Wirkungen). Dazu geh?ren Beeintr?chtigungen des H?rverm?gens bis hin zur Schwerh?rigkeit, sowie zeitlich begrenzte oder dauerhafte Ohrger?usche (Tinnitus). Hohe Schallpegel treten nicht nur im Arbeitsleben auf, sondern auch in der Freizeit, zum Beispiel durch laute Musik.

Ferner wirkt Schall (oder L?rm) auf den gesamten Organismus, indem er k?rperliche Stressreaktionen ausl?st (extra-aurale Wirkungen). Dies kann auch schon bei niedrigeren, nicht-geh?rsch?digenden Schallpegeln geschehen, wie sie in der Umwelt vorkommen (zum Beispiel Verkehrsl?rm).

L?rm als psychosozialer Stressfaktor beeintr?chtigt somit nicht nur das subjektive Wohlempfinden und die Lebensqualit?t, indem er st?rt und bel?stigt. L?rm beeintr?chtigt auch die Gesundheit im engeren Sinn. Er aktiviert das autonome Nervensystem und das hormonelle System. Die Folge: Ver?nderungen bei Blutdruck, Herzfrequenz und anderen Kreislauffaktoren. Der K?rper schüttet vermehrt Stresshormone aus, die ihrerseits in Stoffwechselvorg?nge des K?rpers eingreifen. Die Kreislauf- und Stoffwechselregulierung wird weitgehend unbewusst über das autonome Nervensystem vermittelt. Die autonomen Reaktionen treten deshalb auch im Schlaf und bei Personen auf, die meinen, sich an L?rm gew?hnt zu haben.

 

M?gliche Langzeitfolgen

Zu den m?glichen Langzeitfolgen chronischer L?rmbelastung geh?ren neben den Geh?rsch?den auch ?nderungen bei biologischen Risikofaktoren (zum Beispiel Blutfette, Blutzucker, Gerinnungsfaktoren) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie arteriosklerotische Ver?nderungen (?Arterienverkalkung”), Bluthochdruck und bestimmte Herzkrankheiten einschlie?lich Herzinfarkt.

 

Studien zu L?rm

Das Umweltbundesamt führt Laboruntersuchungen und epidemiologische Studien zu diesen Themen durch, um den Einfluss akustischer Umweltfaktoren auf die Gesundheit quantitativ zu ermitteln und L?rm-Qualit?tsziele für die Umwelt und den Freizeitbereich abzuleiten. Dies geschieht im nationalen sowie im europ?ischen und internationalen Rahmen. Dabei werden verkehrsbezogene L?rmquellen wie Stra?en-, Schienen- und Luftverkehr aber auch Freizeitl?rmquellen (zum Beispiel durch laute Musik in Diskotheken) und Industrie und Gewerbel?rm betrachtet. Das Umweltbundesamt ist bestrebt, durch seine wissenschaftliche T?tigkeit und Politikberatung, den Schutz der Bev?lkerung vor L?rmeinwirkungen zu verbessern.

 

L?rmwirkungen auf Tiere

L?rm wirkt sich nicht nur negativ auf die Gesundheit, das subjektive Wohlempfinden und die Lebensqualit?t von Menschen aus. Er kann auch das Leben von Tieren deutlich beeintr?chtigen.
Die Auswirkungen technischer Ger?usche auf Tiere werden in verschiedenen Studien untersucht. Besonderes Interesse gilt dabei den vom Aussterben bedrohten Tierarten. Nach derzeitigem Wissensstand k?nnen technische Ger?usche zu St?rungen und Beeintr?chtigungen der Kommunikation zwischen den Tieren, der Ortung von Beutetieren, bei der Paarung sowie bei der Aufzucht des Nachwuchses führen. Weiterhin wurde beobachtet, dass bestimmte Tierarten bei ihren Wanderungen L?rmquellen gro?r?umig ausweichen und zum Beispiel auf dem Weg zu den Paarungsgebieten gro?e Umwege zurücklegen. Die Erkenntnisse über die Wirkungen von Ger?uschen auf Tiere sind allerdings noch unzureichend, so dass weitere Forschungen notwendig sind.