E-Scooter momentan kein Beitrag zur Verkehrswende

viele Leih-E-Tretroller in einer Reihe abgestellt in der Stadtzum Vergr??ern anklicken
E-Scooter sind als Leihfahrzeuge haupts?chlich in den Stadtzentren anzutreffen.
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Elektrische Tretroller, wie sie aktuell in Innenst?dten zum Verleih angeboten werden, sind zurzeit kein Gewinn für die Umwelt: Erste Zahlen zeigen, dass sie oft den umweltfreundlicheren Fu?- und Radverkehr ersetzen. Zudem ist die Lebensdauer der Leih-Roller und Akkus offenbar gering. Dabei haben die Roller durchaus das Potenzial, Mobilit?t nachhaltiger zu machen: wenn sie Autofahrten ersetzen.

Inhaltsverzeichnis

 

Aktuelles Fazit des UBA

E-Scooter, auch E-Stehroller oder E-Tretroller genannt, sind seit Juni 2019 in Deutschland für den Stra?enverkehr zugelassen und inzwischen in vielen Stadtzentrem zahlreich als Leihfahrzeuge verschiedener Anbieter anzutreffen.?Erste Erkenntnisse, wie die Roller genutzt werden und wie umweltfreundlich sie sind, hat das Umweltbundesamt (⁠UBA⁠) an dieser Stelle zusammengestellt. Zudem finden Sie Informationen über die Entsorgung und Empfehlungen, worauf Kommunen bei der Zulassung von Verleih-E-Scootern achten sollten.

Fazit: Als Leihfahrzeug in Innenst?dten, wo ?PNV-Netze gut ausgebaut und die kurzen Wege gut per Fu? & Fahrrad zurückzulegen sind, bringen die Roller eher Nachteile für die Umwelt – und drohen als zus?tzlicher Nutzer der bereits unzureichend ausgebauten Infrastruktur das Zufu?gehen und Fahrradfahren unattraktiver zu machen.?In der ?kobilanz sind E-Scooter deutlich besser als das Auto. Aber gegenüber dem bew?hrtem Fahrrad, mit dem sich Strecken ebenso schnell bew?ltigen lassen und Gep?ck besser transportieren l?sst, sind E-Scooter die deutlich umweltsch?dliche Variante und daher keine gute Alternative.

Doch bei aller Aufmerksamkeit für das Thema E-Scooter aktuell sollte nicht vergessen werden: Hauptproblem bei der Verkehrswende und der Lebensqualit?t in St?dten bleibt die hohe Zahl privater Pkw. In Berlin etwa kommen mit Stand 03/2020 auf einen E-Scooter 122 Autos.?St?dte?sollten daher die Anzahl der Autos und der zur Verfügung gestellten Parkpl?tze deutlich reduzieren, um in den Innenst?dten?mehr Platz?für sichere Fu?- und Radwege zu schaffen. Verleiher sollten E-Scooter statt in Innenst?dten besser in den Au?enbezirken aufstellen. Hier kann es durchaus sinnvoll sein, die zu lange Strecke zur Bahn schnell mit dem E-Scooter anstatt mit dem Auto zu überbrücken.

Hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu E-Scootern (FAQ):

 

Was sind E-Scooter?

E-Scooter, auch E-Stehroller oder E-Tretroller genannt, sind Elektrokleinstfahrzeuge und dürfen seit dem 15.06.2019 am Stra?enverkehr in Deutschland teilnehmen. Das Fahren auf Gehwegen ist verboten. Wenn Radverkehrsinfrastruktur vorhanden ist, muss diese genutzt werden, wenn nicht, muss die Fahrbahn und au?erorts auch der Seitenstreifen befahren werden. Fahrende müssen mindestens 14 Jahre alt sein, das Fahrzeug muss versichert sein und eine Versicherungsplakette tragen.?

Weitere Informationen:

 

Sind E-Scooter umweltfreundlich?

E-Scooter sind nur dann umweltfreundlich, wenn sie Auto- oder Motorrad-Fahrten ersetzen und keine weiteren zus?tzlichen Fahrten mit kraftstoffbetriebenen Fahrzeugen stattfinden. Wird der E-Scooter anstatt der eigenen Fü?e oder des Fahrrades benutzt, ist das schlecht für Umwelt und Gesundheit.?

Repr?sentative Studien dazu, für welche Wege E-Scooter momentan genutzt werden und ob sie ggf. Pkw oder Motorr?der ersetzen, liegen bisher für Deutschland nicht vor.?Erste Zahlen zu Nutzungsweiten in Berlin?lassen vermuten, dass zurückgelegte Wege mit dem E-Scooter durchschnittlich knapp zwei Kilometer lang sind.?Zahlen aus Hamburg zum Nutzungszeitpunkt deuten darauf hin, dass die Fahrzeuge?vor allem abends und am Wochenende verwendet werden.?In einem Pilotprojekt in Wellington (Neuseeland) ersetzen immerhin 21% der E-Scooter-Wege Fahrten mit dem Pkw.?Eine?Umfrage unter über 4000 Nutzenden von Verleih-E-Scootern in Paris?zeigte dagegen, dass fast die H?lfte der Befragten ohne Roller zu Fu? gegangen w?re (47 Prozent), 29 Prozent h?tten den ?PNV genutzt und neun Prozent w?ren per Fahrrad ans Ziel gekommen. Nur acht Prozent der Befragten haben mit dem geliehenen E-Scooter eine Auto- oder Taxifahrt ersetzt. Drei Prozent h?tten sich ohne Roller gar nicht fortbewegt.

Aus Umweltsicht w?re es positiv, wenn der E-Scooter den Umstieg vom Pkw auf den ?PNV erleichtert und die ?letzte Meile“ mithilfe des Rollers zurückgelegt wird. Wenn der E-Scooter dazu führt, dass Menschen den Umweltverbund aus ?ffentlichem Personennahverkehr, Fu?- und Radverkehr nutzen und ein eigenes Auto damit überflüssig wird, kann das ein kleiner Beitrag zur Verkehrswende sein. Diese Art der Nutzung scheint jedoch weiterhin nur auf einen geringen Anteil der Nutzenden zuzutreffen.

 

Wie umweltfreundlich sind die Akkus der E-Scooter?

Herstellung

Gr??tenteils handelt es sich bei den Akkus in E-Scootern um Lithium-Ionen-Akkus. Vor allem aufgrund ihrer hohen Energiedichte werden diese beispielsweise auch für den Antrieb von E-Bikes / Pedelecs oder Elektro-Pkw genutzt. Akkus dieser Art k?nnen Kobalt, Nickel, Kupfer, Aluminium und andere Rohstoffe enthalten, deren Abbau h?ufig mit Belastungen für die menschliche Gesundheit und die Umwelt einhergeht. Au?erdem wird die Versorgungsituation der europ?ischen Wirtschaft mit diesen Rohstoffen teils als kritisch bewertet.

Das Umweltbundesamt hat eine Studie zu kritischen Rohstoffen aus Umweltsicht mit 57 detaillierten Rohstoffprofilen und zehn noch tiefergehenden Fallstudien ver?ffentlicht.?Die Fallstudie zum Kobaltbergbau zeigt schwerwiegende negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt: von der Kontamination von Grund- und Oberfl?chenwasser mit Chemikalien und Schwermetallen, über Wassernutzungskonkurrenzen mit lokalen Gemeinden, bis hin zu Emissionen von kontaminierten St?uben in die Luft. Diese Umweltwirkungen haben zu gesundheitlichen Auswirkungen bei den Bergbauarbeitern, lokalen Gemeinden und Sch?den an ?kosystemen (z. B. Fischsterben) geführt, was auch zum Verlust von Einkommens- und Versorgungsm?glichkeiten (Fischerei) geführt hat. Der??Policy-Brief“ zu Lithium und Kobalt?aus dem?EU-Projekt ?STRADE“ beschreibt neben den Umweltwirkungen auch soziale und Menschenrechtsprobleme im Kobaltbergbau, z. B. kommt es bei der Kobaltgewinnung im Kleinbergbau auch zu Kinderarbeit.

Eine weitere Studie hat den Einfluss des Klimawandels auf den Bergbau und seine Umweltfolgen in insgesamt fünf Fallstudien untersucht.?Die Fallstudie zu Lithium zeigt, dass das Hauptumweltproblem bei der Lithiumgewinnung aus Salaren (Salzseen) der Wasserverbrauch durch die offene ⁠Verdunstung⁠ in Becken ist. Auch diese Problematik wird auch in dem bereits genannten??Policy-Brief“ zu Lithium und Kobalt?beschrieben. Er stellt auch dar, dass zurzeit intensiv an Wasserrückgewinnungstechnologien für diese Art der Lithiumgewinnung gearbeitet wird, wodurch die Umweltauswirkungen reduziert werden k?nnten.

Aufgrund der hohen Umweltrelevanz der Akkuherstellung ist die Lebensdauer des Akkus für die ⁠Klima⁠- und Umweltwirkungen des E-Scooters ein entscheidender Parameter: Eine lange Lebensdauer des E-Scooters und seines Akkus verringert die Umweltauswirkungen pro gefahrenem Kilometer (siehe hierzu Frage ?Wie lang ist die Lebensdauer der E-Scooter?“). Wird das Ende der Nutzungsphase erreicht, kann die Lebensdauer der Akkus m?glicherweise durch eine weitere Nutzung in station?ren Energiespeicher-Anwendungen verl?ngert werden (Second Life-Konzepte). Am Ende der Lebensdauer müssen alle Akkus dem Recycling zugeführt werden – beispielsweise über Sammelstellen (siehe hierzu Frage ?Wie sind E-Scooter und ihre Akkus richtig zu entsorgen?“). Mit der Rückgewinnung dieser Stoffe kann unter anderem die umweltbelastende Prim?rgewinnung vieler Rohstoffe reduziert werden.?

Emissionen

Wenn E-Scooter reell Pkw-Fahrten ersetzen, werden die sonst durch das Auto verursachten ⁠CO2⁠-Emissionen und Luftschadstoffe vermieden. Für die Herstellung des E-Scooters und des Akkus müssen jedoch auch die dabei entstehenden Emissionen in die Gesamtrechnung einbezogen werden. Für E-Scooter-Akkus liegen für Deutschland dazu noch keine spezifischen Berechnungen vor, aber Zahlen für Pedelec-Akkus k?nnen hier einen ersten Ansatz liefern (vgl. Broschüre ?E-Rad macht mobil“): Bei der Herstellung eines durchschnittlichen Pedelec-Akkus entstehen ca. 27,5-37,5 kg CO2-Emissionen. Für 100 km mit dem Pkw muss man durchschnittlich 19,7 kg CO2-Emissionen ansetzen. Das hei?t vereinfacht gerechnet, dass bereits nach durchschnittlich 165 km die CO2-Emissionen der Akku-Herstellung beglichen sind, wenn statt dem Pkw ein Pedelec benutzt wird.?

Eine Studie der North Carolina State University kam zudem 2019 zu dem Ergebnis, dass im ungünstigsten ⁠Szenario⁠ stationslose Leih-E-Scooter durch Herstellung, Wartung und Transport mehr CO2-Emissionen pro Person und Meile produzieren als ein durchschnittlicher vollbesetzter Bus, ein E-Bike oder ein elektrisches Moped. Aufgrund anderer infrastruktureller Gegebenheiten in Deutschland ist jedoch unklar, inwiefern diese Ergebnisse auf Deutschland übertragbar sind.

Aufladung

Noch ist offen, wie viele Pkw-Kilometer durch die Aktivit?ten der sogenannten ?Juicer“ in Deutschland entstehen, die die E-Scooter nachts mit Pkw oder Kleintransportern zum Aufladen zu Ladepunkten transportieren. Nur wenn E-Scooter nicht mehr zus?tzliche Wege mit Benziner- oder Diesel-betriebenen Fahrzeugen generieren, als sie bei ihrer Nutzung einsparen, k?nnen sie überhaupt als umweltfreundlich bezeichnet werden. Allerdings gibt es Ans?tze, bei denen einige Verleiher ihre Roller mit austauschbaren Akkus ausstatten, so dass nicht mehr der gesamte E-Scooter zum Aufladen bewegt werden muss.?Drei gr??ere Verleiher in Deutschland haben angekündigt, ihre ?Juicer“-Flotte mehr und mehr durch E-Lastenr?der und elektrisch betriebene Transporter ersetzen zu wollen.?Der Ursprung des Stromes ist für die Umweltbilanz des Rollers weniger entscheidend, vielmehr sind Herstellung und Lebensdauer wesentlich (siehe oben). Natürlich ist Strom aus regenerativen Quellen zu bevorzugen.

 

Wie lang ist die Lebensdauer der E-Scooter?

Bisher liegen dem ⁠UBA⁠ keine gesicherten Erkenntnisse zur Haltbarkeit und Lebens- bzw. Nutzungsdauer von E-Scootern vor.?

Da die gr??ten Umweltbelastungen von E-Scootern durch deren Produktion, insbesondere der Produktion der zumeist enthaltenen lithiumhaltigen Akkus,? verursacht werden, ist die Lebensdauer der Roller ein wichtiger Aspekt zur Gesamtbewertung ihrer Umweltfreundlichkeit.

Erste unbest?tigte Zahlen aus Kentucky, Louisville (USA) deuteten bei Verleihern von E-Scootern auf eine relativ kurze Nutzungsdauer von 28 bis 32 Tagen hin. Andere Quellen gehen von drei Monaten aus, obwohl manche Verleiher für neue Modelle inzwischen auch schon eine Lebensdauer von bis zu 24 Monaten angeben. Die Lebensdauer der E-Scooter bei der Nutzung in Haushalten werden sich durch geringere Abnutzungserscheinungen von denen im Verleih unterscheiden. Ferner gelten auch für E-Scooter die üblichen gesetzlichen Gew?hrleistungspflichten: So k?nnen, im Fall von M?ngeln, die K?uferinnen und K?ufer von Elektro-Ger?ten grunds?tzlich zwei Jahre nach Erhalt des Produkts die Ersatzlieferung oder Reparatur verlangen.

Sollten die Gesch?ftsmodelle der Verleiher von E-Scootern tats?chlich auf Lebensdauern von nur ein bis drei Monaten basieren, w?re dies ?u?erst bedenklich. Die Fahrzeuge sollten so lange wie m?glich benutzbar sein. Eine hohe Qualit?t, Robustheit, Reparaturf?higkeit, ein herausnehmbarer und damit austauschbarer Akku sind dabei entscheidend.

Die Lebensdauer des Akkus (und somit auch des E-Scooters) kann von den Nutzenden als auch den Besitzern / Verleihern der E-Scooter bereits durch einfache Ma?nahmen bedeutend verl?ngert werden. Zum Beispiel:

  • Temperatur: Vermeiden Sie – sofern m?glich – das Abstellen oder das Lagern des E-Scooters überall dort, wo au?erordentlich hohe (über 50 °C) und niedrige Umgebungstemperaturen (unter ?10 °C) zu erwarten sind. Temperaturen in diesen Bereichen k?nnen die Akkukapazit?t irreversibel verringern. So sollten E-Scooter beispielsweise besser in schattigen Bereichen als in der prallen Sonne geparkt werden.
  • Ladeverhalten: Vollst?ndige Aufladungen und Tiefentladungen sind mit Blick auf eine lange Lebensdauer m?glichst zu vermeiden.
  • Lagerungsbedingungen: W?hrend einer ?überwinterung“ des Akkus sollte dieser bei Zimmertemperatur gelagert und sp?testens nach sechs Monaten wieder geladen werden. Optimal ist ein Ladezustand von 40-50 % w?hrend der Lagerung.
  • Umgangsbedingungen: Vermeiden Sie Besch?digungen des Akkus, beispielsweise durch St??e oder unsachgem??es Abstellen / ?hinschmei?en“ des E-Scooters. Insbesondere durch mechanische Besch?digungen kann ein Kurzschluss im Akku entstehen, der nicht selten zu einem (teils nur schwer zu l?schenden) Brand führen kann.?

Weitere Informationen:

 

Wie sind E-Scooter und ihre Akkus richtig zu entsorgen?

E-Scooter ohne Sitz fallen als Elektroger?te grunds?tzlich in den Anwendungsbereich des ?Gesetzes über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltvertr?gliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikger?ten“ (ElektroG), welches Hersteller schon vor dem Inverkehrbringen?der E-Scooter?dazu verpflichtet, die sich bei der Stiftung Elektro-Altger?te-Register?zu registrieren. Dadurch wird u. a. die Finanzierung der sp?teren Entsorgung der Elektroaltger?te sichergestellt.

Weitere Informationen:

Entsorgung der E-Scooter

Nach dem ElektroG haben Besitzer von Elektroaltger?ten diese einer getrennten Erfassung zuzuführen und dürfen sie nicht über den Hausmüll entsorgen. Altger?te aus privaten Haushalten k?nnen kostenlos an den kommunalen Sammelstellen (z. B. Wertstoffh?fe) abgegeben werden. Einige Kommunen bieten auch eine kostenlose sperrmüllbegleitende Altger?teabholung an. Auch bei gro?en H?ndlern, etwa Elektrom?rkten, k?nnen alte E-Scooter – mindestens beim Neukauf eines Ger?tes der gleichen Ger?teart – kostenlos zurückgegeben werden.

Bei Verleihern von E-Scootern sind grunds?tzlich die Hersteller verpflichtet, zumutbare M?glichkeiten zur Rücknahme zu schaffen und diese im Anschluss ordnungsgem?? zu entsorgen.?

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten den Akku vor der Entsorgung des E-Scooters herausnehmen, wenn dies einfach m?glich ist (z. B. angesteckt, festgeklemmt oder mittels ein/zwei leicht zu l?senden Schrauben befestigt/verbaut) und anschlie?end an den Rücknahmestellen für Altbatterien abgeben (siehe unten ?Entsorgung der Akkus aus E-Scootern“). Denn vor allem lithiumhaltige Batterien, die noch im Ger?t sind oder beispielsweise falsch im Restmüll oder auf dem Schrottplatz entsorgt werden, k?nnen sich bei falschem Umgang und nicht korrekter Entsorgung selbst entzünden und einen Brand mit schwerwiegenden Folgen für Mensch und Umwelt ausl?sen.

Das ⁠UBA⁠ warnt davor, ausgediente E-Scooter an gewerbliche Sammler abzugeben, z. B. Schrottsammler und -h?ndler. Diese sind nicht zur Sammlung und Rücknahme?von?Elektroaltger?ten berechtigt. Es besteht unter anderem die Gefahr, dass gro?e Teile des Altger?tes nicht umweltgerecht entsorgt werden.?Nur wenn E-Scooter an den korrekten Sammel- und Rücknahmestellen zur Entsorgung abgegeben werden, ist auch die umweltgerechte Behandlung und das Recycling in zertifizierten Erstbehandlungsanlagen bzw. Recyclingbetrieben gesichert. Beispielsweise werden bei der Erstbehandlung der alten E-Scooter die restlichen noch vorhandenen festverbauten Akkus, die die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht selbst entnehmen konnten, zerst?rungsfrei ausgebaut, sortiert gesammelt und dem Recycling zugeführt.

Entsorgung der Akkus aus E-Scootern

Akkus aus E-Scootern sind gesetzlich der Kategorie der Industriebatterien zugeordnet. Vertreiber (H?ndler), die Industriebatterien in ihrem Sortiment führen, sind verpflichtet Industriealtbatterien kostenfrei von Endnutzerinnen und -nutzern zurückzunehmen. Marke und Bauform der Industriealtbatterie müssen nicht mit dem Sortiment des Vertreibers übereinstimmen. Ausgediente Akkus aus E-Scootern k?nnen unter anderem bei den H?ndlern für E-Scooter und E-Bikes kostenfrei zurückgegeben werden, die Ersatz-Akkus im Sortiment führen. Sofern der komplette E-Scooter entsorgt werden soll (siehe oben ?Entsorgung der E-Scooter“), sollte der Akku – soweit m?glich – vorher entnommen werden, um ihn separat erfassen zu k?nnen. Auch ausgew?hlte kommunale Sammelstellen (Wertstoffh?fe) nehmen Industriealtbatterien kostenfrei zurück. Fragen Sie am besten bei Ihrem Wertstoffhof im Vorfeld nach.

Im Rahmen der umweltgerechten Erstbehandlung und des Recyclings der E-Scooter und der Alt-Akkus werden neben Wertstoffen wie Stahl und Aluminium auch Batterierohstoffe wie Nickel, Kupfer und Cobalt zurückgewonnen.

 

Worauf sollten Kommunen bei der Zulassung von Verleih-E-Scootern achten, um negative Umweltauswirkungen zu vermeiden?

Es ist noch unklar, wie der Umstieg von den umweltfreundlichen Fortbewegungsarten Rad-/ Fu?verkehr auf E-Scooter vermieden werden kann. Anzunehmen ist jedoch, dass Ma?nahmen, die den Umstieg vom Pkw auf umweltfreundliche Verkehrsarten erleichtern, auch dazu beitragen k?nnen, dass Menschen vom Pkw auf den E-Scooter wechseln. Zu diesen Ma?nahmen z?hlen seitens der Kommunen Parkraummanagement inklusive designierter Abstellbereiche für E-Scooter, eine gerechtere Fl?chenverteilung zugunsten des Umweltverbundes wie beispielsweise die Umwidmung von Pkw-Stellfl?chen zu Stellpl?tzen für Fahrr?der und E-Scooter sowie eine insgesamt rad-, fu?- und rollerverkehrsfreundliche Infrastruktur. Zudem sollte im ?PNV die Mitnahme von privaten E-Scootern gestattet sein, da vor allem das Zurücklegen der ?letzten Meile“ mithilfe eines E-Scooters (statt eines Pkw) eine potenzielle Nische mit positiven Umweltauswirkungen darstellt.?

Kommunen k?nnen auch durch Vereinbarungen mit Verleihern festlegen, dass E-Scooter stationsgebunden dort zur Verfügung stehen, wo sie nachhaltige Fortbewegung unterstützen, beispielsweise zur Anbindung an den ?PNV an Stadtr?ndern und zum Schaffen von Querverbindungen zwischen ?PNV-Stationen.

Darüber hinaus sind Ans?tze, bei denen Kommunen zukünftig nur E-Scooter zum Verleih genehmigen, die bestimmte Umweltkriterien erfüllen (?hnlich Blauer Engel für Pedelecs), denkbar. Dazu z?hlen die Austauschbarkeit der Akkus, die Reparierbarkeit nebst Ersatzteilverfügbarkeit sowie eine lange garantierte Lebenserwartung des Akkus bzw. des E-Scooters. Au?erdem k?nnten Kommunen durch das Einführen von Maximalzulassungszahlen für Verleih-E-Scooter Einfluss auf das Verleihkonzept nehmen und negative Umweltauswirkungen reduzieren. Um das Zuparken von Fu?wegen zu vermeiden, k?nnen St?dte zudem verordnen, dass E-Scooter von Verleihern nur auf designierten Roller-Parkbereichen abgestellt werden dürfen (siehe Pariser Regelungen). Handlungsempfehlungen des Deutschen St?dtetags (DST), des Deutschen St?dte- und Gemeindebunds (DStGB) und der Agora Verkehrswende geben Kommunen einen überblick, wie mit E-Scootern umgegangen werden kann.

 

Ist die Infrastruktur für E-Scooter in Deutschland ausreichend?

Schon jetzt sind Radwege und Radschutzstreifen vielerorts zu schmal, von nicht ausreichender Qualit?t und an vielen Stellen für den Radverkehr unzureichend. Die Radinfrastruktur muss in Deutschland dringend weiter verbessert und ausgebaut werden, wenn sich nun auch E-Scooter dort bewegen sollen. Es braucht fl?chendeckend sichere und bequeme Radwege und Rad- und Rollerabstellfl?chen / anlagen.

Zudem muss sichergestellt werden, dass Fu?g?ngerinnen und Fu?g?nger geschützt werden, dass E-Scooter nicht auf Fu?wegen fahren und Fehlverhalten gezielt geahndet wird. Durch das fast ger?uschlose Fahren und die relativ hohen Geschwindigkeiten der Roller kann es zu Unf?llen mit Zufu?gehenden kommen. Zum anderen wird das Abstellen von E-Scootern auf Gehwegen den Fu?g?ngerinnen und Fu?g?ngern zus?tzlichen Platz wegnehmen. Fu?verkehr als umweltfreundlichste Art sich fortzubewegen darf durch Elektrokleinstfahrzeuge keinesfalls unattraktiver werden. Stattdessen muss das Zufu?gehen weiter gef?rdert werden.?

Eine Regelgeschwindigkeit innerorts von Tempo 30 würde es auch den Fahrerinnen und Fahrern von E-Scootern erleichtern, sich sicher auf der Stra?e zu bewegen, auf die sie angewiesen sind, wenn Radwege nicht vorhanden oder zu voll sind. Dies würde auch dazu beitragen, dass E-Scooter nicht illegal auf Gehwegen fahren.

 

Welchen Stellenwert sollten E-Scooter in der Diskussion und Umsetzung der Verkehrswende einnehmen?

Auch wenn erste Ans?tze vorliegen, ist es zu früh, die Umweltauswirkungen von E-Scootern umfassend zu beurteilen. Die Bedeutsamkeit des Themas E-Scooter und ihre ⁠Nachhaltigkeit⁠ sollte zudem nicht überbewertet werden. In Berlin zum Beispiel kommen derzeit auf einen E-Scooter ca. 122 Pkw (10.000 E-Scooter im Verleih versus 1,22 Millionen Pkw; Stand 03/2020).?

Die Aufmerksamkeit sollte im Bereich Verkehr auf die zahlreichen Pkw und deren problematischen Umwelt- und Gesundheitsbelastungen liegen. Für eine lebenswerte Stadt für Morgen – umweltfreundlich mobil, l?rmarm, grün, kompakt und durchmischt – müssen es weniger private Pkw werden. Notwendig sind dafür unter anderem der fortw?hrende Ausbau einer sicheren und bequemen Rad- und Fu?verkehrsinfrastruktur, ein attraktiv gestalteter ?PNV und der Abbau umweltsch?dlicher Subventionen im Verkehr. Nur so kann letzten Endes die dringend notwendige Verkehrswende herbeigeführt werden.?