Wasseranalytik

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Die Wasserproben werden im UBA auf Schadstoffe untersucht.
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Das UBA-Labor für Wasseranalytik beteiligt sich daran, Vorgaben zur überwachung der Qualit?t von Oberfl?chengew?ssern zu erarbeiten. Schwerpunkte sind die Analyse organischer Schadstoffe, die Harmonisierung von Untersuchungsverfahren sowie die Qualit?tssicherung für überwachungsergebnisse.

Inhaltsverzeichnis

 

Trends der Gew?sserbelastung analysieren

Im Labor für Wasseranalytik untersucht das ⁠UBA⁠ die zeitliche und r?umliche Ausbreitung von bisher wenig untersuchten Schadstoffen in Gew?ssern und kooperiert dabei besonders mit der Umweltprobenbank.

Aktuell werden Weichmacher untersucht, die in zahlreichen Kunststoffprodukten, Farben und Lacken eingesetzt werden und in die Umwelt eingetragen werden k?nnen. Einige Weichmacher wirken sch?dlich auf den Menschen und die Umwelt. UBA-Untersuchungen mit Schwebstoffproben aus den deutschen Flussgebieten von Rhein, Saar, Elbe und Donau im Zeitraum von 2005 bis 2017 zeigen für den früher wichtigsten Weichmacher DEHP einen Konzentrationsrückgang um bis zu 75 %. Die Gehalte von ausgew?hlten Ersatzstoffen für DEHP in Flüssen sind dagegen zwischen 2005 und 2017 deutlich angestiegen. Die h?chsten Konzentrationsniveaus wurden in der Saar und in der Elbe (Prossen) ermittelt.

Der UVB-Filter EHMC (2-Ethylhexyl-4-metoxycinnamat) war Teil der ersten Beobachtungsliste der ⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠. EHMC ist global einer der am h?ufigsten eingesetzten Sonnenschutzfilter, gilt als potentiell besorgniserregend und wird daher unter der EU-Chemikalienverordnung ⁠REACH⁠ überprüft. Das wasseranalytische Labor hat die EHMC-Konzentrationen in Schwebstoffen aus deutschen Flussgebieten zwischen 2005 und 2017 untersucht: Die EHMC Konzentrationen sind rückl?ufig und liegen deutlich unter der Konzentration, bei der eine negative Auswirkung auf die Umwelt noch nicht zu erwarten ist (⁠PNEC⁠, predicted no effect concentration).?

 

überwachung von Stoffen in Gew?ssern weiterentwickeln

Für die überwachung von Chemikalien in Gew?ssern existiert eine Vielzahl standardisierter nationaler und internationaler Analyseverfahren. Trotzdem gibt es nicht für alle Stoffe ein geeignetes Verfahren, das eine zuverl?ssige Untersuchung von sehr niedrigen Konzentrationen im Gew?sser erlaubt.

Das ⁠UBA⁠ f?rdert daher die Harmonisierung und Weiterentwicklung von Analyseverfahren in nationalen und europ?ischen Arbeitsgruppen. Wir engagieren uns im europ?ischen Netzwerk NORMAN, initiieren den Austausch von Laboratorien zu Fragen der Analytik (zum Beispiel zu ?strogenen). Innerhalb des DIN Normenausschusses Wasserwesen (NAW) arbeitet das UBA an der Standardisierung neuer Analyseverfahren für die Gew?sserüberwachung mit.

In Forschungsprojekten des Ressortforschungsplans werden neue Methoden zur Gew?sserüberwachung erprobt. Zusammen mit dem Fraunhofer IME wurden Empfehlungen zur Umsetzung der ⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠ für das Stoffmonitoring in Fischen entwickelt.? In den Jahren 2016/17 wurden in ausgew?hlten Gew?ssern (Weser, Elbe, Unterhavel, Mosel, Oderhaff und Starnberger See) jeweils drei Fischarten unterschiedlicher L?nge beprobt und Filet- und Restfischproben auf priorit?re Stoffe untersucht. Mit diesen Ergebnissen wurden Faktoren für die Umrechnung von Stoffkonzentrationen in Filet- zu Ganzfischproben und Empfehlungen abgeleitet, wie geeignete Fischproben gewonnen und die Stoffkonzentrationen ausgewertet werden k?nnen.

Mit der Bundesanstalt für Gew?sserkunde hat das UBA die Wasserprobenahme mit Passivsammlern untersucht, um Konzentrationen von Chemikalien in Gew?ssern integrativ zu erfassen. Mit der Methode lassen sich auch Stoffe nachweisen, die wegen ihrer niedrigen oder stark schwankenden Konzentrationen im Wasser schwer zu bestimmen w?ren. In Kombination mit Biotests k?nnen mit diesem innovativen Ansatz komplexe Stoffmischungen in Gew?ssern überwachen werden.

 

Qualit?tssicherung der Gew?sserüberwachung unterstützen

Die Qualit?tssicherungsstelle am ⁠UBA⁠ ber?t die Küstenl?nder und den Bund bei der überwachung der Nord- und Ostsee. Sie f?rdert den Austausch zwischen den Laboren, organisiert Vergleichsuntersuchungen und Workshops und unterstützt die Labore bei Aufbau und Betrieb von Qualit?tsmanagementsystemen. Zusammen mit den Fachleuten der L?nder werden Anforderungen an die Beurteilung der überwachungsergebnisse, an Analyseverfahren sowie geeignete Hilfsmittel?und Konzepte zur Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen der Meeresstrategierahmenrichtlinie entwickelt.

?Aktuelle Zeitschriftenartikel

Heinz Rüdel et al. (2020). A field study in support of the monitoring of priority substances in German freshwater fish: derivation of fillet-to-whole fish conversion factors

Regine Nagorka et al. (2020). Trends for plasticizers in German freshwater environments – Evidence for the substitution of DEHP with emerging phthalate and non-phthalate alternatives

Regine Nagorka et al. (2020). Under the influence of regulations: spatio-temporal trends of the UV filter 2-Ethylhexyl-4-methoxycinnamate (EHMC) in German rivers.