Kleinfeuerungsanlagen

Kaminofen mit Feuer und Brennholzkorbzum Vergr??ern anklicken
Kamin?fen und Kachel?fen geh?ren zu den Kleinfeuerungsanlagen.
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Kleinfeuerungsanlagen erzeugen durch das Verbrennen von Gas, ?l, Holz oder Kohle W?rme. überwiegend handelt es sich um Heizkessel, die ganze Wohnungen oder H?user beheizen, etwa Festbrennstoff-, ?l- oder Gaskessel. Bei Feuerungsanlagen, die einzelne Zimmer beheizen, handelt es sich um Einzelraumfeuerungsanlagen, vor allem Kamin- oder Kachel?fen, die mit Holz, Pellets oder Kohle befeuert werden.

Inhaltsverzeichnis

 

Anlagenbestand in Deutschland

In Deutschland gab es 2018 etwa 13 Millionen Gasheizkessel, 5,4 Millionen ?lheizkessel und 0,9 Millionen Heizkessel für feste Brennstoffe. Darüber hinaus gab es etwa 11,2 Millionen so genannter Einzelraumfeuerungsanlagen. Das sind beispielsweise Kamin?fen oder Kachel?fen, die mit Holz oder Kohle beheizt werden. Der Brennstoffeinsatz zeigt in den letzten zehn Jahren folgenden ⁠Trend⁠:?Der Einsatz von Gas nahm kontinuierlich zu, w?hrend der von Heiz?l relativ stark zurückging.

 

Umweltwirkungen von Kleinfeuerungsanlagen

Holzheizungen: wenig CO2 - aber viel Feinstaub

Die meisten kleinen Holzfeuerungen sind sogenannte Einzelraumfeuerungsanlagen, wie zum Beispiel Kamin- oder Kachel?fen, die nur einen Raum heizen. Daneben gibt es fast eine Million Zentralheizkessel für feste Brennstoffe, die ein ganzes Haus oder eine Wohnung mit W?rme versorgen.

Holzfeuerungsanlagen verursachen vergleichsweise viel?Feinstaub?und?andere Luftschadstoffe, etwa organische Verbindungen aus einer unvollst?ndigen Verbrennung. Einige dieser PAKs sind krebserregende, erbgutver?ndernde und/oder fortpflanzungsgef?hrdende Schadstoffe die gesundheitssch?dlich sind. Die Emissionen an gesundheitssch?dlichem Feinstaub aus Holzfeuerungsanlagen in Haushalten und im Kleingewerbe sind in Deutschland bereits heute insgesamt h?her als die aus den Motoren von Pkws und Lkws.

Hauptverursacher des hohen Schadstoffaussto?es sind - zumeist ?ltere - Einzelraumfeuerungen. Sie verursachen bei gleichem (Prim?r-) Energieeinsatz um ein Vielfaches h?here Emissionen als moderne Anlagen. Wie viel Feinstaub tats?chlich ausgesto?en wird, h?ngt aber nicht nur von Art und Alter der Anlage ab. Auch die Art der Befeuerung, der Wartungszustand der Anlagen sowie die Auswahl und Qualit?t des genutzten Holzes spielen eine Rolle. Weitere Informationen zu Feinstaubemissionen von kleinen Holzfeuerungsanlagen enth?lt das Hintergrundpapier: ?Die Nebenwirkungen der Behaglichkeit: Feinstaub aus Kamin und Holzofen″.

?l- und Gasheizungen: wenig ?klassische″ Luftschadstoffe, aber klimasch?dliches CO2

Bei der Verbrennung von Erdgas und Heiz?l entsteht CO2, das zum ⁠Treibhauseffekt⁠ beitr?gt. Bei ?lheizungen ist die je eingesetzter Energieeinheit entstehende CO2-Menge etwa 30 Prozent gr??er als bei Gasfeuerungen.

Die Emissionen ?klassischer Luftschadstoffe“ wie Schwefeldioxid (SO2), Kohlenmonoxid oder Staub aus ?l- oder Gasfeuerungsanlagen sind hingegen relativ gering. Durch die Senkung des Schwefelgehalts im Heiz?l sind die SO2- und Feinstaubemissionen in den letzten Jahren gesunken. Von Bedeutung sind noch die Stickoxidemissionen, sie k?nnen durch den Einsatz von ?Low-NOx-Brennern“ sinken k?nnen. Kohlenmonoxid und verschiedene organische Verbindungen aus einer unvollst?ndigen Verbrennung entstehen vor allem bei Start- und Stoppvorg?ngen, wenn also die Anlage anspringt oder ausgeht.

 

Ma?nahmen zur Emissionsminderung

Energieeinsparung

Ganz allgemein gilt: Jede eingesparte Kilowattstunde Energie oder Brennstoff spart auch gleichzeitig Emissionen von Luftschadstoffen. Bei Geb?uden leistet W?rmed?mmung den gr??ten Beitrag, indem sie die Energienachfrage verringert und die Heizung weniger arbeiten muss. Wie ein Einfamilienhaus energieeffizienter gemacht werden kann, lesen Sie beispielsweise in der ⁠UBA⁠-Broschüre ?Das Energie-Sparschwein″.

Holzfeuerungen

Moderne, emissionsarme Holzfeuerungsanlagen haben deutlich niedrigere Emissionen als durchschnittliche Anlagen. Zu den emissionsarmem Holzfeuerungen z?hlen Scheitholzvergaserkessel, aber auch Feuerungsanlagen mit Holzpellets – kleinen Holzpresslingen – oder Feuerungsanlagen, die über einen Staubabscheider verfügen. Das Marktanreizprogramm für Erneuerbare Energien der Bundesregierung f?rdert diese Anlagen.

Besonders emissionsarme Kamin- und Pellet?fen sowie Pellet- und Hackschnitzelkessel k?nnen das Umweltzeichen ?Blauer Engel“ erhalten. Voraussetzung dafür ist die Erfüllung strenger Anforderungen an den Wirkungsgrad, den Hilfsstrombedarf sowie an die Emissionen an Stickstoffoxiden (NOx), Kohlenstoffmonooxid (CO), Staub und Gesamt-Kohlenstoff.

Umweltfreundliche Wartung und Bedienung

Die Emissionen einer Holzheizung k?nnen die Betreiberin oder der Betreiber selbst stark beeinflussen. Wesentlichen Einfluss hat die Luftzufuhr, die Brennstoffqualit?t und der Wassergehalt im Brennstoff. Bei handbeschickten Anlagen sind au?erdem der Zeitpunkt und die Menge der Brennstoffzugabe von Bedeutung. N?here Informationen hierzu liefert die Broschüre ?Heizen mit Holz“.

Moderne Gas- und ?lfeuerungsanlagen

Einen gro?en Teil der W?rme erzeugen heute relativ emissionsarme Gas- und ?lheizkessel. Bei ?l- und Gasheizkesseln setzt sich zunehmend die Brennwerttechnik durch. Sie ist bei neuen Gasfeuerungsanlagen verpflichtend und bei neuen ?lfeuerungsanlagen schon weit verbreitet.?

Bei Brennwertkesseln wird die Temperatur des Abgases so weit gesenkt, dass der im Abgas enthaltene Wasserdampf kondensiert. Dadurch kann die Kondensationsw?rme genutzt werden. Mit der Erdgas-Brennwerttechnik sind ⁠Jahresnutzungsgrade⁠ von maximal 109 Prozent m?glich. Werte von über 100 Prozent resultieren aus der üblichen Berechnung des Nutzungsgrades: Die nutzbare W?rme wird auf den so genannten unteren Heizwert bezogen. Dieser enth?lt nicht die W?rme, die bei der Kondensation des Wasserdampfes frei wird. Nutzt eine Anlage diese W?rme, so kann sie Nutzungsgrade über 100 Prozent erreichen. Bei ?l- und Gasheizungskesseln werden sich zum einen durch den Ersatz von Altanlagen und zum anderen durch die verbesserte Einbindung der Kessel in die Heizungsanlagen die durchschnittlichen Emissionen verringern und die Energieeffizienz erh?hen. So ist mit einer kontinuierlichen Verringerung der NOx-Emissionen aus Gas- und ?lheizkesseln zu rechnen.

 

Gesetzliche Grundlagen – die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung

Welche Emissionen eine Kleinfeuerungsanlage aussto?en darf, regelt in Deutschland die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. ⁠BImSchV⁠). Eine Neufassung dieser Verordnung ist am 22. M?rz 2010 in Kraft getreten. Die 1.BImSchV enth?lt eine Liste mit Brennstoffen, die in kleinen Anlagen eingesetzt werden dürfen, Regelungen zu Effizienz und Schadstoffaussto? der Anlagen sowie Vorgaben zur überwachung durch einen Schornsteinfeger.

Holz- und Kohleheizungen

Die ?nderungen der 1.BImSchV betreffen in erster Linie Anlagen für Holz und Kohle. Sie sind die notwendige Reaktion auf die zunehmende Schadstoffbelastung durch Holzfeuerungen und auf technische Entwicklungen.

?fen, die nur einen einzelnen Raum heizen, werden in der Verordnung als Einzelraumfeuerungsanlagen bezeichnet. Zumeist nutzen sie Holz als Brennstoff. Für diese Anlagen gibt es mit den Neuregelungen erstmals konkrete Grenzwerte für den Aussto? an Kohlenmonoxid und Staub sowie eine Mindestanforderung an den Wirkungsgrad. Die Einhaltung dieser Werte wird geprüft, bevor ein Ger?tetyp auf den Markt kommt. So sind auch künftig keine Messungen in den Haushalten n?tig. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten darauf achten, dass sie beim Kauf eine Bescheinigung über die Einhaltung der Anforderungen erhalten. Diese k?nnen sie der Schornsteinfegerin oder dem Schornsteinfeger vorlegen.

Für Heizkessel, die ganze H?user oder zumindest Wohnungen mit W?rme versorgen, gelten seit 2010 neue Grenzwerte für den Staub- und Kohlenmonoxid-Aussto?. Im Gegensatz zu den Einzelraumfeuerungsanlagen beziehen diese sich aber auf den tats?chlichen Betrieb – die Einhaltung wird alle zwei Jahre überprüft. Besonders alte Anlagen blasen viele Schadstoffe in die Luft. Um Verbraucherinnen und Verbraucher mit der neuen Verordnung trotzdem nicht überm??ig zu belasten, gibt es übergangsfristen. Diese laufen je nach Ger?t zwischen 2015 und 2025 aus. Bei Anlagen, die nur einen Raum beheizen, sind auch danach die Grenzwerte für alte Ger?te weniger streng als die für Neuanschaffungen. Au?erdem gibt es eine Reihe von Ausnahmen, zum Beispiel für historische ?fen und ?fen, die die einzige Heizm?glichkeit in einer Wohneinheit darstellen. Anlagen, die die Grenzwerte nach der jeweiligen übergangsfrist nicht einhalten, müssen erneuert oder mit einem Filter nachgerüstet werden.

Doch nicht immer ist die Anlage Schuld, wenn der Schornstein qualmt. Vielen Menschen fehlen Wissen und Erfahrung, um mit Holz richtig zu heizen. Aus diesem Grund sieht die neue Verordnung vor, dass eine Schornsteinfegerin oder ein Schornsteinfeger zum richtigen Umgang mit der Anlage, den Brennstoffen und ihrer Lagerung ber?t. Die Beratung findet statt, wenn eine Anlage neu in Betrieb geht oder aber wenn ein neuer Betreiber sie übernimmt.

?l- und Gasfeuerungsanlagen

Die 1.BImSchV enth?lt Regelungen für den Schadstoffaussto? von ?l- und Gasheizungen. So müssen die Stickoxid-Emissionen nach dem Stand der Technik begrenzt werden. Ob die Grenzwerte eingehalten werden, wird auf dem Prüfstand – also bevor ein Ger?t verkauft wird – überprüft.

Im Betrieb müssen ?l- und Gasheizungen Grenzwerte für Kohlenmonoxid und den Abgasverlust einhalten. Der Abgasverlust ist ein Ma? für die W?rme, die über das Abgas verloren geht. Bei Brennwertger?ten wird auf die überwachung des Abgasverlustes jedoch verzichtet: Sie sind so effizient, dass davon ausgegangen werden kann, dass sie die Grenzwerte immer einhalten. Bei ?lheizungen gibt es au?erdem eine Begrenzung der Ru?zahl. Sie ist ein Ma? für die ⁠Emission⁠ staubf?rmiger Partikel und l?sst Rückschlüsse auf die Verbrennungsgüte zu. ?lderivate sind schwerflüchtige organische Substanzen, die sich bei der Bestimmung der Ru?zahl auf dem Filterpapier niederschlagen. Sie dürfen im Abgas nicht enthalten sein.

Die wichtigste Neuregelung der 1.BImSchV für ?l- und Gasfeuerungsanlagen betrifft die überwachung durch die Schornsteinfeger: Messungen von Abgasverlust und Ru?zahl, die bisher j?hrlich durchgeführt wurden, sind bei Anlagen, die jünger sind als zw?lf Jahre, nur noch alle drei Jahre, bei ?lteren Anlagen alle zwei Jahre vorgesehen. Mehr zu den Regelungen der 1.BImSchV enth?lt das Hintergrundpapier "Novellierung der 1.BImschV".

 

Beispiel-Prüfbericht

Entsprechend § 13 Abs. 3 der 1. ⁠BImSchV⁠ sind die bei Schornsteinfegermessungen eingesetzten Messger?te halbj?hrlich einmal von einer nach Landesrecht zust?ndigen Beh?rde bekanntgegebenen Stelle zu überprüfen. Zur Dokumentation dieser Messger?teprüfung entsprechend dem Stand der Technik (siehe VDI 4208-2) empfiehlt die VDI-Arbeitsgruppe "Emissionsüberwachung von Kleinfeuerungsanlagen" den Messger?teprüfstellen die beiliegende Prüfberichtsvorlage. Die Vorlage wird den zukünftigen Entwicklungen der Messtechnik weiter angepasst.

Beispiel-Prüfbericht - PDF

Beispiel-Prüfbericht - Word-Dokument