Mobilit?tsmanagement

Fahrradfahrer mit Helm und Umh?ngetaschezum Vergr??ern anklicken
Der Weg mit dem Rad zur Arbeit schont die Umwelt und entlastet den Geldbeutel.
Quelle: Halfpoint / Fotolia.com

Mobilit?tsmanagement ist ein Instrument zur Beeinflussung der Verkehrsnachfrage im Personenverkehr. Ziel ist es, den Verkehr umwelt- und sozialvertr?glicher sowie effizienter zu gestalten. Dabei sollen Ma?nahmen aus den Bereichen Information, Kommunikation, Motivation, Koordination, Serviceangebote und auch Infrastruktureinrichtungen die Nutzung umweltvertr?glicher Verkehrsmittel f?rdern.

Inhaltsverzeichnis

 

Akteure und Handlungsfelder

Mobilit?tsmanagement setzt auf unterschiedlichen Ebenen an. Die Kommunen sind ein zentraler Akteur zur Gestaltung nachhaltiger Verkehrsangebote. Auf der operativen Ebene k?nnen sowohl kommunale Einrichtungen, Betriebe, Verwaltungen und Schulen konkrete Ma?nahmen umsetzen. Dabei werden unterschiedliche Zielgruppen (Neubürgerinnen und Neubürger, Besch?ftigte, Mieterinnen und Mieter) angesprochen.

Besonders das betriebliche Mobilit?tsmanagement gewinnt durch gezielte F?rderma?nahmen sowohl auf Bundes- und L?nderebene als auch auf kommunaler Ebene an Bedeutung. Handlungsfelder sind die Mobilit?t der Besch?ftigten auf ihren t?glichen Arbeitswegen, Gesch?fts- und Dienstreisen und das Flottenmanagement des Fuhrparks. H?ufig werden auch G?ste- und Kundenverkehre einbezogen.

Notwendige Voraussetzungen auf der Angebotsseite sind leistungsf?hige Infrastruktureinrichtungen wie bspw. attraktive Fu?- und Radverkehrsnetze, geeignete Fahrradabstellanlagen an Schnittstellen zum ?ffentlichen Verkehr und in Betrieben vor Ort. Dazu geh?ren auch ein leistungsf?higer ?PNV, der auch zu Zeiten geringer Nachfrage ein Angebot bereith?lt und alternative Mobilit?tsangebote wie Bike- und Carsharing. Zu einem erfolgreichen Mobilit?tsmanagement geh?rt aber auch ein professionelles Marketing, das sich sowohl an die politischen Entscheidungstr?ger als auch an die Nutzerinnen und Nutzer richtet.

Die von ?ffentlichen Einrichtungen und Betrieben verursachten Umweltbelastungen sind zu einem erheblichen Anteil auf betriebliche und berufsbedingte Verkehre zurückzuführen. Laut Statischem Bundesamt nutzen 68 Prozent der Erwerbst?tigen den Pkw für den Weg zur Arbeit. Selbst auf Kurzstrecken bis unter fünf Kilometer ist für rund 40 Prozent der Erwerbst?tigen das Auto das bevorzugte Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit. Ein systematisches Mobilit?tsmanagement, das mit dem kommunalen Angebot gut verzahnt ist, kann einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrsverlagerung und effizienteren Gestaltung des Verkehrs leisten. Hierzu geh?ren auch?verkehrsvermeidende Ma?nahmen wie mobiles Arbeiten sowie Telefon- und Videokonferenzen auf betrieblicher Ebene.

Darüber hinaus f?rdert die Nutzung des Fahrrades oder das zu Fu? Gehen nicht nur auf dem Weg zur Arbeit die Gesundheit der Besch?ftigten. Und jeder nicht hergestellte Pkw-Stellplatz spart dem Unternehmen oder der Verwaltung Herstellungskosten zwischen 1.500 Euro (oberirdisch) und 25.000 Euro für einen Stellplatz in einer Tiefgarage.

Auch Besch?ftigte k?nnen Kosten sparen. Wer zu Fu?, mit dem Fahrrad oder dem ?PNV anstatt dem eigenen Pkw zur Arbeit kommt, kann sein Haushaltseinkommen entlasten.

 

F?rderm?glichkeiten

Im Rahmen einer F?rderrichtlinie zum Betrieblichen Mobilit?tsmanagement f?rdert das Bundesverkehrsministeriums (⁠BMVI⁠) Modellprojekte zur Umsetzung von Ma?nahmen in Betrieben und kommunalen Unternehmen. Ziel ist die Einführung oder Verstetigung eines Mobilit?tsmanagements im betrieblichen Umfeld und die Umsetzung geeigneter Ma?nahmen zur Beeinflussung der betriebsbedingten Mobilit?t im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung.

Gef?rdert werden Ma?nahmenbündel, die dazu beitragen Personenverkehre zu vermeiden, zu reduzieren, zu verlagern und zu optimieren. Damit sollen Beitr?ge zur Einsparung umwelt- und klimasch?dlicher Emissionen, zum L?rm- und Ressourcenschutz sowie Fl?chenverbrauch und Luftschadstoffen erm?glicht werden. Die F?rderprojekte sollen Vorbildcharakter haben und weitere Betriebe zur Konzipierung und Umsetzung eines betrieblichen Mobilit?tsmanagements aktivieren. Informationen und Ansprechpartner zum zweistufigen Antragsverfahren sind auf der?Projektseite ?mobil gewinnt“?zu finden.

 

Studiengang Mobilit?tsmanagement

Die Hochschule Rhein Main in Wiesbaden hat im Jahr 2017 als erste deutsche Hochschule den Bachelor-Studiengang ?Mobilit?tsmanagement“ eingeführt. Dort k?nnen Studierende das Handwerkszeug zur Gestaltung nachhaltiger Mobilit?tskonzepte in St?dten und Regionen sowie in l?ndlichen R?umen w?hrend eines sechs Semester umfassenden Studiums erlernen.

Basis des Studiums ist die praxisorientierte Vermittlung von ingenieurwissenschaftlichen Grundlagen des Verkehrswesens zur Planung und zum Entwurf von Verkehrsangeboten und zur Verkehrsmodellierung. Des Weiteren werden in dem interdisziplin?ren Studium sozial-, kommunikationswissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Inhalte vermittelt.

Vielf?ltige Besch?ftigungsm?glichkeiten für Absolventinnen und Absolventen gibt es bspw. in kommunalen und regionalen Einrichtungen der Stadt- und Verkehrsplanung, in Planungs- und Ingenieurbüros sowie bei Mobilit?ts- und Verkehrsdienstleistern des ?ffentlichen Verkehrs.