Vorsorgender Hochwasserschutz

M?nner r?umen mit Schaufeln und Bagger den Schlamm nach dem Hochwasser wegzum Vergr??ern anklicken
Nach dem Hochwasser kommt das Aufr?umen. Doch was k?nnen wir vorher tun?

Aufr?umarbeiten nach dem Hochwasser

Quelle: EnryPix/FOTOLIA.com

Das Nationale Hochwasserschutzprogramm als ein wichtiges Instrument des vorsorgenden Hochwasserschutzes.

Als Folge des gro?en Hochwassers im Mai/Juni 2013 insbesondere im Donau- und Elbeeinzugsgebiet beschloss die Sonderumweltministerkonferenz am 2. September 2013 die Erarbeitung eines Nationalen Hochwasserschutzprogramms (NHWSP). Ziel des Programms ist es, den steigenden Risiken von Hochwasserereignissen gut koordiniert und l?nderübergreifend zu begegnen. Dabei sollen Ma?nahmen zur Verbesserung des vorsorgenden Hochwasserschutzes im Fokus stehen. Das Nationale Hochwasserschutzprogramm wird als Erg?nzung der umfassenden Hochwasserrisikomanagementplanung nach EU-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (HWRM-RL) gesehen.

Zun?chst erarbeitete die Bund/L?nder Arbeitsgemeinschaft Wasser (⁠LAWA⁠) in Zusammenarbeit mit den Flussgebietsgemeinschaften und unter Beteiligung der Bund/L?nder Arbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung (LANA) Kriterien und Bewertungsma?st?be für die Identifikation und Priorisierung von wirksamen Ma?nahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes. Unter Anwendung dieser Kriterien erstellten die L?nder eine Liste mit priorit?ren, potentiell überregional wirksamen Hochwasserschutzma?nahmen. Diese Ma?nahmenliste bildet das Kernstück des Nationalen Hochwasserschutzprogramms.

Die Ma?nahmen sind in drei Kategorien unterteilt:

  • Deichrückverlegung/Wiedergewinnung von natürlichen Rückhaltefl?chen
  • Gesteuerte Hochwasserrückhaltung (Flutpolder und Hochwasserrückhaltebecken)
  • Beseitigung von Schwachstellen

In der Liste sind Ma?nahmen der Flussgebietseinheiten Donau, Elbe, Rhein, Weser und Oder enthalten. Insgesamt wurden in den L?ndern 29 überregionale Ma?nahmen zur Deichrückverlegung sowie 57 Ma?nahmen zur gesteuerten Hochwasserrückhaltung festgelegt. Damit sollen rund 20.000 Hektar überflutungsfl?che und rund 1.180 Millionen Kubikmeter Retentionsvolumen geschaffen werden. Darüber hinaus wurden 16 Projekte zur Beseitigung von Schwachstellen an bestehenden Hochwasserschutzanlagen identifiziert. Die vorl?ufig ermittelte Gesamtsumme der erforderlichen Haushaltsmittel für alle Ma?nahmen betr?gt rund 5,4 Milliarden Euro. Die Ma?nahmenumsetzung sieht einen Zeithorizont bis nach 2027 vor, wobei eine detaillierte Kostenaufschlüsselung bislang bis 2021 vorgenommen wurde.

Das Nationale Hochwasserschutzprogramm wurde auf der Umweltministerkonferenz am 24. Oktober 2014 beschlossen. Der Bund wird die L?nder bei der Umsetzung der Ma?nahmen finanziell über den Sonderrahmenplan ?Pr?ventiver Hochwasserschutz“ unterstützen. Die Priorisierung der Ma?nahmen erfolgt j?hrlich durch die ⁠LAWA⁠ und Vertreter des Bundes unter anderem entsprechend den Kriterien Realisierbarkeit, Effizienz und Wirkung für den Naturraum Fluss.

Mit der Umsetzung erster Ma?nahmen wird bereits 2015 begonnen. Für dieses Jahr erfolgte eine Priorisierung nach baureifen Projekten. Es sind insgesamt 15 Projekte – 10 ⁠Polder⁠ bzw. Hochwasserrückhaltebecken und 5 gro?fl?chige Deichrückverlegungen – an Elbe, Rhein und Donau. Dafür ist der Sonderrahmenplan ?Pr?ventiver Hochwasserschutz“ mit 20 Millionen Euro ausgestattet. Für die Folgejahre werden sich Bund und L?nder auch vor dem Hintergrund der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel (Von 2016 bis 2018 sollen jeweils Bundesmittel in H?he von j?hrlich 100 Millionen Euro bereit gestellt werden.) j?hrlich darüber abstimmen, welche weiteren Projekte hinzukommen.

Das ⁠UBA⁠ wird in einem vierj?hrigen UFOPLAN-Vorhaben die Wirkungen der Ma?nahmen des Nationalen Hochwasserschutzprogramms begleitend untersuchen.

Teilen:
Artikel:
Drucken Senden
Schlagworte:
 Hochwasserschutz  Vorsorgender Hochwasserschutz  Hochwasserschutzprogramm