Schwimmen und Baden

Schwimmen und Baden ist ausgesprochen gesund, und die Sorge vor Gesundheitsgefahren sollte das Vergnügen daran nicht trüben – weder im Gew?sser noch im Becken. Dazu kann man auch selbst beitragen, im Sinne der Baderegeln, die man schon in der Schule gelernt hat. Worauf müssen aber die Beh?rden achten?

Die am besten bekannten Risiken beim Schwimmen und Baden sind Badeunf?lle: Sie passieren meist, wenn das eigene Leistungsverm?gen übersch?tzt wird, durch Sprünge in zu flaches Wasser oder anderes riskantes Verhalten – insbesondere unter Alkoholeinfluss. In Badegew?ssern kommen Gef?hrdungen durch Str?mung oder Schifffahrt hinzu.

Baden in Gew?ssern

In Deutschland gibt es ca. 2000 Badegew?sser. Die überwiegende Zahl der Badestellen liegt an Seen oder an den Küsten von Nord- und Ostsee, nur ein kleiner Teil an Flüssen. Da natürliche Gew?sser eine vielf?ltige Nutzung erfahren, gibt es in Badegew?ssern auch mikrobiologische Risiken durch Eintr?ge aus Kl?ranlagen und dem Oberfl?chenabfluss landwirtschaftlicher Fl?chen zu beachten. Besonders nach Starkregenf?llen kann es deshalb zu einem erh?hten Vorkommen f?kaler Verunreinigungen und somit Krankheitserregern kommen. Insbesondere Flüsse sind davon betroffen und daher meist nicht zum Baden geeignet.

Ein weiteres Gesundheitsrisiko in Gew?ssern k?nnen Massenentwicklungen von Cyanobakterien (?Blaualgenblüten“) sein. Sie scheiden giftige Stoffe aus, die unter anderem übelkeit und Hautreitzungen hervorrufen k?nnen.

Baden in Schwimmb?dern

In das Badewasser von Schwimmb?dern werden durch die Badeg?ste Verunreinigungen und Mikroorganismen (z.B. Bakterien) eingebracht. Die Mehrzahl dieser Mikroorganismen ist harmlos. Es k?nnen aber auch Erreger übertragbarer Krankheiten darunter sein. Die Verunreinigungen und Mikroorganismen werden in der Badewasseraufbereitung st?ndig aus dem Badewasser entfernt. Danach wird dem gereinigten Badewasser Chlor oder Hypochlorit zur Desinfektion zugegeben, bevor es zurück ins Becken geleitet wird. Die Desinfektion bewirkt, dass von den Krankheitserregern, die ein Badegast m?glicherweise ins Wasser abgibt, innerhalb von 30 Sekunden nur noch einer von10.000 infekti?s sind. In Kleinbadeteichen fehlt diese schnelle Desinfektion. Deshalb kommt es hier auf eine deutlich geringere Badegastdichte an, um das Infektionsrisiko zu verhindern. In Schwimm- und Badebecken entstehen aus Chlor und Schwei? oder Urin Desinfektionsnebenprodukte - insbesondere wenn die Badeg?ste nicht kurz vorher duschen und die Toilette benutzen.

Aufgaben des Umweltbundesamtes

Aufgabe des ⁠UBA⁠ ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen und Ma?st?be für die Wasserqualit?t stets aktuell zu halten und weiterzuentwickeln. Es bewertet unter Anderem gesundheitliche Risiken, die mit der Desinfektion von Schwimmbeckenwasser – oder mit ihrem Fehlen – einhergehen k?nnen. Wir entwickeln Konzepte, wie solche Risiken zu vermeiden und zu beherrschen sind. Dabei unterliegt das UBA im Bereich der Schwimm- und Badebecken sowie der Kleinbadeteiche der Fachaufsicht des Bundesministeriums für Gesundheit. Zusammen mit dem Gesundheitsministerium nutzt es die Beratung durch die Badewasserkommission.

Im Bereich der Badegew?sser unterliegt das UBA der Fachaufsicht des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Wir führen die j?hrlich von den Bundesl?ndern erhobenen Daten zur Qualit?t der Badegew?sser zusammen. Dann prüfen wir sie auf Plausibilit?t leiten sie an die EU-Kommission weiter, die den Badegew?sserbericht daraus erstellt.

Forschung

Wichtige Grundlage für die Aufgaben des UBA ist die eigene Laborforschung an den Standorten Bad Elster und Berlin. Hier untersuchen die Besch?ftigten das Vorkommen von Krankheitserregern, geeignete Nachweismethoden, Vorkommen und Toxikologie von Desinfektionsnebenprodukten, Vorkommen von toxischen Cyanobakterien und bewerten die Risiken.