Fische schützen: Forum Fischschutz und Fischabstieg

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Im Dialog bleiben - Forum Fischschutz und Fischabstieg
Quelle: Trüffelpix /fotolia.com

Alle Fische wandern in den Gew?sser. Auf ihrem Weg flussabw?rts k?nnen sie an Turbinen von Wasserkraftwerken verletzt und get?tet werden. Um die europ?ischen Gew?sserschutzziele zu erreichen, überlegen Wasserkraftbetreiber, Fachleute aus Wissenschaft, Beh?rden und Verb?nden im ?Forum Fischschutz und Fischabstieg“, wie diese Sch?den vermieden werden k?nnen. Die Ergebnisse sind online nachzulesen.

Inhaltsverzeichnis

 

Problem: T?dliche Verletzungen von Fischen auf Fischwanderungen

Wenn Fische flussabw?rts wandern, um nahrungsreiche Lebensr?ume zu erreichen, sich fortzupflanzen oder sich vor Gefahren in Sicherheit zu bringen, k?nnen sie an Wehren, Schleusen oder anderen Bauwerken aufgehalten werden. Oft führt der verbleibende freie Weg stromabw?rts durch eine Wasserkraftturbine. In Turbinen k?nnen Fische erheblich verletzt werden. Verletzungen k?nnen auch auftreten, wenn Wasser für die Kühlung von Kraftwerken aus dem Fluss entnommen oder in Pump- und Sch?pfwerken gepumpt wird. Die Verletzungen reichen von Schuppenverlusten bis zum Tod. In Abh?ngigkeit von der Turbinenart, der Umdrehungsgeschwindigkeit der Turbinenschaufeln, der Fischart und anderer Faktoren k?nnen so bis zu 100 Prozent der Fische gesch?digt werden. Je l?nger die Wanderwege einer Fischart sind, desto mehr Bauwerke müssen sie passieren. Damit steigt das Risiko, dass sich die Sch?digung auf die Population auswirkt. Es müssen daher Ma?nahmen gefunden und umgesetzt werden, die diese Fischsch?den minimieren.

 

Problemverst?ndnis: Forum Fischschutz

Ma?nahmen für den Schutz der Fische vor Verletzungen und für eine schadfreie Passage stromabw?rts k?nnen an Querbauwerken, Wasserentnahmebauwerken, Wasserkraftanlagen und Pump- und Sch?pfwerken notwendig werden. Oft sind sie eine Herausforderung für die Anlagenbetreiber, wenn sie hohe Investitions- und Betriebskosten und Energieverluste an Wasserkraftanlagen bewirken. Um die Ziele im Gew?sserschutz – z.B. nach der Europ?ischen ⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠ - bis 2027 zu erreichen, müssen die Schutzma?nahmen rasch umgesetzt werden. Doch h?ufig reicht das Wissen nicht aus, um Fische auf ihren Wanderungen sicher vor den Gefahren der Bauwerke zu schützen. Zu dem Handlungsdruck und den n?tigen Investitionssummen gesellen sich daher Unsicherheiten.? Das Thema wird daher sehr kontrovers diskutiert. Die Bereitschaft, in den Schutz der Fischfauna zu investieren ist gering. Darum hat das Umweltbundesamt 2012 das ?Forum Fischschutz und Fischabstieg“ gegründet, um einen interessenübergreifenden Informations- und Erfahrungsaustausch zu erm?glichen und den Dialog zwischen den Akteuren, Gremien und Institutionen voranzubringen. Auf den Arbeitstreffen kommen Fachleute aus den Wasserwirtschafts-, Naturschutz- und Fischereiverwaltungen der L?nder und des Bundes, der Bundeswasserstra?enverwaltung, der Energiewirtschaft, dem Ingenieurwasserbau, der Fischereibiologie, den Naturschutz-, Angler- und Fischereiverb?nden und der universit?ren Wissenschaft zusammen. Mittlerweile haben sich mehr als 300 Personen aus über 140 Institutionen auf den Tagungen, Workshops, Exkursionen oder im World Café des Forums in die Diskussion eingebracht. Das Themenspektrum erstreckt sich von den umweltrechtlichen und umweltpolitischen Rahmenbedingungen über die technischen Schutzma?nahmen bis hin zur Verhaltensbiologie der einzelnen Fischarten.

 

Ergebnisse des Forums

Im Dialog wurde zu zahlreichen Punkten ein gemeinsames Verst?ndnis erarbeitet, welche Anforderungen und L?sungen für Fischschutz und Fischabstieg es heute gibt. Gemeinsame Auffassung des Forums ist es zum Beispiel, dass Fische an technischen Bauwerken am besten durch mechanische Abschirmungen geschützt werden. Diese Abschirmungen werden auch als Fischschutzrechen bezeichnet und sind für Fische ab einer K?rperl?nge ab 10 cm nicht mehr passierbar. Diese Fischschutzrechen funktionieren an Wasserkraftanlagen, die über eine Leistung bis zu einem Megawatt verfügen. Das sind weit mehr als 85 Prozent der Anlagen in Deutschland. An gr??eren Anlagen wird es schwieriger, Fische zu schützen. Hier k?nnen moderne Turbinen helfen, die weniger Verletzungen verursachen. Der Wasserkraftbetreiber kann auch Wehre ?ffnen oder andere Ma?nahmen ergreifen, wenn Fischwanderungen einsetzen. Das klappt bisher gut für den Aal. An Weser, Main und Mosel werden Aale auch gefangen, bevor sie in die Turbinen gelangen und erst wieder in den Fluss eingesetzt, wenn der Weg bis zur Nordsee frei von weiteren Wasserkraftanlagen ist.

Besonders problematisch wird es, wenn Fische nicht nur geschützt sondern auch zu einem ungef?hrlichen Abstiegsweg geleitet werden sollen. Hier k?nnen Verhaltensbeobachtungen an Fischen helfen, denn es gibt noch nicht für alle Fischarten und Entwicklungsstadien gute L?sungen, sie wirkungsvoll zu schützen und zu leiten. Die Forschungsarbeit konzentriert sich auf Fischschutzsysteme an gro?en Anlagen und die weitere Verbesserung der Schutz- und Leitwirkung. Dafür müssen wir moderne Fischschutzma?nahmen umsetzen und ihre Funktion kontrollieren. Daneben ist es wichtig mehr über das Zusammenspiel von Fisch und Technik im Labor zu erfahren.

 

Ergebnisse nachlesen, Kontakte knüpfen, im Atlas Fischschutz st?bern und selbst aktiv werden

Auf Grund der vielen Informationen und der vielen Beteiligten betreibt das Forum Fischschutz und Fischabstieg eine eigene Internetplattform.

Speziell zum Forum k?nnen Sie dort die einzelnen Ergebnispapiere der Workshops abrufen oder sich Vortr?ge anschauen, die im Forum gehalten wurden. Dort finden Sie neben einer Synthese aller Ergebnisse auch das Gutachten des Forums, wie Fischschutz- und Fischabstiegsanlagen am besten begutachtet werden sollten. Die Seite informiert auch über aktuelle Veranstaltungen und über die verschiedenen Akteure in dem Themenfeld, wenn Sie einen Ansprechpartner suchen. Damit die Ma?nahmenumsetzung aber auch der Dialog trotz vieler verschiedener Ansichten besser funktioniert und konflikt?rmer abl?uft, hat das Forum eine Reihe von Empfehlungen zusammengestellt.
Der Atlas Fischschutz und Fischabstieg enth?lt Standorte an denen moderne Fischschutz- oder Fischabstiegsma?nahmen umgesetzt wurden. Zu den Ma?nahmen finden Sie zahlreiche Informationen. Zum Beispiel zu den Wasserkraftstandorten oder Pump- und Sch?pfwerken, zur eingesetzten Fischschutztechnik oder zu Begleituntersuchungen. Dem Atlas ist auch eine Datenbank hinterlegt. Das hei?t Sie k?nnen auch gezielt nach einer bestimmten Turbinenart oder einer Fischabstiegseinrichtung suchen. Sie k?nnen auch selbst aktiv werden und Inhalte in den Atlas eintragen.