Persistente Organische Schadstoffe (POP)

Persistente organische Schadstoffe werden weitr?umig transportiert und kommen auch fern ihrer Eintragsquelle in der Umwelt vor. In den Flie?gew?ssern reichern sie sich am Schwebstoff und in der Nahrungskette an. Sie sind giftig für Menschen und Tiere.

Inhaltsverzeichnis

    Die Stockholm-Konvention? sieht international die Beendigung oder Einschr?nkung der Produktion, Verwendung und Freisetzung von persistenten organischen Schadstoffen (?Persistent Organic Pollutants“, POPs) vor. Sie ist in der EU in eine direkt geltende Verordnung (VO 850/2004/EG) umgesetzt und mit umfangreichen Berichtspflichten für die Mitgliedstaaten verbunden. 14 POPs? sind auch in der Oberfl?chengew?sserverordnung geregelt.

    Für die Bromierten Diphenylether (BDE), Heptachlor, Hexabromcyclododecan (HBCDD), Hexachlorbenzol (HCB), Hexachlorbutadien und Perfluoroktansulfons?ure (PFOS) sind in der Oberfl?chengew?sserverordnung Umweltqualit?tsnormen? (UQN) für die Konzentrationen im Schwebstoff/Sediment (polychlorierte Biphenyle (⁠PCB⁠)), in Biota und in Gesamtwasser festgelegt. Die Biota-UQN für Heptachlor, HBCDD und PFOS wurden in Jahresdurchschnitts-UQN für Gesamtwasser umgerechnet. Die Bewertung muss aber vorrangig anhand der Messungen in Biota und bei den PCB der Messungen im Schwebstoff erfolgen. Die Biota-UQN für die stark anreichernden BDE, Dioxine, Heptachlor, HCB und PFOS dient dem Gesundheitsschutz beim Verzehr von Fischereierzeugnissen. Für HBCDD und Hexachlorbutadien soll die ma?gebliche Biota-UQN Tiere schützen, die sich von Fischen oder Muscheln ern?hren.

    Die Umweltqualit?tsnormen werden im Zeitraum 2014 - 2016 bei den Cyclodien Pestiziden (Drine), Endosulfan, Pentachlorbenzol, Pentachlorphenol und der Summe ⁠DDT⁠ (einschlie?lich 4,4-DDT) eingehalten.

    Mittlere Konzentrationen der POP an den LAWA-Messstellen im Zeitraum 2014-2016
    Mittlere Konzentrationen der POP an den LAWA-Messstellen im Zeitraum 2014-2016
    Quelle: FG II 2.4 / Umweltbundesamt
     

    Bei der Summe der Hexachlorcyclohexane (HCH), den Dioxinen, PCB28, PCB52, PCB101, PCB138, PCB153, PCB180 und HCB ist an ein bis sieben Messstellen eine überschreitung festzustellen. Die Biota-UQN wird bei der Summe der BDE an allen Messstellen und für Heptachlor/Heptachlorepoxid an 85 % der Messstellen, bei denen Messwerte gr??er der ⁠Bestimmungsgrenze⁠ ermittelt wurden, überschritten. An rund einem Drittel der Messstellen wird die Biota-UQN für PFOS überschritten.

    Auswertung der UQN der POP 2014-2016 (LAWA-Messstellen)
    Auswertung der UQN der POP 2014-2016 (LAWA-Messstellen)
    Quelle: FG II 2.4 / Umweltbundesamt
     

    Für einige dieser 14 ⁠POP⁠ gelten schon seit den 1980er Jahren Anwendungsverbote oder Einschr?nkung der Produktion, Verwendung und Freisetzung in Deutschland. Wegen ihrer Langlebigkeit sind die Konzentrationen in der Umwelt immer noch sehr hoch. Bei Hochwasserereignissen oder Baggerarbeiten im Gew?sser oder Uferbereich k?nnen h?her belastete Sedimente remobilisiert werden. So sind für HCH und HCB immer noch Konzentrationsschwankungen in den Schwebstoffen in Elbe und Mulde festzustellen.

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    POPs k?nnen auch durch ihre frühere Verwendung z.B. in Anstrichen, Dichtungen (⁠PCB⁠) oder D?mmmaterialien (HCBDD) weiterhin in die Umwelt gelangen. So sind z.B. durch Eintr?ge bei der Sanierung einer Eisenbahnbrücke in der Tschechischen Republik die Konzentrationen von PCB in den Schwebstoffen der Elbe wieder gestiegen. Einen überblick über die Quellen der ⁠POP⁠ und Ma?nahmen zur Reduzierung ihrer Eintr?ge in Deutschland gibt der ?Nationale Durchführungsplan unter dem Stockholmer Abkommen zu persistenten organischen Schadstoffen (POPs)“.

    PFOS geh?rt zur Stoffgruppe Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC)? und wurde jahrelang in bestimmten Feuerl?schmitteln und in der Galvanik eingesetzt. Die Regelungen in der Stockholm Konvention führen dazu, dass andere Stoffe dieser Stoffgruppe anstelle von PFOS eingesetzt werden. Das ⁠UBA⁠ ist in vielen Bereichen aktiv, um die Eintr?ge der PFC in die Umwelt zu reduzieren und diese Stoffgruppe zu regeln (Risikomanagementma?nahmen für PFC).?