Chemikalien

Von den in der Oberfl?chengew?sserverordnung geregelten Chemikalien überschreiten die Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe die Umweltqualit?tsnormen.

Chemikalien k?nnen durch industrielle oder kommunale Abwassereinleitungen oder über ⁠Erosion⁠ und die Luft in die Gew?sser gelangen. überschreitungen der ⁠Umweltqualit?tsnorm⁠ zeigen an, dass sie in Konzentrationen vorkommen, die sich sch?dlich auf die Organismen auswirken oder Nutzungen wie z.B. den Verzehr von Muscheln einschr?nken k?nnen. Für einige Chemikalien sind aufgrund ihrer ⁠Persistenz⁠ über die Stockholm Konvention international Regelungen für deren Produktion, Verwendung und Freisetzung getroffen. Eine Auswertung für diese Stoffe ist unter Persistente Organische Schadstoffe (POP)?zusammengestellt. Die Herstellung, der Import und das Inverkehrbringen weiterer Chemikalien regelt die EU-Chemikalienverordnung REACH.

Von den 27 Chemikalien, die in der Oberfl?chengew?sserverordnung geregelt sind, wurden im Zeitraum von 2016 bis 2018 an den LAWA -Messstellen für die Polyzyklischen Aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK)? Anthracen, Fluoranthen, Benzo[a]pyren, Benzo[b]fluoranthen, Benzo[k]fluoranthen und Benzo[g,h,i]perylen Konzentrationen oberhalb der Umweltqualit?tsnormen bestimmt. PAK sind krebserregend, k?nnen das Erbgut ver?ndern und haben fortpflanzungsgef?hrdende Eigenschaften. Sie k?nnen in der Umwelt schlecht abgebaut werden und reichern sich in Organismen an. PAK entstehen bei Verbrennungsprozessen und sind in vielen Erzeugnissen und Gemischen enthalten, die aus Materialien der Kohle- oder Erd?lverarbeitung stammen. Einige PAK sind wegen dieser Eigenschaften nach REACH in ihrer Verwendung weitreichend beschr?nkt.

Neun der PAK16 sind in der Oberfl?chengew?sserverordnung geregelt. Die UQN für Phenanthren und Naphthalin werden im Zeitraum 2016-2018 an allen LAWA-Messstellen eingehalten. Die Konzentrationen von Fluoranthen und Benzo[a]pyren werden sowohl anhand der Konzentration in Muscheln (Biota-Umweltqualit?tsnorm (Biota-UQN)) als auch der Konzentrationen der Gesamtwasserphase (zul?ssige H?chstkonzentration (ZHK-UQN)) bewertet. überschreitungen treten für diese beiden Stoffe sowohl für die Biota-UQN als auch für ZHK-UQN auf. Die ZHK-UQN wird bei Anthracen vereinzelt und bei Benzo[b]fluoranthen, Benzo[k]fluoranthen und Benzo[g,h,i]perylen h?ufiger überschritten.

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In der Richtlinie 2013/39/EU sind für Fluoranthen und Benzo[a]pyren Biota-UQN und deren Umrechnung auf die Gesamtwasserprobe als JD-UQN festgelegt. Die Biota-UQN für Benzo[a]pyren von 5 μg/kg entspricht dem festgesetzten H?chstgehalt der EG-Verordnung (EG) Nr. 1881/2006 ?Festsetzung der H?chstgehalte für bestimmte Kontaminanten in Lebensmitteln“. Der H?chstgehalt gilt ?für Krebstiere, ausgenommen braunes Fleisch von Krabben sowie Fleisch von Kopf und Thorax von Hummer und ?hnlichen gro?en Krebstieren“. Für Fluoranthen wurde die Biota-UQN in H?he von 30 μg/kg zum Schutz der menschlichen Gesundheit beim Verzehr von Fischereierzeugnissen abgeleitet. Die Biota-UQN wurden in die Oberfl?chengew?sserverordnung übernommen. Ferner ist festgelegt, dass sie sich auf Krebstiere und Weichtiere bezieht und die JD-UQN für die Bewertung nur herangezogen werden darf, wenn die Erhebung von Biotadaten nicht m?glich ist. Für die Bewertung haben die Bundesl?nder bisher die Konzentrationen in Muscheln bestimmt. Ein Vergleich der Ergebnisse der Bewertung der Biota-UQN und der JD-UQN für gleiche Messstellen desselben Jahres zeigt, dass die Ergebnisse sowohl bei der Bewertung der Einhaltung als auch beim Faktor der überschreitung der UQN gro?e Unterschiede aufweisen. Um europaweit zu vergleichbare Bewertungen zu erhalten, ist es erforderlich, dass die Forderung nach Artikel 3 Absatz 2 der RL 2013/39/EU, dass die Biota-UQN anzuwenden ist, in allen Mitgliedstaaten berücksichtigt wird.

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