Daten zur Trinkwasserqualit?t

Die EG-Trinkwasserrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten, der EU-Kommission alle drei Jahre über die Trinkwasserbeschaffenheit zu berichten. Der jüngste Bericht von BMG und UBA an die EU-Kommission berücksichtigt die Jahre 2008 bis 2010. Die Qualit?t des Trinkwassers ist exzellent - über 99 Prozent der Proben h?lt Grenzwerte ein.

Im Jahr 2010 wurden 70,16 Millionen Personen mit 4.212,79 Millionen Kubikmetern Trinkwasser (aus zentralen Anlagen) in 2.283 Wasserversorgungsgebieten (WVG) versorgt. Das sind 85,8 Prozent der Bev?lkerung Deutschlands. Hierbei werden Wasserversorgungsanlagen (WVA) berücksichtigt, die mehr als 1.000 Kubikmeter pro Tag abgeben oder mehr als 5.000 Personen versorgen.

Herkunft des Trinkwassers

Das Rohwasser für die Aufbereitung des in diesen Gebieten abgegebenen Trinkwassers kommt zu 73,8 Prozent aus Grundwasser. Zu 14,5 Prozent stammt es aus Oberfl?chenwasser, zu 5,5 Prozent aus Uferfiltrat, zu 6,2 Prozent aus künstlich angereichertem Grundwasser und zu 0,03 Prozent aus sonstigen Ressourcen.

Qualit?t des Trinkwassers

Das Trinkwasser aus beziehungsweise in den oben genannten berichtspflichtigen gro?en Wasserversorgungsanlagen und -gebieten besitzt eine gute bis sehr gute Qualit?t. Die bei der überwachung nach Trinkwasserverordnung durchgeführten Messungen belegen, dass bei den meisten mikrobiologischen und chemischen Qualit?tsparametern zu über 99 Prozent die Anforderungen eingehalten und die Grenzwerte nicht überschritten werden. Grenzwertüberschreitungen in über einem bis drei Prozent der Messungen beschr?nken sich in Ausnahmef?llen auf einzelne Wirkstoffe des Parameters ?Pestizide – einzeln“. Beim Parameter ?coliforme Bakterien“ ist der Grenzwert zum Beispiel im Berichtsjahr 2008 in 3,4 Prozent der im Wasserwerk und Rohrnetz genommenen Proben überschritten, w?hrend am ?Wasserhahn“ beim Verbraucher über 99,3 Prozent aller Proben hinsichtlich coliformer Bakterien nicht zu beanstanden sind. Das Auftreten coliformer Bakterien im Trinkwasser ist nicht immer als direkte Gesundheitsgefahr zu sehen. Es zeigt oft eine allgemeine Verschlechterung der Wasserqualit?t an und damit die Notwendigkeit, das Wasser als vorbeugende Ma?nahme zum Schutz der Gesundheit der Bev?lkerung weiter zu untersuchen. Es handelt sich oft um sporadische überschreitungen, die bei weiterer Untersuchung nicht best?tigt werden (vgl. auch Tab. A3-1 und A3-2).

Nitrat

Beim Parameter Nitrat setzt sich in diesem Berichtszeitraum wie in den Jahren davor der Rückgang der Grenzwertüberschreitungen weiter fort: von 1,1 Prozent im Jahr 1999, 0,13 Prozent im Jahr 2004 und 0,08 Prozent im Jahr 2007 auf nahezu null Prozent im Berichtsjahr 2010. Diese Abnahme an überschreitungen erlaubt keinen unmittelbaren Rückschluss darüber, dass auch der Nitratgehalt der Rohw?sser im gleichen Zeitraum in diesem Ma?e zurückgegangen ist oder tats?chlich abgenommen hat. Die Einhaltung des Nitratgrenzwertes im Trinkwasser kann auch auf weiterreichende Aufbereitungsma?nahmen zur Nitrateliminierung in den gro?en, berichtspflichtigen Wasserversorgungen zurückzuführen sein.

Blei und andere Schwermetalle

Grenzwertüberschreitungen beim Parameter Blei werden haupts?chlich am Wasserhahn der Endverbraucherinnen und -verbraucher nachgewiesen und sind ein Indiz für noch vorhandene Bleileitungen in der Trinkwasser-Installation. Auch Armaturen, die nicht die allgemein anerkannten Regeln der Technik erfüllen, k?nnen die Ursache sein. Weitere Informationen zu ?Blei und Trinkwasser“ finden Sie beim Deutschen Verein des Gas und Wasserfaches? und in einer UBA-Presseinformation.

Ein Nichtbeachten allgemein anerkannter Regeln der Technik ist meist auch Ursache für nicht eingehaltene Parameterwerte für Kupfer, Nickel und Cadmium: Wenn beispielsweise ohne Hinzuziehung eines Installateurfachbetriebs auch Armaturen, die für den Kontakt mit Trinkwasser nicht geeignet sind, durch die Nutzerinnen und Nutzer selbst eingebaut werden. Weitere Informationen zum Thema Trinkwasser-Installation finden Sie in der UBA-Broschüre ?Trink was – Trinkwasser aus dem Hahn – Gesundheitliche Aspekte der Trinkwasser-Installation“.

Wer gibt Auskunft?

über die im Bericht an die EU-Kommission zusammengefassten Informationen hinaus k?nnen sich Verbraucherinnen und Verbraucher beim zust?ndigen Gesundheitsamt oder dem Wasserversorgungsunternehmen über das Trinkwassers informieren. Nach Paragraf 21 Absatz 1 TrinkwV 2001 ist der Wasserversorger (unabh?ngig von der Gr??e der Wasserversorgungsanlage) verpflichtet, die Verbraucherinnen und Verbraucher mit geeignetem und aktuellem Informationsmaterial über die Qualit?t des von ihm zur Verfügung gestellten Trinkwassers zu informieren. Viele Wasserversorgungsunternehmen stellen die aktuellen Analysedaten und weitere Informationen zum Trinkwasser auch im Internet zur Verfügung.

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 Trinkwasser  Trinkwasserqualit?t  Nitrat  Blei  Schwermetall