Zustand

Viele grüne Algen, die sich um Steine herumlagernzum Vergr??ern anklicken
Zu viele N?hrstoffe im See führen zu einem vermehrten Algenwachstum.
Quelle: Hoffmann / UBA

Inhaltsverzeichnis

 

?koregionen und Seenzustand

Der Zustand von Seen spiegelt sich im Wesentlichen in ihrem N?hrstoffreichtum wider. Das N?hrstoffangebot steuert die Trophie eines Sees, die ein Ma? für die im See stattfindende Prim?rproduktion (Umsetzung von N?hrstoffen in pflanzliche ⁠Biomasse⁠) darstellt. Die Trophie ist das Hauptkriterium der Zustandsklassifizierung. N?hrstoffarme Seen werden als oligotroph bezeichnet, n?hrstoffreiche als eutroph. Der trophische Zustand eines Sees wird au?erdem durch Faktoren wie die Seebeckengestalt, die Hydrologie und die N?hrstoffeintr?ge aus dem ⁠Einzugsgebiet⁠ beeinflusst. Diese Faktoren sind von der Zugeh?rigkeit des Sees zu einer der drei Haupt-?koregionen Deutschlands (Alpen und Alpenvorland, Mittelgebirge, Norddeutsches Tiefland) abh?ngig.

Die Seen Deutschlands lassen sich zu den drei Haupt-?koregionen Deutschlands (Alpen und Alpenvorland, Mittelgebirge, Norddeutsches Tiefland) zuordnen. Auf Grund der Unterschiede hinsichtlich der klimatischen, geologischen und naturr?umlichen Situation innerhalb der ?koregionen zeigen sich in ihren Seen auch Unterschiede in der Morphologie, im Mischungsverhalten und dem trophischen Grundzustand.

Tabelle: Es gibt Seen, die natürlicherweise wenig, etwas oder viele N?hrstoffe enthalten. Die meisten Seen enthalten heute mehr N?hrstoffe, als gut für sie ist. Doch tendenziell hat sich der N?hrstoffzustand der Seen in den Jahren 1990 bis 2017 verbessert.
Tab: Trophiebewertung ausgew?hlter Seen Deutschlands
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF
 

Alpen und Alpenvorland

Diese ?koregion umfasst alle Seen innerhalb der Alpen, am Alpenrand, sowie die n?rdlich davon gelegenen. Diese Seen zeichnen sich durch ein alpin gepr?gtes ⁠Einzugsgebiet⁠ (Gesteinschotter aus den Alpen) und einem geologisch bedingten (n?rdliche Kalkalpen) hohen Kalkgehalt aus .

Alpenseen sind durch ein alpines ⁠Abflussregime⁠ (Frühjahrs- und Sommerhochw?sser infolge Schneeschmelze, hoher Schwebstoffanteil, niedrige Zuflusstemperatur) gepr?gt. Sie sind natürlicherweise n?hrstoffarm und besitzen eine geringe Prim?rproduktion.

Dagegen werden Alpenvorlandseen nicht durch Zuflüsse aus den Alpen gespeist, sind im Vergleich zu den Alpenseen w?rmer, besitzen eine geringere oder keine Schwebstoffzufuhr und kleiner Einzugsgebiete. Flache Alpenvorlandseen k?nnen auch einen h?heren potentiell natürlichen Trophiestatus besitzen.

Bodensee

Der gr??te deutsche See ist der im Dreil?ndereck Deutschland-Schweiz-?sterreich gelegene Bodensee. Am Einzugsgebiet von 10 970 km2 hat Deutschland einen Anteil von 28%. Mit 252 m Maximaltiefe ist der Bodensee der tiefste See Deutschlands.

Der Bodensee (Baden-Württemberg/Bayern) ist der wohl am besten erforschte See Europas. Seine frühzeitige ⁠Eutrophierung⁠ in den 50er bis 80er Jahren konnte durch wohlorganisierte internationale Bemühungen gestoppt und in Teilen rückg?ngig gemacht werden. Dank der relativ geringen Austauschzeit verminderten sich die Phosphorkonzentrationen recht schnell und kontinuierlich, die Reaktion des Phytoplanktons bestand jedoch zun?chst nur in einer Umstrukturierung der Z?nose bei gleichbleibender Prim?rproduktion. Erst etwa zehn Jahre nach Verringerung der Phosphorkonzentration, ab 1990, wurde eine eindeutige Verminderung der Prim?rpoduktion beobachtet. Die Ma?nahmen zur Reduzierung der P-⁠Frachten⁠ konzentrierten sich zun?chst auf die Verbesserung der Abwasserbehandlung. Diese N?hrstoffquelle ist inzwischen weitestgehend ausgeschaltet, weitere Bemühungen konzentrieren sich jetzt auf die Reduzierung der diffusen Quellen.

Bei einem hohen Verbauungsgrad der Ufer kann es auch bei sehr guter Wasserqualit?t zu ?kologischen Defiziten kommen. Ein Beispiel dafür ist m?glicherweise der Bodensee. Hier wurden 59 Prozent der Uferl?nge am Obersee und 43 Prozent der Uferl?nge am Untersee als nicht naturnah eingestuft. Genauere biologische Untersuchungen müssen nun zeigen, ob sich der See trotzdem in einem ??kologisch guten Zustand“ entsprechend den Vorgaben der WRRL befindet.

Ammersee

Ver?nderungen sind dagegen an der Algengemeinschaft erkennbar, die ?hnlich wie im Ammersee in den letzten Jahren wieder vermehrt N?hrstoffarmut anzeigende Arten aufweist.

Der Ammersee, ein potenziell oligotropher See, war in den 60er Jahren stark eutrophiert. Durch umfangreiche Abwasser-Sanierungsma?nahmen sowie die Einführung der Phosphath?chstmengenverordnung wurde er in den 80er Jahre entlastet. Auf Grund seiner geringen Austauschzeit verringerte sich der Gesamtphosphorgehalt im See sehr schnell. Es war, ?hnlich wie in anderen Seen, zun?chst jedoch kaum eine Verringerung der Phytoplanktonbiomasse oder der Chlorophyllkonzentrationen zu beobachten, da der vorhandene Phosphor durch eine Umstrukturierung der Algenz?nose effektiver ausgenutzt wurde. Erst seit ungef?hr Anfang der 90er Jahre war bei weiterer Verringerung der Gesamtphosphorkonzentrationen ein Rückgang der Phytoplanktonbiomasse zu beobachten. Derzeit scheint der See sich noch in einer Stabilisierungsphase zu befinden, die Schwankungen einzelner Parameter von Jahr zu Jahr sind relativ gro? und werden leicht von externen Faktoren (⁠Wetter⁠, Zuflussregime) beeinflusst. Der Ammersee wird jetzt wieder als mesotroph eingestuft, der ursprünglich oligotrophe Zustand wird sich jedoch schon allein auf Grund der N?hrstoffbelastung aus der Luft nicht wieder herstellen lassen. Die Ufer des Ammersees sind in weiten Bereichen stark beeintr?chtigt.

Chiemsee

Die Eutrophierung des Chiemsees, die aus dem ursprünglich oligotrophen See ein eutrophes Gew?sser gemacht hatte, konnte durch Abwasserfernhaltung gestoppt werden. Aufgrund der geringen Austauschrate wirkte sich die Verringerung der Phosphorfrachten schon recht schnell auf den Stoffumsatz im See aus. Anders als zum beispiel im Ammersee verringerte sich die Phytoplanktonbiomasse relativ schnell, die Phytoplanktonz?nose hat sich jedoch noch nicht in Richtung N?hrstoffarmut zeigender Arten umstrukturiert. Der See wird heute als mesotroph eingestuft. Die Ufer des Chiemsees sind durch intensive Besiedlung und touristische Nutzung gepr?gt. Nur noch wenige Bereiche sind naturbelassen. Die Schilfbest?nde zeigen einen starken Rückgang.

Starnberger See

Der Starnberger See konnte Anfang des Jahrhunderts noch als oligotroph gelten, wurde in der Nachkriegszeit dann aber innerhalb von etwa zehn Jahren durch Abwassereinleitung eutrophiert. Der wegen seiner langen Wasseraufenthaltszeit empfindliche See war jetzt schwach eutroph. Die in den 70er Jahren in zwei Stufen errichtete Ringkanalisation brachte eine N?hrstoffentlastung. Weitere Bemühungen richten sich auf die Verminderung des Eintrags aus der Landwirtschaft durch Extensivierung. Eine Verringerung der seeinternen Phosphorkonzentrationen wurde wegen der langen Aufenthaltszeit erst etwa Mitte der 80er Jahre deutlich. Die Auswirkung auf die Planktonproduktion ist nicht ganz eindeutig: zwar zeigte sich mit abnehmenden Phosphorkonzentrationen eine Verringerung des hypolimnischen Sauerstoffdefizits und damit vermutlich auch der Prim?rproduktion, an den Sichttiefen oder den Chlorophyllkonzentrationen ist aber seit 1983 keine Verringerung der Produktion ablesbar.

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Mittelgebirge

Die ?koregion der Mittelgebirge schlie?t sich n?rdlich an das Alpenvorland an. Aufgrund der Geologie (vorherrschen von Granit, Gneis, Buntsandstein oder Schiefer) sind dies Mittelgebirgsseen meist kalkarm und leicht sauer. Die Anzahl natürlicher Seen mit einer Mindestgr??e von 50 ha ist im Mittelgebirge sehr gering und die Mehrzahl der Standgew?sser dieser Gr??e ist künstlich (Talsperren und Speicherbecken). Auf Grund der überwiegend durch Wald gepr?gten Einzugsgebiete ist für die Seen auf Festgestein eine potentielle N?hrstoffarmut anzunehmen.

Laacher See

Morphometrie, Hydrologie und Nahrungsketten des Laacher Sees (Rheinland-Pfalz) wurden schon früh massiv vom Menschen beeinflusst. Trotzdem konnte der See, der durch seine Seebeckengestalt und sein kleines ⁠Einzugsgebiet⁠ günstige Voraussetzungen für eine geringe Produktivit?t besitzt, noch Anfang des 20. Jahrhunderts als oligotroph gelten. Fortgesetzte Abwassereinleitung bei geringer Wasseraustauschzeit führte jedoch schlie?lich zur ⁠Eutrophierung⁠ mit Sauerstoffschwund im Hypolimnion mit Schwefelwasserstoffbildung, verringerten Sichttiefen mit verkürzter Dauer des Klarwasserstadiums sowie Dominanz der Burgunderblutalge und Massenentwicklungen von Fadenalgen im Uferbereich. Obwohl die Eintr?ge aus Abwasser seit etwa drei Jahrzehnten eingestellt sind, scheint der produktive Zustand des Sees instabil zu bleiben. Als Ursachen werden neben den Eintr?gen aus der Landwirtschaft die St?rung der Nahrungskette durch intensive Fischbewirtschaftung sowie m?glicherweise eine Phosphorrückl?sung aus dem Sediment angesehen. Die Beeintr?chtigung der Uferzonen durch Besucherstr?me wirkt sich ebenfalls negativ aus.

Unterbacher See

Der Unterbacher See (Nordrhein-Westfalen) ist ein etwa 75 Jahre alter polymiktischer Auskiesungssee, der nach seiner Entstehung stark vom Grundwasser durchstr?mt wurde. Der Stoffumsatz im See wird von submersen Makrophyten (teilweise seltenen Arten) dominiert, Plankton spielt eine untergeordnete Rolle, R?hricht ist kaum vorhanden. Der See ist einer intensiven Erholungsnutzung unterworfen. Ende der 80er Jahre sanken die Phosphorkonzentrationen im Freiwassers pl?tzlich ab, die Lebensgemeinschaften der Unterwasserpflanzen strukturierten sich in Richtung n?hrstoff?rmere Verh?ltnisse zeigende Arten um, die eine noch gr??ere Fl?che des Seebodens besiedelten. Der aktuelle Trophiezustand des Unterbacher Sees ist mesotroph und entspricht seinem Referenzzustand.

Die Seentypen 5-9 geh?ren zu den Typen des Mittelgebirges. Dort herrscht generell ein Calciumgehalt gr??er oder gleich 15 und ein Volumenquotient von 1,5
Typen des Mittelgebirges
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als Excel-Datei
 

Norddeutsches Tiefland

Diese Region schlie?t sich n?rdlich an die Mittelgebirge an und erstreckt sich bis zur Nord- und Ostsee. Auf Grund der unterschiedlichen geologischen Verh?ltnisse kommen kalkarme wie auch kalkreiche Seen vor, wobei die meisten flach sind. Im Vergleich zu den beiden anderen ?koregionen sind die Seen des Norddeutschen Tiefland potentiell n?hrstoffreich.

Arendsee

Der Arendsee (Sachsen-Anhalt) wurde nach dem zweiten Weltkrieg durch fortgesetzte Abwassereinleitung eutrophiert. Obwohl schon in den 50er Jahren das Phytoplankton von Blaualgen dominiert war, kam es durch das günstige Verh?ltnis von Hypolimnion- zu Epilimnion-Volumen erst Ende der 60er zum Sauerstoffschwund im Tiefenwasser. Obwohl seit 1970 kein Abwasser mehr in den Arendsee gelangt, hat sich der trophische Zustand des Sees bisher nicht ge?ndert. Die Umsatzprozesse im Arendsee, der mit über 100 Jahren eine extrem lange Austauschzeit besitzt, sind durch interne Prozesse, insbesondere Phosphorrückl?sung aus dem Sediment, gepr?gt. Es wurde daher versucht, die Verringerung der Produktivit?t durch seeinterne Ma?nahmen zu beschleunigen. Aber weder die seit 1976 installierte Tiefenwasserableitung noch die 1995 durchgeführte Seekreideaufspülung zeigten einen Erfolg. Der Arendsee muss heute als eutroph eingestuft werden. Fischereilich bedingte St?rungen der Nahrungskette (überbesatz mit der zooplanktonfressenden Kleinen Mar?ne) verst?rken die Probleme. Die auf Grund der steil abfallenden Ufer nur schmale R?hrichtzone ist durch Erholungsnutzung (Bootsstege, Badestellen, Uferwanderweg) beeintr?chtigt.

Stechlinsee

Der Stechlinsee ist ein relativ tiefer, dimiktischer, ursprünglich rein Grundwasser gespeister See. Trotz frühzeitiger anthropogener Eingriffe in den Wasserhaushalt konnte der See seinen oligotrophen Zustand mit sommerlichen Sichttiefen um 9 m und hypolimnischen Sauerstoffkonzentrationen, die stets über 6 mg O2/l lagen, bewahren. Die Einleitung von vergleichsweise n?hrstoffhaltigem Kühlwasser ab 1966 führte jedoch zu Ver?nderungen sowohl in den Makrophyten- als auch in den Phytoplanktongemeinschaften und zu einer Erh?hung der Produktivit?t und ⁠Biomasse⁠, die auch an der Zunahme der Benthosbesiedlung deutlich wurde. Die Phosphorkonzentrationen im See ?nderten sich zun?chst nicht auff?llig und blieben im oligotrophen Bereich. Nach mehreren Jahrzehnten der Kühlwassereinleitung wurde jedoch auch an den Phosphorkonzentrationen im Tiefenwasser sichtbar, dass zumindest in den tiefsten Bereichen inzwischen zeitweilig eine deutliche P-Rückl?sung stattfindet. Obwohl die Kühlwassereinleitung inzwischen seit über zehn Jahren eingestellt ist, lie? die exponentielle Zunahme dieser P-⁠Akkumulation⁠ zun?chst eine rasante ⁠Eutrophierung⁠ befürchten. Inzwischen scheint sich jedoch ein neues, wenn auch noch labiles Gleichgewicht eingestellt zu haben.

Sacrower See

Der Sacrower See (Brandenburg) ist ein dimiktischer, überwiegend grundwassergespeister See, der durch sein in Nord-Süd-Richtung ausgerichtetes rinnenf?rmiges Becken ein günstiges Hypo- zu Epilimnion-Verh?ltnis und eine sehr stabile ⁠Schichtung⁠ mit in manchen Jahren nicht vollst?ndiger Durchmischung aufweist. Sp?testens Anfang der 70er Jahre wurden deutliche Eutrophierungserscheinungen sichtbar, die durch Zustrom aus der hoch eutrophen Havel, dem ebenfalls hoch eutrophen Gro? Glienicker See sowie aus diffusen Quellen (umliegende Felder, Sickergruben der nahegelegenen Gemeinden) verursacht wurden. Ende der 70er Jahre war im Sommer das gesamte Hypolimnion des Sacrower Sees nahezu sauerstofffrei. Der See war fast ganzj?hrig von Blaualgen dominiert, im Zooplankton herrschten kleine Formen vor, was vermutlich durch ein übergewicht von zooplanktonfressenden Fischarten begünstigt wurde. über weite Zeitr?ume herrschte vermutlich Stickstofflimitierung. Die Sanierung des Gro? Glienicker Sees und die weitgehende Schlie?ung der Verbindung zur ebenfalls n?hrstoffreichen Havel sowie nach der politischen Wende die Einführung phosphatfreier Waschmittel und die Umstrukturierung der Landwirtschaft führten zu einer deutlichen Reduzierung der externen ⁠Frachten⁠ und inzwischen zu einer Verminderung der epilimnischen Phosphorkonzentrationen, die jedoch noch immer im hoch eutrophen Bereich liegen. Eine von 1991 bis 1997 betriebene Tiefenwasserbelüftung brachte keine Verringerung der hypolimnischen Phosphorkonzentrationen. Das Planktonwachstum ist noch immer in weiten Phasen stickstofflimitiert. Der potenziell mesotrophe Sacrower See wird heute als hoch eutroph eingestuft.

Scharmützelsee

Der relativ n?hrstoffreiche Zustand des Scharmützelsees (Brandenburg) l?sst sich insbesondere auf die Intensivierung der Landwirtschaft, den Einsatz phosphathaltiger Waschmittel, unzureichende Abwasseraufbereitung und Fischintensivhaltungen in den 1970er Jahren zurückführen. Die verbesserte Abwasserbehandlung in den letzten Jahren hat bereits zu einer deutlichen Reduzierung der Phosphorkonzentrationen geführt, die Eintr?ge über die Kl?ranlagenabl?ufe stellen aber noch Belastungen für den Gew?sserhaushalt dar. Für die Vegetationsperioden 1993 - 1997 deutete sich im Vergleich zu 1992 aufgrund einer Abnahme der mittleren Chlorophyll a-Konzentration bzw. einer Zunahme der mittleren Sichttiefe eine Trophieverbesserung - bei ann?hernd konstantem Phosphorniveau - an. Die Klassifikation des Istzustandes der Trophie ergab für das Jahr 1996 dennoch einen Trophiebereich von hoch eutroph bei einem mesotrophen Referenzzustand. Seit 1999 zeigen die Chlorophyll a-Konzentrationen erneut eine rückl?ufige Entwicklung verbunden mit einer deutlichen Zunahme der Sichtiefe. Dies führte zu einer Verminderung der Trophie um 1 Stufe, so dass sich der Scharmützelsee im Jahr 2000 in einem schwach eutrophen Zustand befand. Diese Entwicklung setzte sich jedoch in den Folgejahren nicht fort.

Gro?er Müggelsee

Als seenartige Erweiterung der Spree ist der Gro?e Müggelsee (Berlin) ein stark durchflossener polymiktischer Flachsee. Der Stoffhaushalt wird zum einen durch die Frachten der Spree, zum anderen durch Umsatzprozesse am Sediment bestimmt. Hohe Phosphor- und Stickstofffrachten verursachten in den 60er Jahren eine Eutrophierung, die zu einer starken Abnahme der Sichttiefe mit kaum noch vorhandenem Klarwasserstadium und Blaualgendominanz von Mai bis Oktober führte. Die Unterwasservegetation verschwand fast v?llig. Die Halbierung der Frachten führte ab 1990 zu deutlichen Ver?nderungen im See, wenn auch die Freisetzung von Phosphor aus dem Sediment durch die Verringerung der Nitratfrachten gef?rdert wurde, so dass bisher keine entsprechende Verringerung der seeinternen Phosphorkonzentrationen zu beobachten ist. Im Phytoplankton werden die Blaualgen jetzt immer mehr zurückgedr?ngt, das Klarwasserstadium ist ausgepr?gter und dauert l?nger an. Submerse Makrophyten besiedeln wieder eine wenn auch noch geringe Fl?che des Seebodens. Die weitere Ausbreitung der Makrophyten wird derzeit durch Fra? von Wasserv?geln und Fischen behindert. Ob der See ohne weitere Ma?nahmen in den makrophytendominierten Klarwasserzustand eines mesotrophen Flachsees zurückkehren wird, muss abgewartet werden.

Müritz

Die Müritz ist in weiten Teilen ein polymiktischer Flachsee, in den bereits seit über hundert Jahren Abw?sser eingeleitet wurden. Die Belastung aus der Landwirtschaft, aus Fischmast und durch ungünstige fischereiliche Bewirtschaftung führten zum H?hepunkt der N?hrstoffbelastung Ende der 60er Jahre zu Blaualgenblüten, Schwefelwasserstoff im Hypolimnion des geschichteten Seeteils (Binnenmüritz), einer Verarmung der Benthosz?nose und vermutlich der Verdr?ngung der Characeen in weiten Bereichen des Seebodens. In der Au?enmüritz blieben die Phytoplanktonbiomassen jedoch, vermutlich wegen der immer noch recht ausgedehnten Makrophytenbest?nde, relativ gering. Die Abwassersanierung begann 1970, Verbesserungen waren zun?chst jedoch nicht sichtbar. Zumindest seit Mitte der 90er Jahre ist jedoch eine deutliche Verbesserung der Sichttiefen, eine Verl?ngerung des Klarwasserstadiums und zumindest in der Au?enmüritz eine Verringerung der Gesamtphosphorkonzentrationen zu beobachten. In der Binnenmüritz ist zwar keine eindeutige Verringerung der Phosphorkonzentrationen zu beobachten. Es gibt jedoch Hinweise auf eine Verringerung der Prim?rproduktion und eine verminderte P-Rückl?sung im Hypolimnion. Die starken Schwankungen bei den meisten Parametern und die von Jahr zu Jahr sehr unterschiedlichen Phyto- und Zooplanktonsukzessionen deuten darauf hin, dass sich der See in einem instabilen übergangszustand befindet.

Kummerower See

Der Kummerower See ist ein relativ stark durchstr?mter polymiktischer Flachsee, dessen aktueller eutropher Trophiezustand nach Beendigung der jahrzehntelangen Einleitungen der nur mechanisch gereinigten Abw?sser der Stadt und der Industrie Malchins dem auf Grund seines gro?en Einzugsgebiets natürlicherweise zu erwartendem Trophieniveau entspricht. ?ltere Untersuchungen, in denen das Vorkommen der sp?ter verschwundenen, Sauerstoff liebenden Kleinen Mar?ne und von ebenfalls eutrophierungsanf?lligen Armleuchteralgen erw?hnt wird, sowie pal?olimnologische Untersuchungen zeigen jedoch, dass der heutige Zustand vom früheren stark abweicht. Die heute sehr hohen Gesamtphosphorkonzentrationen, die durch kurze sommerliche Stagnationsphasen mit anschlie?ender Durchmischung und Aufwirbelung von rückgel?stem Phosphor begünstigt werden, werden jedoch vom Phytoplankton, das aus Diatomeen sowie einer sommerlichen Blaualgenblüte besteht, nicht sehr effektiv ausgenutzt. Die Chlorophyllkonzentrationen im Kummerower See bleiben vergleichsweise niedrig, die Sichttiefen vergleichsweise hoch. Die hohen Zooplanktondichten k?nnten die Ursache sein.

Plauer See

Der Plauer See ist ein gut gepufferter dimiktischer See, der sp?testens in den 70er Jahren deutliche Eutrophierungserscheinungen zeigte. Durch das Fehlen ?lterer Untersuchungen kann keine eindeutige Aussage über seine jüngere Entwicklung gemacht werden. Die aktuellen Untersuchungen scheinen aber aufgrund der Sichttiefen und der Phytoplanktonzusammensetzung eine Verbesserung anzuzeigen. Das Phytoplanktonwachstum ist zeitweilig stickstofflimitiert. Der Phosphor wird daher nicht sehr effektiv in Phytoplanktonbiomasse umgesetzt, so dass die Chlorophyllkonzentrationen vergleichsweise niedrig bleiben. Das instabile Planktonmuster k?nnte darauf hinweisen, dass sich der Plauer See, ?hnlich wie die Müritz, in einem übergangsstadium zum mesotrophen Zustand befindet.

Schweriner See

Der Schweriner See, der viertgr??te See Deutschlands, ist ein jetzt wieder schwach eutropher stabil geschichteter See, dessen potenzieller Trophiezustand aufgrund seines verh?ltnism??ig kleinen Hypolimnionvolumens und der n?hrstoffreichen B?den im ⁠Einzugsgebiet⁠ mesotroph w?re. Durch einen Damm ist der See in zwei Becken getrennt, das steilwandigere des Innensees, in den die Abw?sser der Stadt Schwerin eingeleitet wurden, und das in weiten Teilen flachere des Au?ensees, das die Auswirkungen der Eutrophierung zeitverz?gert und leicht abgemildert zeigte. Die Eutrophierungserscheinungen des Sees, der in der Hochphasen Phosphorkonzentrationen im Milligrammbereich aufwies, umfassten neben akuten Sauerstoffproblemen mit Schwefelwasserstoffbildung im Tiefenwasser das regelm??ige Auftreten von Blaualgenblüten, das Aussterben sauerstoffliebender Fische, teilweise akute Fischsterben und das Auftreten von f?digen Grünalgen im Uferbereich. Vermutlich ist die Eutrophierung auch am R?hrichtsterben der 70er Jahre beteiligt. Erstaunlicherweise schien jedoch auch im Stadium der Hocheutrophierung stets ein Klarwasserstadium mit mehreren Metern Sichttiefe aufzutreten, das im Frühsommer meist mehrere Wochen anhielt. Seit Sanierung der Abwassereinleitung zu Beginn der 90er Jahre sind die Phosphorkonzentrationen kontinuierlich zurückgegangen. Als Grund für die relativ geringen Chlorophyllwerte und Phytoplanktonbiomassen bei hohen Sichttiefen kann eine effektive Kontrolle des Phytoplanktonwachstums durch das Zooplankton angenommen werden. Insgesamt ist der Zustand des Schweriner Sees sehr instabil und stark abh?ngig vom ⁠Wetter⁠ des jeweiligen Jahres.

Dobersdorfer See

Der Dobersdorfer See (Schleswig-Holstein) ist ein polymiktischer Flachsee von potenziell mesotrophem Zustand. Durch sein relativ kleines Einzugsgebiet besitzt er zwar gute Voraussetzungen für geringe Stoffeintr?ge, sein Mischungsregime – kurzfristige Schichtungsphasen mit Sauerstoffschwund im Tiefenwasser und P-Rückl?sung gefolgt von anschlie?ender Durchmischung – bewirkt jedoch eine sehr intensive Ausnutzung der N?hrstoffe unter eutrophen Bedingungen. So konnten die Phosphor- und Stickstofffrachten durch umfangreiche Sanierungsma?nahmen zwar halbiert und die Konzentrationen im See deutlich reduziert werden, eine Verringerung der Prim?rproduktion wird jedoch auch nach zwanzig Jahren noch nicht sichtbar. W?hrend in vielen anderen Seen mit günstigeren Voraussetzungen beobachtet wurde, dass trotz einer deutlichen Verringerung der P-Konzentrationen im See zwar die Prim?rproduktion zun?chst gleich blieb, sich aber die Struktur der Phytoplanktonz?nose ?nderte, blieb im Dobersdorfer See das jahreszeitliche Muster der Planktonsukzession relativ stabil. Da die Gesamtphosphorwerte immer noch recht hoch liegen, werden jetzt Ma?nahmen zur Reduzierung der Eintr?ge aus der Landwirtschaft ergriffen.

Gro?er Pl?ner See

Der Gro?e Pl?ner See (Schleswig-Holstein) ist ein gut gepufferter, stabil geschichteter, tiefer See mit für seine Gr??e geringer Retentionszeit. Abwassereinleitung führte vermutlich bereits in den 60er Jahren zu einer Eutrophierung, die wahrscheinlich in den 70er Jahren ihren H?hepunkt erreichte. ?ltere Untersuchungen deuten darauf hin, dass der See sich bereits in einem übergang von einem schwach eutrophen, Diatomeen dominierten Gew?sser zu einem hoch eutrophen Blaualgen dominierten See befand. Die Abwassereinleitungen sind heute jedoch weitestgehend saniert. Der Zustand des Sees scheint sich auf einem schwach eutrophen, stabilen Niveau mit Diatomeen-Dominanz und ausgepr?gtem Klarwasserstadium stabilisiert zu haben. Da sein potenziell natürlicher Zustand jedoch oligotroph w?re, wird angestrebt, die Produktivit?t auf den mesotrophen Zustand zu verringern. Hierzu werden Ma?nahmen zur Verringerung der Eintr?ge aus der Landwirtschaft vorgeschlagen, die jetzt den Hauptanteil an den N?hrstofffrachten haben. Die Ufer des Sees sind auf Grund seiner Gr??e und durch wiederholte Wasserspiegelver?nderungen durch Erosionsvorg?nge gepr?gt, die in weiten Bereichen durch das Verschwinden der R?hrichtbest?nde verst?rkt werden. Die Ursachen für den drastischen R?hrichtrückgang sind ungekl?rt.

Steinhuder Meer

Das Steinhuder Meer ist ein polymiktischer Flachsee, der durch seine extrem geringe Wassertiefe Besonderheiten aufweist. Schon vor der anthropogenen Eutrophierung im 20. Jahrhundert waren seine Sedimente durch Wind und Wellen einer starken Dynamik ausgesetzt. Bis dahin fand jedoch am windgeschützten, makrophytenbewachsenen Westteil des Sees eine Konsolidierung der Sedimente statt, so dass sich die Trübung des Sees durch die Treibmudden vermutlich in Grenzen gehalten hat. Die diffuse Belastung führte bereits Anfang 60er Jahre zu einer Eutrophierung und zum übergang in den planktondominierten, makrophytenfreien Zustand. Da sich dieser Zustand durch die vermehrte Aufwirbelung des Sediments im Steinhuder Meer noch zus?tzlich verst?rkte, blieb er über Jahrzehnte stabil. Im Mai 1999 begann mit der pl?tzlichen Umstrukturierung der Planktonz?nose, der Ausbildung eines Klarwasserstadiums, dem Wiederauftauchen von submersen Makrophyten, der drastischen Verringerung der Phosphor- und Stickstoffkonzentrationen und der Oxidation der stark reduzierten Sedimente ein Umschlagen in den makrophytendominierten Zustand. Ob der makrophytendominierte Zustand des Steinhuder Meers sich stabilisieren kann, muss sich in den n?chsten Jahren erweisen. Da die Makrophyten durch die starken Erosionsprozesse nicht den gesamten See besiedeln k?nnen, ist ein stabiler Klarwasserzustand schwerer zu erreichen als in einem tieferen See. Die Ufer des Steinhuder Meers sind in weiten Bereichen durch Freizeitnutzung stark gesch?digt.

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Literaturhinweise

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    Gew?ssergüteatlas der Bundesrepublik Deutschland – Gew?sserstruktur in der Bundesrepublik Deutschland 2001. Hannover 2002.

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    Tagebaurestseen – Anforderungen an die Wasserqualit?t. Schwerin, 2001
    Gew?ssergüteatlas der Bundesrepublik Deutschland - Biologische Gew?ssergütekarte 1995. Berlin 1996.

    Gew?ssergüteatlas der Bundesrepublik Deutschland - Biologische Gew?ssergütekarte 2000. Hannover 2002.

    Beurteilung der Wasserbeschaffenheit von Flie?gew?ssern in der Bundesrepublik Deutschland - Chemische Gew?ssergüteklassifikation.

    Alle Texte und Karten sind zu beziehen beim: Kulturbuchverlag Berlin GmbH, Sprosserweg 3, 12351 Berlin.

  • LfU (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg)

    Handbuch Wasser 2, Band 15: übersichtskartierung des morphologischen Zustands der Flie?gew?sser in Baden-Württemberg 1992/93. Karlsruhe 1994. Zu beziehen beim: Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LfU), Referat 15/ Informationsdienste, Ver?ffentlichungen, Griesbachstr. 1, 76185 Karlsruhe.

  • Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein

    Faunistisch-?kologische Bewertung der Flie?gew?sser in Schleswig-Holstein, Stand 1998. Flintbek 1998. Zu beziehen beim: Landesamt für Natur und Umwelt des Landes Schleswig-Holstein.

  • Ministerium für Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz

    Aktion Blau, Gew?sserentwicklung in Rheinland-Pfalz - Bilanz und Ausblick 1999, Mainz 1999

  • Landesumweltamt Brandenburg

    Umweltdaten 2000 aus Brandenburg. Potsdam, 2001

  • NL? (Nieders?chsisches Landesamt für ?kologie)

    Gew?ssergütebericht 2000. Oberirdische Gew?sser 13/2001, Hildesheim, 2001.

  • TLUG (Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie)

    Schriftenreihe der TLUG Nr. 56 – Gew?sserstrukturkarte 2001 – Karte und Begleitheft. Jena, 2001.

  • Briem, E., (Hrsg. ATV-DVWK)

    Gew?sserlandschaften der Bundesrepublik Deutschland. Arbeitsbericht. Hennef 2003. Zum Preis von 98 € zu beziehen über die ATV-DVWK-Hauptgesch?ftsstelle, Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef.

    Formen und Strukturen der Flie?gew?sser - Ein Handbuch der morphologischen Flie?gew?sserkunde. Arbeitsbericht. Hennef 2002. Zum Preis von 40,50 € zu beziehen über die ATV-DVWK-Hauptgesch?ftsstelle, Theodor-Heuss-Allee 17, 53773 Hennef.

  • Hessisches Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten

    Gew?sserstrukturgüte in Hessen 1999. Wiesbaden, 2000.

  • LUA NRW (Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen)

    Gew?sserstrukturgüte in Nordrhein-Westfalen, Anleitung für die Kartierung mittelgro?er bis gro?er Flie?gew?sser, Merkblatt Nr. 26; Hrsg.: Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen, Essen, 2001.

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 Seen  Zustand  Oberfl?chengew?sser