überwachung und Bewertung

Nord- und Ostsee werden regelm??ig von Bund und L?ndern überwacht. Mit den erhobenen Daten wird der Zustand der Meeresumwelt ermittelt. Für die Bewertung gem?? EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie werden elf Deskriptoren genutzt.

Inhaltsverzeichnis

 

überwachung Nord- und Ostsee

Die deutschen Meeresgebiete in Nord- und Ostsee werden regelm??ig im Rahmen des Bund-L?nder-Messprogramms (BLMP ) überwacht. Diese Gebiete umfassen übergangs- (?stuare) und Küstengew?sser sowie Meeresgew?sser in der ausschlie?lichen Wirtschaftzone. Die überwachung beruht auf Anforderungen nationaler, (sub-)regionaler und europ?ischer Rechtsetzung: unter anderem OSPAR, HELCOM, Trilaterale Wattenmeerkooperation, Nitrat-Richtlinie, ⁠Flora⁠-⁠Fauna⁠-Habitatrichtlinie (FFH-RL), EU-⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠ (WRRL) und EU-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL). Sie besteht grunds?tzlich aus einer langfristigen, routinem??igen Erhebung von Daten, um den Zustand der Meeresumwelt zu erfassen. Feste Bojen messen im Dauereinsatz hydrografische und physiko-chemische Werte. Mit Schiffen werden biologische, physikalisch-chemische sowie hydrografische Daten erfasst. Aus Flugzeugen wird die gro?r?umige Verteilung etwa von Gro?algen, Seegras oder von Meeress?ugern beobachtet. Das Monitoringhandbuch des BLMP? enth?lt ausführliche Informationen unter anderem zu Messstationen, Messparametern und Messmethoden. Die Datenerhebung kann je nach Bedarf oder ereignisbedingt sowie durch überblicksartige Erfassungen und Forschungsaktivit?ten erg?nzt werden.

 

Zustandsbewertungen

Um Belastungen der Meeresumwelt zu erkennen und wirksam zu bek?mpfen, ist zun?chst eine detaillierte Bestandsaufnahme erforderlich. W?hrend diese in der Vergangenheit meist auf lokale Eingriffe wie Verklappung von Kl?rschlamm, Baggergut, Bohrgut von ?lplattformen und andere Abf?lle beschr?nkt war, entwickelten sich unter den Meeresschutzkonventionen OSPAR und HELCOM, der trilateralen Wattenmeerkooperation und bei der Umsetzung der FFH-RL, WRRL-RL und MSRL zunehmend komplexere Bewertungsverfahren für den ?kologischen Zustand. Für einige Belastungen liegen bereits ausgereifte Bewertungsverfahren vor (wie bei ⁠Eutrophierung⁠, Schadstoffen und Teilaspekten der Fischerei). Ihre Auswirkungen auf Organismen und Populationen sind bereits gut belegt. Für andere wenig untersuchte St?rgr??en wie die L?rmverschmutzung der Meere oder den Eintrag von Müll gibt es derzeit zwar eine Reihe interessanter Bewertungsans?tze. Es muss jedoch noch weiter diskutiert werden, ob sie sich eignen.

 

Weiterentwicklung der überwachung und Bewertung

Für einige Belastungen liegen bereits ausgereifte Bewertungsverfahren vor (wie bei ⁠Eutrophierung⁠, Schadstoffen und Teilaspekten der Fischerei) Ihre Auswirkungen auf Organismen und Populationen sind bereits gut belegt. Für andere wenig untersuchte St?rgr??en wie die L?rmverschmutzung der Meere oder den Eintrag von Müll gibt es derzeit zwar eine Reihe interessanter Bewertungsans?tze. Es muss jedoch noch weiter diskutiert werden, ob sie sich eignen. Die Erfolge von Ma?nahmen, die für die einzelnen Deskriptoren der anthropogenen Belastungen entworfen werden, sollten daher anhand der weiterzuentwickelnden biologischen Qualit?tskomponenten regelm??ig zu evaluieren.

Für ⁠Makrozoobenthos⁠, Fischfauna, Phytoplankton und Makrophyten wurden bereits Bewertungsverfahren für die Umsetzung der EG-⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠ entwickelt und erprobt. Entsprechende integrierende Verfahren fehlen jedoch weitgehend für die Bewertung von Seev?geln, des Zooplanktons und der marinen S?ugetiere. Es empfiehlt sich daher, mit den zur Verfügung stehenden Verfahren der EG-WRRL zu beginnen. Diese sollten dann sukzessiv – soweit erforderlich – mit Verfahren der FFH- und Vogelschutz-Richtlinie, von OSPAR und HELCOM unter anderen erg?nz werden. Eine besondere Herausforderung bei der Umsetzung der MSRL stellt die Notwendigkeit der Betrachtung kumulativer Auswirkungen dar.

Au?erdem ist eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Analyse der Nutzung der betreffenden Gew?sser sowie der Kosten einer Verschlechterung der Meeresumwelt erforderlich. Es sind also Informationen und Daten zusammenzustellen, aus denen sich ergibt:

  • welche gesamtgesellschaftlichen Werte durch die Nutzung der Meere (z.B. Fischfang) geschaffen werden,
  • wie sich Kosten und Nutzen der erforderlichen Ma?nahmen zueinander verhalten und
  • welche Kosten für diese Nutzungen und die Gesellschaft entstünden, wenn sich die Qualit?t der Meere weiterhin negativ ver?ndern würde (Kosten der Degradation z.B. durch überfischung).