Müll im Meer

Plastikreste am Meer: Ein alter Reifen, eine Flasche, Kinderspielzeug und der Rest eines Einkaufkorbs aus Plastik liegen auf einem Kiesstrand.zum Vergr??ern anklicken
Dreiviertel des Mülls im Meer besteht aus Kunststoffen. Es dauert Jahrhunderte sie abzubauen.
Quelle: Juandive / Fotolia

FAQ

  • Was ist Mikroplastik?

    Als Mikroplastik werden Plastikstücke bezeichnet, welche kleiner als 5 mm sind. Sie sind also teilweise mit dem blo?en Auge schwer zu erkennen. Es gibt zwei Sorten von Mikroplastik:Zu sogenanntem prim?ren Mikroplastik geh?ren Basispellets, die das Grundmaterial für die Plastikproduktion darstellen; Granulate in Kosmetik und Hygieneprodukten, wie Peelings, Zahnpasta, Handwaschmittel; mikroskopische… weiterlesen

  • Welche Abfallmengen befinden sich in den Meeren?

    Sch?tzungen gehen davon aus, dass sich mittlerweile zwischen 100 und 142 Millionen Tonnen Müll in den Meeren befinden. J?hrlich werden bis zu 10 Millionen weitere Tonnen eingetragen. Man geht davon aus, dass etwa 70 Prozent der Abf?lle zu Boden sinken, von den restlichen 30 Prozent wird etwa die H?lfte an den Str?nden angespült, die andere H?lfte treibt an der Wasseroberfl?che und in der Wassers?u… weiterlesen

  • Wie hoch ist der in den Meeren enthaltene Anteil an Plastikmüll?

    Durchschnittlich drei Viertel des gefundenen Mülls in den Ozeanen besteht aus Kunststoffen, an mediterranen Küsten sind es sogar über 80 Prozent. weiterlesen

  • Verrottet Plastik gar nicht oder nur sehr langsam?

    Man geht davon aus, dass Mikroorganismen nicht in der Lage sind, Kunststoffe vollst?ndig zu zersetzen. Plastik ist biologisch ?inert‘ und daher auch kaum einer Mineralisation unterworfen. Das bedeutet, dass Mikroplastikpartikel zwar kontinuierlich kleiner, aber nicht vollst?ndig abgebaut werden. Weltweit wird eine Anreicherung von Kunststoffen an Str?nden, in Meeresstrudeln und Sedimenten beobacht… weiterlesen

  • Woher stammt der Meeresmüll?

    Hierbei gibt es gro?e regionale Unterschiede. Generell kann man sagen, dass 80 Prozent der Eintr?ge von der Landseite erfolgen, also beispielsweise über die Flüsse oder über gro?e küstennahe Mülldeponien beispielsweise im Mittelmeerraum. Einen weiteren wichtigen Eintragspfad stellt zudem der Tourismus an den Küsten dar, eine prim?re Quelle zum Beispiel für die deutsche Ostsee. In der südlichen Nor… weiterlesen

  • Ist Mikroplastik problematisch?

    H?ufig verwendete Kunststoffe, wie Polyethylen, zeichnen sich durch geringe Dichte aus und treiben an der Meeresoberfl?che. Mikroplastik ist daher weitfl?chig verfügbar für Plankton, aber auch beispielsweise kommerziell genutzte Fischarten im Larvenstadium. Im nordwestlichen Mittelmeer findet man auf zwei Planktontierchen ein Teilchen Mikroplastik. Bei der Zersetzung k?nnen Kunststoffe giftige und… weiterlesen

  • Welche ?kologischen Auswirkungen hat Meeresmüll auf die Meeresumwelt?

    Nimmt der Mensch die Abfallbelastung in Urlaubsregionen lediglich als ?sthetische St?rung wahr, bedeutet sie für betroffene Meeresorganismen hingegen eine ernste Bedrohung ihrer Gesundheit und oft sogar ihres überlebens. Die Aufnahme / das Verschlucken von Müllteilen wurde bereits bei 43 Prozent aller Wal- und Delfinarten, 36 Prozent der Seevogelarten und vielen Fischarten beobachtet. Durch die Mü… weiterlesen

  • Wie adressiert Deutschland das Problem?

    Die nationale Meeresstrategie vom Oktober 2008 stellt klar, dass Deutschland die Mülleintr?ge ins Meer soweit wie m?glich senken will.Die im Rahmen des MSRL-Berichts zu Umweltzielen (Art. 10 MSRL) getroffenen Festlegungen zum Deskriptor 10 Müll im Meer werden umgesetzt (s.a. entsprechende Frage und Antwort).Als Reaktion auf die Rio+20 Beschlussfassung ist der internationale Meeresschutz 2012 zu ei… weiterlesen

  • Welche Aktivit?ten laufen auf europ?ischer und regionaler Ebene?

    ?Das am 31.10.2012 ver?ffentlichte ?Commission Staff Working Dokument“ (CSWD (2012) 365) der EU Kommission gibt einen überblick über relevante EU-Gesetzgebung, Richtlinien und Initiativen zu marinen Abf?llen; der Annex enth?lt eine Auflistung von Finanzierungsm?glichkeiten für Projekte, die Meeresmüll adressieren. Weiterhin finanziert die EU verschiedene Forschungsprojekte, u.a. zur Definition m?g… weiterlesen

  • Was passiert im globalen Rahmen?

    Die ⁠UN⁠ ?Global Partnership in Marine Litter“: Mehrere UN-Resolutionen legen internationales Augenmerk auf das Meeresmüllproblem. Aufbauend auf der ?UNEP Governing Council decision 26/3 on Chemicals and Waste Management“ zur Gew?hrleistung von harmonisierten Aktivit?ten der Vertragsstaaten ruft ⁠UNEP⁠ die ?Global Partnership in Marine Litter“ momentan (GPML) ins Leben,… weiterlesen

  • Was war das Ziel der Internationalen Marine-Litter-Konferenz 2013?

    Prim?res Ziel ist die Initiierung beziehungsweise Weiterentwicklung konkreter Regionaler Aktionspl?ne zur Verminderung und Vermeidung weiterer Mülleintr?ge in die europ?ischen Meeresregionen Nordostatlantik, Ostsee, Mittelmeer und Schwarzes Meer in enger Kooperation mit den Regionalen Meeresschutzübereinkommen (OSPAR, HELCOM, ⁠UNEP⁠/MAP und Barcelona- sowie Bukarest übereinkommen). D… weiterlesen

  • Welche Umweltziele hat sich Deutschland unter der MSRL gesetzt?

    ?Das vision?re nationale Umweltziel hinsichtlich Müll im Meer für die deutschen Nord- und Ostseegebiete lautet ?Meere ohne Belastungen durch Abfall“. Damit ist eine signifikante Reduktion der Eintr?ge von Müll in deutsche Meeresgebiete verbunden. Dieses soll durch drei operative Ziele erreicht werden: (1) kontinuierlich reduzierte Eintr?ge und eine Reduzierung der bereits vorliegenden Abf?lle führ… weiterlesen

  • Welche L?sungsans?tze gibt es, um Abf?llen im Meer zu begegnen?

    Das nachsorgende Sammeln von Müll im Meer und am Strand ist aufw?ndig, kostspielig und erreicht nur einen kleinen Teil des Mülls. Es bedarf einer deutlichen Verst?rkung der Vorsorge, die Ma?nahmen müssen also an den Quellen greifen. Recycling- und Wiederverwertungsstrukturen müssen daher weiter gest?rkt und die umweltgerechte Gestaltung von Kunststoffprodukten (?ko-Design) gef?rdert werden. Kunsts… weiterlesen

  • Was ist die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie – MSRL?

    Mit der MSRL (2008/56/EU) liegt seit 2008 der Rahmen für einen ganzheitlichen Meeresschutz in der EU vor. Diese Richtlinie als Umwelts?ule der ?Integrated Maritime Policy“ (IMP) ist ein Schlüsselelement in den europ?ischen Aktivit?ten, Meeresmüll zu adressieren. In der Richtlinie werden Abf?lle im Meer als wichtiges Kriterium (Deskriptoren) für den guten Umweltzustand der Meere bis 2020 ausgewiese… weiterlesen

  • Wie werden Abf?lle in deutschen Meeren momentan überwacht?

    Das momentan in Deutschland etablierte ⁠Monitoring⁠ umfasst nur die Nordsee mit den Aspekten der Aufnahme von Plastikmüll durch Eissturmv?gel und des OSPAR-Spülsaummonitorings (Strandz?hlung von Müll mehrmals j?hrlich an vier repr?sentativen Str?nden mittels harmonisierter Methodik zur quantitativen und qualitativen Bestimmung marinen Abfalls). Die Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie ge… weiterlesen

  • Seit wann gibt es Kunststoffe?

    Kunststoffe werden erst seit 1907 industriell hergestellt. Die spezifischen Merkmale, die sie auszeichnen, wie Langlebigkeit oder kostengünstige Herstellung, machen ihre Beseitigung problematisch. Die j?hrliche Produktionsrate betr?gt 245 Millionen Tonnen, 60 Millionen Tonnen werden allein in Europa produziert. Im Jahr 2008 fielen in der EU etwa 25 Millionen Tonnen (Mt) Kunststoffabf?lle an. Davon… weiterlesen

  • Was ist über die Belastungssituation der deutschen Meere bekannt?

    Die deutschen Meeresgebiete werden stark industriell genutzt. Gesch?tzte 600.000 m3 Müll befinden sich allein auf dem Meeresboden der Nordsee. In der südlichen Nordsee findet man pro 100 Meter Strandlinie im Durchschnitt 236 Müllteile. In 95 Prozent der an der deutschen Nordseeküste tot gefundenen Eissturmv?gel werden Kunststoffe gefunden, im Durchschnitt 30 Teile. Befunde von Str?nden der deutsch… weiterlesen

  • Was sind marine Abf?lle?

    Als marine Abf?lle oder Meeresmüll werden alle langlebigen, angefertigten oder verarbeiteten best?ndigen Materialien bezeichnet, die durch Wegwerfen oder als herrenloses Gut in die Meeresumwelt gelangen. Das schlie?t den Transport dieser Materialien in die Meere über Flüsse oder Winde mit ein. Heute finden wir in allen Teilen der Weltmeere Abf?lle: an den Polen, den Spüls?umen der Küsten, verteilt… weiterlesen

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Ein Meer von Kunststoffen

Was k?nnen wir gegen die Vermüllung der Ozeane tun?

Dreiviertel des Mülls im Meer besteht aus Kunststoffen, deren Abbau Jahrhunderte ben?tigt. Durchschnittlich 13.000 Plastikmüllpartikel treiben mittlerweile auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfl?che. Vor allem Verpackungsmaterialien und Abf?lle aus Fischerei sowie Schifffahrt wie Netzreste oder Taue sind für das Leiden von mehr als einer Million Seev?geln und weiteren circa 100.000 Meereslebewesen verantwortlich, die dadurch j?hrlich umkommen. Für 136 Arten von Meereslebewesen ist bekannt, dass sie sich regelm??ig in Müllteilen verheddern und strangulieren. Für mindestens 43 Prozent aller Wal- und Delfinarten, allen Arten von Meeresschildkr?ten sowie 36 Prozent der Seev?gel und viele Fischarten k?nnen Müll fressen und verschlucken.

Bei der Zersetzung geben Kunststoffe giftige und hormonell wirksame Zusatzstoffe wie Weichmacher, Flammschutzmittel und UV-Filter in die Meeresumwelt oder den Organismus ab, der sie aufnimmt. Mikroorganismen sind nicht in der Lage, die Kunstoffe vollst?ndig zu zersetzen. Deshalb verbleiben die pulverartigen Kleinstpartikel in der Meeresumwelt, wahrscheinlich für immer. Weltweit wird eine Zunahme dieses Mikroplastiks in den Meereswirbeln, den Sedimenten und an den Str?nden beobachtet. In allen kürzlich untersuchten Kotproben von Seehunden und Kegelrobben im nieders?chsischen Wattenmeer wurde durch die Universit?t Oldenburg Mikroplastik gefunden.

Mikroplastik gelangt aber auch direkt ins Meer: die Verwendung in Kosmetikprodukten wie Peelings oder Zahnpasten ist mittlerweile Standard. Bis zu 2.000 Kunstfasern aus Fleece-Kleidungsstücken, einem Velourstoff, der meist aus Polyester oder Polyacryl besteht, gelangen pro Waschgang in die Meeresumwelt, da sie von den Kl?rwerken nicht zurückgehalten werden. Geht ein typischer Transportcontainer mit Industriepellets aus Kunststoff zur sp?teren Weiterverarbeitung auf See verloren, gelangen 50 Milliarden davon ins Meer und sind an den Str?nden von Sandk?rnern kaum unterscheidbar. Laut Angaben der Kunststoffindustrie landen diese Pellets auch oft im Produktionsprozess in der Kanalisation und je nach Lage der Kl?ranlagen anschlie?end in Flüssen oder Küstengew?ssern.

Mikroplastikpartikel binden persistente toxische Schadstoffe, die sich im Meer befinden, an ihrer Oberfl?che. Das k?nnen auch bereits verbotene Substanzen wie das Insektizid Lindan oder das Pestizid ⁠DDT⁠ sein, die sich nach wie vor in der Meeresumwelt befinden. Diese Eigenschaft kann zu einer Anreicherung von Schadstoffen im Nahrungsnetz führen und m?glicherweise auch Relevanz für den menschlichen Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten haben.

Werden Sie aktiv und treten Sie der Müllbelastung der Meere entgegen:

  • Verwenden Sie keine Peelings, Duschgels und Zahnpasten, die Kunststoffe (zum Beispiel Polyethylen) enthalten.
  • Werfen Sie Müll nicht achtlos weg, sondern stets in den Mülleimer. Nehmen Sie alles wieder mit, was Sie für den Strandtag oder das Picknick im Freien eingepackt haben.
  • Kaufen Sie langlebige Produkte – so schonen Sie wertvolle natürliche Ressourcen und vermeiden Müll. Nutzen Sie plastikfreie Verpackungen wie Papiertüten für Brot oder Obst und Gemüse, Mehrwegflaschen oder noch besser Glasflaschen aus der Region und eigene Textiltragetaschen für den Einkauf.
  • Trennen Sie Ihren Müll. Nur so erm?glichen Sie, dass Plastik und andere Stoffe überhaupt recycelt werden k?nnen.
  • Beteiligen Sie sich an freiwilligen S?uberungsaktionen an Küsten, Str?nden und Flussufern.

EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie

Die neue EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie fordert von den Mitgliedsstaaten, das Müllvorkommen in den europ?ischen Meeresregionen zu bewerten, eine entsprechende überwachung zu etablieren und die Eintr?ge so zu regulieren, dass bis 2020 Abf?lle keine weiteren sch?dlichen Effekte auf Meeresbewohner ausüben. Das ⁠UBA⁠ leitet gemeinsam mit dem ?Joint Research Center“ der Europ?ischen Kommission und dem franz?sischen Forschungsinstitut ?Ifremer“ die entsprechenden EU-Arbeitsgruppe. 2011 legte sie einen Bericht mit Empfehlungen für eine umfassende überwachung der Müllbelastung der einzelnen Meereskompartimente und der Auswirkungen von Müll auf Meereslebewesen vor. Eine unl?ngst erschienene Publikation des Alfred-Wegener-Instituts spezifiziert diese Empfehlungen zus?tzlich für den Aspekt Mikroplastik. Das UBA setzt sich global und regional für Aktionspl?ne ein, um strategisch koordinierte Ma?nahmen der st?ndig fortschreitenden Müllbelastung der Meere entgegenzusetzen. Nach der Honolulu-Strategie von 2011, die einen globalen Ansatz für Aktionspl?ne darstellt, sollen nun spezifische Aktionen für die europ?ischen Meeresregionen identifiziert und umgesetzt werden.

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Die naive Hoffnung auf saubere Meere

In den Weltmeeren schwimmen Millionen Tonnen Plastikmüll. Fische und V?gel sterben, weil sie Plastik mit Nahrung verwechseln. Das Problem ist l?ngst bekannt, jetzt gibt es einen neuen L?sungsansatz: Der 19-j?hrige Niederl?nder Boyan Slat hat einen Plan entwickelt, wie man in wenigen Jahren einen Gro?teil des Plastiks wieder aus den Ozeanen fischen k?nnte. Das Projekt nennt sich ?The Ocean Cleanup“. Nachdem er die Idee vor mehr als anderthalb Jahren bekannt gemacht hatte, reagierten Fachleute zun?chst kritisch. Inzwischen hat Boyan Slat von rund 100 Wissenschaftlern und Ingenieuren eine ⁠Machbarkeitsstudie⁠ erarbeiten lassen.

Auf mehr als 500 Seiten kommen sie zu dem Ergebnis: Das Ganze k?nnte funktionieren. Nach der Ver?ffentlichung der Studie hat Slat auch seinen Kritikern geantwortet. Derzeit sammelt er per Crowdfunding zwei Millionen Dollar, um die Idee in die Tat umzusetzen. Anschlie?end sollen erste Pilot-Anlagen entstehen. Viele Medien sehen darin schon die Rettung der Ozeane. Doch die Machbarkeitsstudie überzeugt nicht jeden.

Kritisch bleibt zum Beispiel Mark Lenz, Experte für marine ?kologie am GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. In Green Radio erkl?rt er, warum er das Projekt für reine Science Fiction h?lt.

Quelle:
Green Radio / Detektor.fm

Meeresmüll

  • Honolulu-Strategie: A global framework for management and prevention of marine debris, UNEP / NOAA (2011)

    Honolulu-Strategie

  • Auswirkungen von Meeresmüll

    -- wird zurzeit aktualisiert und demn?chst neu ver?ffentlicht --

  • Herkunft mariner Abf?lle

    -- wird zurzeit aktualisiert und demn?chst neu ver?ffentlicht --

  • Ma?nahmen zur Vermeidung von Meeresmüll

    -- wird zurzeit aktualisiert und demn?chst neu ver?ffentlicht --

  • Impact of marine litter

    -- in revision --

  • Source of marine litter

    -- in revision --

  • Measures for the prevention of marine litter

    -- in revision --