Schwimm- und Badebecken

Das Wasserbecken eines Schwimmbades, wo die Bahnen durch schwimmende Abgrenzungen voneinander abgetrennt sind. Nahaufnahmezum Vergr??ern anklicken
Die Wasserqualit?t in Schwimmb?dern wird streng überwacht und durch das Gesundheitsamt überprüft.
Quelle: Rainer Schmittchen / Fotolia.com

Jedes Jahr nutzen Millionen Besucher die ?ffentlichen und gewerblichen Frei- und Hallenb?der. Neben dem hohen Freizeitwert f?rdert Schwimmen und Baden das gesundheitliche Wohlbefinden. Wenn sich viele Menschen gleichzeitig in einem Schwimm- und Badebecken aufhalten, bedarf es besonderer Vorkehrungen, damit es nicht zu gesundheitlichen Beeintr?chtigungen der Besucherinnen und Besucher kommt.

In den Frei- oder Hallenb?dern wird das Wasser st?ndig im Kreislauf aufbereitet (gereinigt) und desinfiziert. Durch die Desinfektion im Becken sollen die von den Badeg?sten abgegebenen Mikroorganismen (z. B. Bakterien), darunter m?glicherweise auch Krankheitserreger, sehr schnell abget?tet werden. Nur so ist es m?glich, eine relativ gro?e Zahl von Besucherinnen und Besuchern in einem relativ kleinen Becken baden zu lassen, ohne dass eine besondere Gesundheitsgefahr befürchtet werden muss.

Die Schwimm- und Badebeckenwasserhygiene hat eine gute, gleich bleibende Beschaffenheit des Beckenwassers in Bezug auf Hygiene, Sicherheit und Wohlbefinden der Badeg?ste zum Ziel. Dafür ist ein Zusammenwirken folgender Faktoren notwendig:

  • Aufbereitung (Entfernung von Mikroorganismen und Verschmutzungen),
  • Desinfektion (Reduktion der Mikroorganismen durch Abt?tung oder Inaktivierung),
  • Beckenhydraulik (optimale Verteilung des Desinfektionsmittels im gut durchstr?mten Becken und Austrag von Belastungsstoffen),
  • Austausch von mindestens 30 Litern Beckenwasser gegen Frischwasser (Füllwasser) pro Badegast, dies verhindert eine unerwünschten Anreicherung von Stoffen, die durch die Aufbereitung des Beckenwassers nicht entfernt werden k?nnen.

Gesetzliche Grundlagen

Die gesetzliche Grundlage zur Sicherung und überwachung der Qualit?t des Schwimm- und Badebeckenwasser ist das ?Gesetz zur Verhütung und Bek?mpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutz-Gesetz - IfSG)”. Paragraf 37 Absatz 2 des IfSG legt folgendes fest: ?Schwimm- und Badebeckenwasser (…) muss so beschaffen sein, dass durch seinen Gebrauch eine Sch?digung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, nicht zu besorgen ist”.

Die Gesundheits?mter werden gesetzlich verpflichtet, die Schwimm- und Badebecken einschlie?lich ihrer Aufbereitungsanlagen zu überwachen. Die überwachung der Qualit?t des Schwimm- und Badebeckenwassers obliegt somit den Bundesl?ndern und ihren nachgeordneten Beh?rden.

Da es keine Schwimm- und Badewasserbeckenverordnung gibt, orientieren sich die Gesundheits?mter bei ihrem amtlichen überwachungsauftrag an die in der DIN 19643 ?Aufbereitung von Schwimm- und Badebeckenwasser“ und in der ⁠UBA⁠-Empfehlung ?Hygieneanforderungen an B?der und deren überwachung“ festgelegten Anforderungen an die Schwimm- und Badebeckenwasserqualit?t.

B?der an Oberfl?chengew?ssern (Badegew?sser) fallen nicht unter die Regelungen des IfSG. Ihre Wasserqualit?t regelt die Badegew?sser-Richtlinie (76/160/EWG), die die Bundesl?nder in Rechtsvorschriften umgesetzt haben.

Aufgabe des UBA

Das IfSG (§40) weist dem Umweltbundesamt die Aufgabe zu, Konzeptionen zur Vorbeugung, Erkennung und Verhinderung der Weiterverbreitung von durch Wasser übertragbaren Krankheiten zu entwickeln. Diese Konzeptionen dienen in erster Linie dazu, die jeweils zust?ndigen Beh?rden der L?nder, die für die Durchführung der einschl?gigen Vorschriften des IfSG zust?ndig sind, sowie die sonstigen beteiligten Fachkreise durch entsprechende grunds?tzliche Expertisen zu unterstützen. Die fachlichen Konzeptionen liefern darüber hinaus wichtige Grundlagen für gesundheitspolitische Ma?nahmen des Bundes und der L?nder.

Um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Badeg?ste und des Personals eines Schwimmbades nicht zu beeintr?chtigen, werden mikrobiologische, chemische und physikalisch-chemische Anforderungen an das Schwimm- und Badebeckenwasser gestellt. Das erfordert ein enges und übergreifendes Zusammenwirken der Fachdisziplinen Chemie, Mikrobiologie und Toxikologie.