Energiegewinnung im Meer

Im Meer steht eine Vielzahl von Windkraftanlagen.zum Vergr??ern anklicken
Offshore-Windparks: Erneuerbare Energie und Artenschutz müssen Hand in Hand gehen.
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Auch bei der Bek?mpfung des Klimawandels spielen die Meere eine Rolle. Viele Staaten, darunter auch Deutschland, setzen auf den Ausbau des Offshore-Windkraft, um die Energieversorgung ?kologisch umzubauen. Dies ist grunds?tzlich zu befürworten. Dabei sind anspruchsvolle ?kologische "Leitplanken" erforderlich, um zum Beispiel Meeress?uger und V?gel zu schützen.

Inhaltsverzeichnis

 

Offshore-Windkraft

Die Errichtung und der Betrieb von Offshore-Windparks müsesen m?glichst umweltschonend erfolgen und sind in Einklang mit der EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie zu bringen. Diese sieht vor, bis 2020 einen ?guten Umweltzustand“ der Meere zu erreichen.

Genehmigungen von Offshore-Windparks werden nach der Seeanlagen-Verordnung erteilt, zudem gelten die Bestimmungen des Bundesnaturschutzgesetzes sowie die Vorgaben der ⁠Fauna⁠-⁠Flora⁠-⁠Habitat⁠-Richtlinie und der ⁠Vogelschutzrichtlinie⁠. Ein breit angelegtes Untersuchungsprogramm zu den ?kologischen Auswirkungen von Bau und Betrieb der Anlagen bildet die Entscheidungsgrundlage.

Auswirkungen

Dabei sind unter anderem folgende Auswirkungen relevant:

  • ?Kollisionsgefahr mit und Barrierewirkung von Anlagen sowie Verlust von Rast- und Nahrungsgebieten bei V?geln;
  • ?Sch?digung des Geh?rs, Verhaltens?nderungen sowie weitl?ufi ge Vertreibung mariner S?ugetiere wie Schweinswale durch L?rm beim Rammen der Anlagenfundamente;
  • ?Ver?nderung von Boden-Lebensgemeinschaften im Nahbereich durch die Fundamente der Anlagen.

Bedarfsgerechte Beleuchtung

Um Zugv?gel zu schützen, empfiehlt das ⁠UBA⁠ eine bedarfsgerechte Beleuchtung der Offshore-Windenergieanlagen. In N?chten mit starkem Vogelzug bei gleichzeitig schlechten ⁠Wetter⁠- und Sichtbe-dingungen beh?lt sich die Genehmigungsbeh?rde nach Prüfung der Sachlage vor, die Anlagen vorübergehend abschalten zu lassen.

Schallschutz

Zum Schallschutz beim Bau der Offshore-Windparks in der Ausschlie?lichen Wirtschaftszone (AWZ) der deutschen Nordsee arbeitet die Bundesregierung derzeit an einem Schallschutzkonzept. Um Sch?den an der Leit-Tierart Schweinswal auszuschlie?en, hat das UBA L?rmschutzwerte im Sinne eines dualen Kriteriums von 160 Dezibel Schallexpositionspegel und von 190 Dezibel Spitzenschallpegel in 750 Metern Entfernung empfohlen.? Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat diese Empfehlung aufgegriffen und als Grenzwerte in den Genehmigungsbescheiden vorgeschrieben. Um diese Werte einzuhalten, müssen neue technische L?rm-Minderungsma?nahmen entwickelt oder vorhandene optimiert werden. Für einige Techniken zur Schallminderung bei Rammarbeiten wie Luftblasenschleier, Hydro-Schalld?mpfer oder entw?sserbare ?Kofferd?mme“ konnte eine schallmindernde Wirkung bereits best?tigt werden. Einen Stand der Technik zur Gew?hrleistung der Einhaltung des BSH-Grenzwertes haben diese Verfahren noch nicht erreicht. Alternative Methoden, die Fundamente einzubringen – zum Beispiel Bohren statt Rammen – sollten ebenfalls weiterentwickelt und erprobt werden. Durch die Errichtung von Offshore-Windparks sind neben der Produktion von erneuerbarem Strom m?glicherweise auch positive Naturschutz-Effekte zu erwarten. So k?nnen die betreffenden Zonen Rückzugsgebiete für Fische werden, da hier voraussichtlich keine Schleppnetz-Fischerei betrieben werden wird. Die durch Grundschleppnetzfischerei beeintr?chtigte Bodenfauna, vor allem langlebige Arten, wird nach Wegfall dieser Fischerei auch profi tieren. Das UBA empfiehlt, die damit zu erwartenden positiven Effekte nicht vorschnell etwa durch neue Nutzungen wie Stellnetz-Fischerei oder Muschelzucht an Langleinen zu konterkarieren, bevor eine umfassende Evaluierung stattgefunden hat. Die bisherigen Untersuchungen zu Offshore-Windparks beobachten und prognostizieren zudem eine Besiedlung der Fundamente durch Algen und Muscheln. Viele Experten bewerten das als positiv, weil es die Artenvielfalt erh?ht. Es gibt allerdings auch Stimmen, die eine ?Verfelsung“ des Lebensraums mit vorwiegend sandigem Boden befürchten.

Netzanbindung

Bei der Anbindung der Offshore-Windparks an die Stromnetze an Land muss ebenfalls auf gr??tm?gliche Umweltschonung geachtet werden. Dazu empfiehlt sich eine Bündelung von Leitungen, die Parallelführung zu vorhandenen Trassen, die Wahl des jeweils kürzesten Weges und eine Verlegung m?glichst au?erhalb der geschützten NATURA 2000-Gebiete. Für den Abtransport des Windstroms werden auf See Konverter-Stationen errichtet, in denen der produzierte Drehstrom in Gleichstrom umgewandelt wird. Dieser gelangt über Hochspannungs-Gleichstrom-übertragungsleitungen (HGü) im Meeresboden und dann über Land zum n?chstgelegenen Einspeisepunkt.

 

Erd?l- und Erdgasf?rderung

W?hrend die Erd?lf?rderung haupts?chlich in britischen und norwegischen Gew?ssern stattfindet, wird Erdgas auch aus den Flachwasserbereichen vor der niederl?ndischen und d?nischen Küste gewonnen. Im Nordostatlantik gibt es derzeit ca. 700 Installationen aus dem Bereich der ?l- und Gasf?rderung, darunter 420 ?l- und Gasplattformen, ca. 200 Unterseeinstallationen sowie ca. 80 Bohreinrichtungen. Im russischen Teil der AWZ der Ostsee sind drei Erd?lplattformen installiert.

In der Ausschlie?lichen Wirtschaftszone (AWZ) und im Küstenmeer Deutschlands werden ebenfalls Erd?l und Erdgas gef?rdert, zudem bestehen auf gro?en Fl?chen Explorationsrechte. Derzeit gibt es im deutschen Bereich zwei in Betrieb befindliche Offshore-Anlagen: Die ?l-F?rderinsel Mittelplate (Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer) und die Gasf?rderplattform A6-A in der Ausschlie?lichen Wirtschaftszone (AWZ).

Auswirkungen

Die Suche, die F?rderung und der Transport von ?l aus der Nordsee bleiben nicht ohne Folgen für das Meer. Konflikte bestehen hinsichtlich der Erkundung (Exploration) und F?rderung (Produktion) sowie Trassenführung der Pipelines v.a. mit dem Natur- und Umweltschutz, mit der Fischerei und den zukünftigen übertragungsnetzen für Strom aus Offshore-Windenergieanlagen (OWEA) sowie den Parks selbst. ?kologisch relevant sind das erh?hte Umweltrisiko durch Unf?lle und die Belastungen durch die Erkundung, durch die Installation und den Betrieb der Plattformen sowie der dazugeh?rigen Rohrleitungen, beispielsweise durch Schadstoffeinleitungen ins Meer.

Die Erkundung der Rohstoffvorkommen im Untergrund dieser Gebiete erfolgt mit Hilfe seismischer Untersuchungen. Der Einsatz von Airguns (Luftkanonen) und anderen akustischen Messverfahren stellt einen anthropogenen Schalleintrag in das marine Milieu dar. Es besteht die Gefahr, dass die Kommunikation von marinen S?ugetieren untereinander und die akustische Wahrnehmung ihrer marinen Umwelt behindert wird. Weiterhin k?nnen die oben beschriebenen Methoden eine verhaltensbiologische oder physische Beeintr?chtigung bis hin zu Sch?digung und Tod nach sich ziehen. Meeress?uger nehmen die von Druckluftkanonen produzierten Frequenzen von über 500 Hz selbst in einer Entfernung von mehr als 10 Kilometern wahr.

?l aus der ?lf?rderung kann durch Unf?lle sowie durch betriebsbedingtes Einleiten von Produktionswasser und Bohrklein ins Meer gelangen. Auf der Mittelplate wird das Produktionswasser an Land behandelt und rückverpresst, Bohrspülung und Bohrklein werden an Land entsorgt.

Das Abfackeln von Begleitgasen führt bei der ?lf?rderung zu einer nicht unerheblichen Ru?belastung und stellt eine gro?e Energieverschwendung dar. Zur Verhinderung und Reduzierung dieser Eintr?ge aus Offshore-Anlagen gibt es unter dem Regime des OSPAR-übereinkommens zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks Entscheidungen und Empfehlungen. Angesichts der Ereignisse im Golf von Mexiko? hat die EU-Kommission für das OSPAR Konventionsgebiet (und die übrigen europ?ischen Meere) eine umfassende überprüfung aller Sicherheits- und Umweltbelange im Bereich der Offshore ?l- und Gasf?rderung durchgeführt. Im Nachgang dieser überprüfung hat die EU-Kommission eine Richtlinie über die Sicherheit von Offshore-Aktivit?ten zur Prospektion, Exploration und F?rderung von Erd?l und Erdgas erstellt. Mit der Ver?ffentlichung der Richtlinie, ist im Laufe des Jahres 2013 zu rechnen.

 

Meeresenergie

Die Nutzung der Meeresenergie befindet sich weltweit noch im Entwicklungs- und Forschungsstadium. Allerdings sind in jüngster Zeit erste technische Innovationen pr?sentiert und erste ausl?ndische Erfahrungen gesammelt worden. Pilotprojekte wie der vor der Küste Englands gebaute 300 kW Prototyp der Str?mungsenergieanlage Seaflow-1, die Str?mungsenergieanlage SeaGen in Nordirland und das als weltweit erster Prototyp eines Osmosekraftwerks im November 2009 im norwegischen Tofte am Oslofjord in Betrieb genommene Kleinstkraftwerk zeigen den technischen Fortschritt in diesem Bereich. Mit ?Meeresenergie“ werden Energieformen wie Tidenhub, Wellen, Str?mung, Salzgradient (Osmose) und Temperaturgradient bezeichnet.

Das nutzbare Potenzial von Str?mungsenergie, Wellenenergie und anderen Formen der Meeresenergienutzung erscheint nach heutigem Kenntnisstand in Deutschland gering. Das weltweite Potenzial für die Nutzung der? Meeresenergie wird dagegen als sehr gro? eingesch?tzt.