Tiefseebergbau

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Explorationslizenzen

Lizenzantr?ge sowie Vorerkundungen für marine metallische Rohstoffe in internationalen Gew?ssern

Quelle: Internationale Meeresbodenbeh?rde IMB

Die Tiefsee geh?rt zu den letzten vom Menschen weitgehend ungenutzten Regionen der Erde. Mineralische Rohstoffe aus den Lagerst?tten in der Tiefsee gewinnen wegen der starken Nachfrage und des Anstiegs der Metallpreise zunehmend an Bedeutung. Die wichtigsten Rohstofftypen sind hier Manganknollen (polymetallische Knollen), kobaltreiche Eisen- und Mangankrusten sowie Massivsulfide und Erzschl?mme.

Entwicklung und Anwendung anspruchsvoller Umweltstandards

Die wichtigsten Rohstofftypen im Tiefseebergbau sind die Manganknollen (polymetallische Knollen), kobaltreiche Eisen- und Mangankrusten sowie Massivsulfide und Erzschl?mme. Die Manganknollen sind vor allem wegen ihrer vergleichsweise hohen Gehalte an Kupfer, Nickel und Kobalt wirtschaftlich interressant. Bei den Massivsulfiden spielen neben den Buntmetallen (Kupfer, Zink und Blei) besonders die Edelmetalle Gold und Silber sowie Spurenmetalle wie Indium, Tellur, Germanium, Wismut, Kobalt und Selen eine Rolle.

Der Tiefseebergbau hat erhebliche Auswirkungen auf die ozeanischen Lebensr?ume und Lebensgemeinschaften:

  • Umweltsch?den auf und im Meeresboden durch den Einsatz der Abbauger?te: Lebensgemeinschaften zusammen mit den Knollen werden komplett aus dem Lebensraum entfernt. Eine Rekolonisierung ist nicht m?glich, da die Knollen als Substrat fehlen.
  • Ausbildung von Trübungswolken, die sich durch die beim Einsatz der Abbauger?te direkt aufgewirbelten Sedimente bilden, im bodennahen Bereich verdriften und weiter in Str?mungsrichtung sedimentieren. Dabei k?nnen bodenlebende Organismen, zum Beispiel Schw?mme, durch pl?tzliche Sedimentation zugedeckt werden.
  • Entstehung von zus?tzlichen Trübungswolken an der Oberfl?che oder in einer mittleren Wassertiefe durch Rückleitung des mit den Manganknollen gef?rderten feink?rnigen Transportwassers (Tailings). Darin enthaltene Schadstoffe werden im Ozean verteilt und k?nnen sich in Abh?ngigkeit ihrer Stoffeigenschaften im Nahrungsnetz anreichern. Es kann zur Beeintr?chtigung des Phytoplanktons durch die Trübung kommen.
    Das Umweltbundesamt empfiehlt die Entwicklung und Anwendung von anspruchsvollen Umweltstandards für den Abbau mariner metallischer Rohstoffe, um die beschriebenen m?glichen ?kologischen Risiken zu begrenzen.

Beispiele:

  • Umweltauswirkungen sollten auf den Meeresboden und die bodennahe Wasserschicht beschr?nkt werden.
  • Potenzielle Abbaufelder sollten ?übersprungen“ werden, falls diese zu nah beieinander liegen, um eine Rückbesiedlung bearbeiteter Felder zu erm?glichen.
  • Bodennah entstehende Sedimentwolken sollen durch technische Ma?nahmen vermindert werden, die eine schnelle Absetzung der aufgewirbelten feink?rnigen Sedimente bewirken – zum Beispiel durch Ummantelung des Abbauger?ts.


Das ⁠UN⁠-Seerechtsübereinkommen erkl?rt die Meeresgebiete au?erhalb der Ausschlie?lichen Wirtschaftszonen (AWZ) und damit auch die dortigen Rohstoffvorkommen im Meeresboden zum Erbe der gesamten Menschheit. Die 1994 gegründete Internationale Meeresboden-Beh?rde (IMB) mit Sitz in Kingston (Jamaika) genehmigt die Vergabe von Explorations- und Abbaulizenzen und überwacht die Tiefseebergbauvorhaben. Sie hat erste Richtlinien (?Mining Codes“) für die Prospektion und Exploration von Manganknollen, Massivsulfiden und Erzkrusten erarbeitet, die auch umfangreiche Umweltanforderungen beinhalten.

Tiefseebergbau
Abbauverfahren Tiefseebergbau
Quelle: Umweltbundesamt

Literatur zu Tiefseebergbau

Quellenverzeichnis

  • Hydromechanische Aspekte des Tiefseeumwelt-schutzes

    Jankowski, J. A. & W.Zielke (1997): Institut für Str?mungsmechanik und Elektronisches Rechnen im Bauwesen
    der Universit?t Hannover. Dezember 1997.

  • AWI Tiefseeforschung und Forschungsverbund Tiefsee-Umweltschutz (TUSCH)
  • ATESEPP - Auswirkungen technischer Eingriffe in das ?kosystem der Tiefsee im Süd-Ost-Pazifik vor Peru

    Thiel, H. und Forschungsverbund Tiefsee-Umweltschutz (1998): Abschlu?bericht des BMBF-Projekts Nr. 03-G-0106 A - I

  • Marine Science and Technology - Environmental risks from large-scale ecological research in the deep sea. A desk study

    Thiel, H., M. V. Angel, E. J. Foell, A. L. Rice & G. Schriever (1998): European Commission, Office for Official Publications of the European Communities, Luxemburg, 210 pp.

  • DISCOL – disturbance and recolonization experiment of a manganese nodule area iof the southeastern Pacific

    Schriever, G. (1995): ISOPE Ocean Mining Symposium, Nov. 21-22, 1995, Tsukuba, Japan: 163-166

  • Potential environmental effects of deep seabed mining

    Thiel, H., E. J. Foell & G. Schriever (1991): Berichte aus dem Zentrum für Meeres- und Klimaforschung der Universit?t Hamburg 26: 1-243