Rechtliche Regelungen für Bauprodukte

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Rechtliche Regelungen sollen die Umwelt schützen.
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Für Bauprodukte liegen sowohl auf nationaler als auch auf europ?ischer Ebene verschiedene rechtliche Regelungen vor, die den Schadstoffgehalt oder die Schadstoffemissionen begrenzen. Darüber hinaus existieren weitergehende, freiwillige Instrumente zur Reduktion von Schadstoffen in Bauprodukten.

Inhaltsverzeichnis

 

Einleitung

Gesetzliche Regelungen für Schadstoffe in Bauprodukten bestehen haupts?chlich im Chemikalienrecht und im Baurecht. Zudem beeinflussen weitere Rechtsbereiche wie das Abfallrecht die Zusammensetzung und die Anwendungsm?glichkeiten von Bauprodukten. Je nach Regelung werden entweder der Schadstoffgehalt der Bauprodukte oder die Schadstoffemissionen begrenzt. Die Regelungen sind in keinem konsolidierten Nachschlagewerk zusammengefasst. Daher gibt diese Seite einen überblick über wesentliche Rechtsvorschriften, die die stoffliche Zusammensetzung von Bauprodukten regeln. Weitere Vorschriften k?nnen auf spezielle Bauprodukte zutreffen.

Neben den gesetzlichen Regelungen existieren zahlreiche freiwillige M?glichkeiten, die Herstellung und Verwendung schadstoffhaltiger Bauprodukte zu reduzieren. Wenn Herstellerinnen und Hersteller nachweisen wollen, dass ihre Bauprodukte über die gesetzlichen Anforderungen hinaus schadstoff- und emissionsarm sind k?nnen sie freiwillige Instrumente nutzen. Verbraucherinnen und Verbraucher oder auch Bauunternehmen sollten beim Kauf von Bauprodukten für Bau und Renovierung auf entsprechende Angebote achten. Zu den freiwilligen Instrumenten z?hlen Umweltzeichen, Baustoffdatenbanken oder Umweltproduktdeklarationen sowie die Formulierung von Anforderungen für die ?ffentliche Beschaffung oder in Normen.

 

Chemikalienrecht

Zun?chst gelten für die in Bauprodukten eingesetzten Industriechemikalien und bioziden Wirkstoffe die allgemeinen Bestimmungen der europ?ischen Chemikalienverordnung ⁠REACH⁠ und der europ?ischen Biozid-Verordnung. Darüber hinaus sind die ⁠POP⁠-Verordnung und der Decopaint-Richtlinie zu beachten.

Europ?ische Chemikalienverordnung REACH, Europ?ische POP-Verordnung, Deutsche Chemikalien-Verbotsverordnung

Registrierung von Chemikalien

Laut Chemikalienverordnung REACH müssen Hersteller und Importeure von Chemikalien diese bei der Europ?ischen Chemikalienagentur innerhalb bestimmter Fristen registrieren. Die Registrierung erfordert für den Einsatz von Chemikalien in Produkten in der Regel eine Analyse der Risiken und sicheren Verwendungsbedingungen. Für die meisten Chemikalien, die Bauprodukten zugesetzt werden, lassen sich daher keine generellen Aussagen darüber treffen, ob und in welcher Menge sie eingesetzt werden dürfen, sondern es kommt jeweils auf den Einzelfall an.

Beschr?nkung von Chemikalien

Bei den beschr?nkten Chemikalien handelt es sich um solche Stoffe, die bekannterma?en sch?dliche Eigenschaften für Umwelt oder Gesundheit haben und deren Einsatz daher in bestimmten Bereichen generell untersagt ist. Treten sie trotz einer geltenden Beschr?nkung oberhalb der zul?ssigen Grenzwerte in Bauprodukten auf, so handelt es sich entweder um Produkte, die vor dem Verbot in Verkehr gebracht und verbaut wurden, oder um Produkte, in denen die Stoffe rechtswidrig enthalten sind.

Beschr?nkungen des Schadstoffgehaltes, die auch für Bauprodukte gelten, finden sich in der Regel im allgemeinen Chemikalienrecht: Hier sind insbesondere die Stoffbeschr?nkungen aus dem Anhang XVII der europ?ischen Chemikalienverordnung REACH (EG) Nr. 1907/2006 zu nennen, die Stoffbeschr?nkungen aus der europ?ischen Verordnung über persistente organische Schadstoffe (POP-Verordnung) (EG) Nr. 850/2004) sowie die Regelungen in der deutschen Chemikalien-Verbotsverordnung – sofern sie über die europ?ischen Regelungen hinaus gehen. Im Einzelfall ist zu prüfen, inwieweit die dort genannten Verbote Stoffe betreffen, die auch in Bauprodukten eingesetzt werden k?nnen.

Zulassungs- und Auskunftspflichten für besonders besorgniserregende Stoffe (Chemikalien)

Das Chemikalienrecht enth?lt neben Beschr?nkungen für Stoffe, von denen erhebliche Risiken ausgehen, auch Zulassungs- und Auskunftspflichten für besonders besorgniserregende Stoffe. In Anhang XIV der europ?ischen Chemikalienverordnung REACH (EG) Nr. 1907/2006 sind solche Stoffe aufgeführt, die in Europa zukünftig nur noch mit einer an strenge Auflagen gebundenen Zulassungspflicht eingesetzt werden dürfen, dann aber durchaus in Produkten vorkommen k?nnen. Ob dies der Fall ist, kann für diese und weitere besonders besorgniserregende Stoffe (SVHC) der so genannten REACH-Kandidatenliste vom Verbraucher nachgefragt werden.?Eine Smartphone-App (Scan4Chem) bzw. einen Musterbrief für eine solche?Anfrage stellt das UBA bereit. Mit Inkrafttreten der neuen Bauproduktenverordnung wird eine aktive Weitergabe der Information über enthaltenen SVHC bis an die Endabnehmerinnen und -abnehmer von Bauprodukten gefordert. Dies soll mit der Leistungserkl?rung zur CE-Kennzeichnung geschehen. Auch für die SVHC der Kandidatenliste gilt, dass nicht alle dort genannten Stoffe praktische Relevanz für Bauprodukte haben, sondern dies im Einzelfall zu prüfen ist.

Europ?ische Biozid-Richtlinie und Biozid-Verordnung

Beim Bau werden Biozide haupts?chlich eingesetzt, um Materialien gegen tierische Sch?dlinge, Algen, (Schimmel-)Pilze und andere Mikroorganismen zu schützen. Mit Inkrafttreten der europ?ischen Biozid-Richtlinie 98/8/EG wurden an die Zulassung und das Inverkehrbringen von bioziden Wirkstoffen und Biozidprodukten besondere Anforderungen gestellt. Die europ?ische Biozid-Verordnung (EU) Nr. 528/2012 hat am 1. September 2013 die Biozid-Richtlinie abgel?st.

Ziel ist es, nur noch biozide Wirkstoffe und Biozidprodukte auf dem Markt zu haben, die erwiesenerma?en wirksam sind und von denen keine unannehmbaren Risiken für Mensch, Tier und Umwelt ausgehen. In einem zweitstufigen Verfahren werden zun?chst die bioziden Wirkstoffe ausführlich geprüft und grunds?tzlich für bestimmte Produktarten zugelassen. Für Bauprodukte relevant sind vor allem die Produktarten 6 ?Schutzmittel für Produkte w?hrend der Lagerung“ (Topfkonservierer), 7 ?Beschichtungsschutzmittel“, 8 ?Holzschutzmittel“, 10 ?Schutzmittel für Baumaterialien“ undgegebenenfalls noch 9 ?Schutzmittel für Fasern, Leder, Gummi und polymerisierte Materialien“. In einen zweiten Schritt müssen die Hersteller dann eine Zulassung für das konkrete Biozidprodukt (also die anwendungsfertige Biozid-Formulierung / Zubereitung) beantragen, das einen oder mehrere der prinzipiell zul?ssigen Wirkstoffe enth?lt. Solange noch nicht alle alten (notifizierten) Wirkstoffe geprüft sind, dürfen sie bis zur abschlie?enden Entscheidung weiter in den beantragten Produktarten verwendet werden, einschlie?lich bestimmter übergangsfristen. Die Prüfung aller alten Wirkstoffe soll 2024 abgeschlossen sein, danach sollten dann für alle Produktarten nur Biozidprodukte mit Zulassung verwendet werden dürfen. Ab 1. September 2013 müssen mit Bioziden behandelte Waren, darunter Bauprodukte, ein Etikett tragen, das unter anderem die enthaltenen bioziden Wirkstoffe nennt: Dies gilt allerdings nur, wenn die biozide Wirkung der Ware in der Produktinformation oder Werbung erw?hnt wird.

Decopaint-Richtlinie

Die europ?ische Decopaint-Richtlinie 2004/42/EG regelt den Gesamtgehalt an flüchtigen organischen Verbindungen (⁠VOC⁠) in bestimmten Farben und Lacken (Anhang 1), die auch im Baubereich eingesetzt werden. Die als L?semittel eingesetzten VOC verdampfen w?hrend der Verarbeitung der Farben und Lacke ann?hernd vollst?ndig. Ihre Regulierung hilft so, den Beitrag von VOC zur Bildung von luftbelastendem, bodennahem Ozon vermindert.

 

Baurecht / Bauproduktrecht

Neben den generellen, chemikalienrechtlichen Beschr?nkungen der Schadstoffgehalte in (Bau-)Produkten gibt es weitere Regelungen für Schadstoffe, die ausschlie?lich für Bauprodukte in bestimmten Anwendungen gelten und zum Schutz von Umwelt- und Gesundheit durch verschiedene deutsche Beh?rden festgelegt werden.

Regelungen des Deutschen Instituts für Bautechnik

Nach dem Grundgesetz f?llt das Bauordnungsrecht in die Zust?ndigkeit der L?nder. Diese erarbeiten hierzu unter anderem die Musterbauordnung, die den zust?ndigen Landesministerien als Grundlage für die Landesbauordnungen dient. Das Bauordnungsrecht folgt dem Prinzip der vorbeugenden Gefahrenabwehr. Daher fordert die Musterbauordnung, bauliche Anlagen so zu errichten, dass die ?ffentliche Sicherheit oder Ordnung?nicht gef?hrdet werden. Dies betrifft insbesondere Leben, Gesundheit oder die natürlichen Lebensgrundlagen. Bauprodukte dürfen nur verwendet werden, wenn sie so beschaffen sind, dass bei ihrer Verwendung die Anforderungen an die baulichen Anlagen erfüllt werden.

Aus der Musterbauanordnung ergeben sich somit auch Anforderungen an Bauprodukte. Die obersten Bauaufsichtsbeh?rden der L?nder haben diese zusammen mit dem Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) definiert. Die Kriterien für den Umwelt- und Gesundheitsschutz beinhalten neben Anforderungen an die Rezeptur und die Schadstoffgehalte vor allem Beschr?nkungen der Schadstoffemissionen aus Bauprodukten. Hierdurch lassen sich auch Emissionen von Stoffen erfassen, die nicht absichtlich zugesetzt werden, erst w?hrend der Verarbeitung entstehen, als Summerparameter wirksam werden oder natürlichen (mineralischen oder pflanzlichen) Baustoffen sowie Abf?llen unbekannter Zusammensetzung entstammen.

Für Produkte im Innenraum galten bisher hier die?DIBt-Grunds?tze zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Innenr?umen, die auf das AgBB-Schema Bezug nehmen. Für Produkte mit Boden- oder Grundwasserkontakt galten die DIBt-Grunds?tze zur Bewertung der Auswirkungen von Bauprodukten auf Boden und Grundwasser. Die abgeleiteten Anforderungen aus beiden Grunds?tzen sind voraussichtlich ab Ende 2016 Bestandteil einer neuen Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen.

Regelungen für den Stra?enbau und Wasserwege

Weitere Anforderungen an die Schadstoffgehalte oder -emissionen von Bauprodukten sind beispielsweise für den Stra?enbau oder den Wasserbau in Technischen Lieferbedingungen festgelegt. Diese Regelwerke gelten für Bauvorhaben, bei denen der Bund Bauherr ist.

Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen für Bundesgeb?ude

Für Bauvorhaben des Bundes hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) das Bewertungssystem nachhaltiges Bauen für Bundesgeb?ude (BNB) entwickelt. Es enth?lt einen Kriterienkatalog zur ganzheitlichen Betrachtung und Bewertung von Nachhaltigkeitsaspekten bei Geb?uden. Das BNB erg?nzt den Leitfaden Nachhaltiges Bauen durch quantitative Bewertungsverfahren. Es gilt zun?chst für Neubauten von Büro- und Verwaltungsgeb?uden. Kriterien für den Ausschluss beziehungsweise die Minimierung von Schadstoffen in den verwendeten Bauprodukten sind im Steckbrief 1.1.6 Risiken für die lokale Umwelt zusammengefasst. Der Steckbrief wurde unter Mitarbeit des ⁠UBA⁠ aktualisiert.

 

Abfallrecht

Schadstoffgrenzwerte bei der Verwertung von Altholz in Holzwerkstoffen legt die Altholzverordnung (AltholzV) fest.

Ersatzbaustoffverordnung

Eine bundesweit einheitliche Regelung zum Einsatz von Ersatzbaustoffen in technischen Bauwerken ist mit der Ersatzbaustoffverordnung in Vorbereitung. Sie bestimmt die Bedingungen für die schadlose Verwertung mineralischer Ersatzbaustoffe aus Baut?tigkeiten, industriellen Herstellungsprozessen oder aus Aufbereitungsanlagen, die an Stelle von Prim?rbaustoffen eingesetzt werden.

Weitere Produktregelungen auf Basis des Kreislaufwirtschaftsgesetzes / Allgemeinen Abfallrechts k?nnen folgen, für den Baubereich sind insbesondere die im Folgenden genannten Teile dieser Gesetze wichtig.

Kreislaufwirtschaftsgesetz / Abfallrecht

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) setzt die EU-Abfallrahmenrichtlinie (Richtlinie 2008/98/EG, AbfRRL) in deutsches Recht um. Das Gesetz enth?lt erstmals Regelungen zu den für viele Baustoffe praxisrelevanten Fragen der Abgrenzung von Abfall und Nebenprodukt (§ 4 KrWG) sowie zum Ende der Abfalleigenschaft (§ 5 KrWG). Für bestimmte Arten von Schrott (Verordnung (EU) Nr. 333/2011) und Bruchglas (Verordnung (EU) 1179/2012) hat man bereits auf EU-Ebene definiert, wann sie nicht mehr als Abfall anzusehen sind. Die Verwertung der Abf?lle, insbesondere durch ihre Einbindung in Produkte, muss schadlos erfolgen. Eine Schadstoffanreicherung im Wertstoffkreislauf darf nicht stattfinden (§ 7 KrWG). Zum Erreichen einer hohen Verwertungsquote ist es daher wichtig, Bauprodukte herzustellen und zu verwenden, die nach der Nutzungsphase nicht als gef?hrliche Abf?lle eingestuft werden. Denn dann w?ren sie von den sonstigen Bau- und Abbruchabf?llen getrennt zu behandeln (Art. 10 AbfRRL, bzw. § 9 KrWG). Die Kriterien für die Einstufung der Gef?hrlichkeit von Abf?llen sind im Anhang III der Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG enthalten. Sie wurden mit der Abfallverzeichnisverordnung (AVV), in deutsches Recht umgesetzt und basieren vorwiegend auf der chemikalienrechtlichen Einstufung der in den Abf?llen enthaltenen Stoffe. Das ⁠UBA⁠ empfiehlt, grunds?tzlich keine Bauprodukte zu verwenden, die über 0,1 Prozent besonders besorgniserregende Stoffe enthalten, auch wenn eine Freisetzung der Schadstoffe in der Nutzungsphase ausgeschlossen ist.

 

Weitere Rechtsbereiche

Aus weiteren Rechtsbereichen enthalten insbesondere die folgenden Vorschriften wichtige Beschr?nkungen für Schadstoffemissionen aus Bauprodukten.

Bauprodukte für die Trinkwasserinstallation

Damit das Trinkwasser nicht durch das Material der Rohre, der Schl?uche, des Wasserhahns oder anderer Armaturen verunreinigt wird, hat das Umweltbundesamt Leitlinien für Materialien in Kontakt mit Trinkwasser entwickelt, die zukünftig in verbindliche Anforderungen umgewandelt werden sollen.

Natürliche Radionuklide in Baumaterialien

Zum Teil sind natürliche Radionuklide in Baumaterialien enthalten. Anforderungen an natürlich radioaktive Stoffe beim Einsatz von Industrierückst?nden als Sekund?rrohstoff im Bauwesen sind in Anlage XII der Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) genannt.

 

Deutsche Regelungen in der Europ?ischen Datenbank für gef?hrliche Stoffe in Bauprodukten (CPDS)

Die verbindlichen und zus?tzlich bei der EU notifizierten Regelungen für Schadstoffe in Bauprodukten, die in den verschiedenen Mitgliedstaaten der Europ?ischen Union gelten, sind auch in der Datenbank der EU-Kommission (CP-DS) zu finden. Die Bauproduktenverordnung (EU) Nr. 305/2011 sieht zudem eine nationale Auskunftstelle über die in Deutschland geltenden Regelungen für Bauprodukte vor. Sie kann auch Auskünfte über Regelungen von Schadstoffen geben. über die Bauproduktenverordnung werden zudem bestimmte Prüf- beziehungsweise Nachweispflichten für das Einhalten von Schadstoffbeschr?nkungen bzw. Emissionsgrenzwerten in die europ?ischen Bauproduktnormen integriert.

In der CP-DS sind folgende deutsche Regelungen angeführt:

  1. Altholzverordnung
  2. Brandenburgische Technische Richtlinien für die Wiederverwertung von Baustoffen im Stra?enbau - Herstellung, Prüfung, Auslieferung und Einbau (BTR RC-StB), Ausgabe 2002/Fassung 2004; Gemeinsame Richtlinien des Ministeriums für l?ndliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz und des Ministeriums für Infrastruktur und ⁠Raumordnung⁠ des Landes Brandenburg
  3. Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen – 1. ⁠BImSchV⁠)
  4. Grunds?tze zur Bewertung der Auswirkungen von Bauprodukten auf Boden und Grundwasser
  5. Grunds?tze zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten in Innenr?umen
  6. Leitfaden Nachhaltiges Bauen im Geb?udebestand
  7. Leitfaden Nachhaltiges Bauen, Teil A Grunds?tze und Teil B Neubau
  8. Leitlinie zur hygienischen Beurteilung von Schmierstoffen im Kontakt mit Trinkwasser (Sanit?rschmierstoffe)
  9. Leitlinie zur hygienischen Beurteilung von organischen Beschichtungen im Kontakt mit Trinkwasser
  10. Leitlinie zur hygienischen Beurteilung von organischen Materialien im Kontakt mit Trinkwasser
  11. Liste der technischen Baubestimmungen, Teil II
  12. Musterbauordnung - Fassung November 2002
  13. Technische Lieferbedingungen Gleisschotter
  14. Technische Lieferbedingungen für Asphaltgranulat, Ausgabe 2009
  15. Technische Lieferbedingungen für Asphaltmischgut für den Bau von Verkehrsfl?chenbefestigungen
  16. Technische Lieferbedingungen für Baustoffe und Baustoffgemische für Tragschichten mit hydraulischen Bindemitteln und Fahrbahndecken aus Beton
  17. Technische Lieferbedingungen für Geokunststoffe im Erdbau des Stra?enbaus
  18. Technische Lieferbedingungen für Gesteinsk?rnungen im Stra?enbau, TL Gestein-StB 04
  19. Technische Lieferbedingungen für Markierungsmaterialien
  20. Technische Lieferbedingungen für Stra?enbaubitumen und gebrauchsfertige polymermodifizierte Bitumen
  21. Technische Lieferbedingungen für ⁠Wasserbausteine⁠ (TLW),
  22. Technische Lieferbedingungen für flüssige Beton-Nachbehandlungsmittel, Ausgabe 2008
  23. Technische Lieferbedingungen und Technische Prüfvorschriften für Ingenieurbauten (TL/TP-ING), Teil 5 Tunnelbau, Abschnitt 5 Abdichtung von Stra?entunneln mit Kunststoffdichtungsbahnen, Technische Lieferbedingungen und Technische Prüfvorschriften für Kunststoffdichtungsbahnen und zugeh?rige Profilb?nder (TL/TP KDB)
  24. Technische Lieferbedingungen und Technische Prüfvorschriften für Ingenieurbauten, Teil 5 Tunnelbau, Abschnitt 5 Abdichtung von Stra?entunneln mit Kunststoffdichtungsbahnen, Technische Lieferbedingungen und Technische Prüfvorschriften für Schutz- und Dr?nschichten aus Geokunststoffen
  25. Verordnung über Verbote und Beschr?nkungen des Inverkehrbringens gef?hrlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz
  26. Verordnung über den Schutz vor Sch?den durch ionisierende Strahlen
  27. Zus?tzliche Technische Vertragsbedingungen – Wasserbau für B?schungs- und Sohlensicherungen (Leistungsbereich 210), Ausgabe 2006
 

Freiwillige Regelungen

Neben den gesetzlichen Regelungen existieren zahlreiche freiwillige M?glichkeiten, die Herstellung und Verwendung schadstoffhaltiger Bauprodukte zu reduzieren.

Umweltzeichen

Anspruchsvolle Anforderungen an schadstoff- und emissionsarme Bauprodukte k?nnen mit unabh?ngigen Umweltzeichen wie dem Blauen Engel oder der Euroblume gekennzeichnet werden. Wer sich für die detaillierten Kriterien interessiert, kann diese den Vergabegrundlagen der einzelnen Umweltzeichen entnehmen.

Produktdatenbanken und Informationsseiten

In verschiedenen Produktdatenbanken sind Informationen zu Schadstoffen in Bauprodukten zusammengefasst, die unterschiedliche Umwelt- und Gesundheitsaspekte adressieren und m?gliche Alternativen aufzeigen, unter anderem:

  • das ?kologische Baustoffinformationssystem WECOBIS des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und der bayerischen Architektenkammer,
  • das Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft GISBAU,
  • das Biozid-Portal des Umweltbundesamts zum Thema Materialschutzmittel,
  • die ?sterreichische Datenbank Baubook des Energieinstituts Vorarlberg und der IBO GmbH,
  • die schwedische Datenbank BASTA des IVL Swedish Environmental Research Institute und der Swedish Construction Federation,
  • die Produktauswahl des Internationalen Vereins für zukunftsf?higes Bauen und Wohnen,
  • nature plus e.V., deren Schwerpunkt bei schadstoffarmen Produkten aus nachwachsenden und mineralischen Rohstoffen liegt.

Umweltproduktdeklarationen

Für Bauprodukte k?nnen Umweltdeklarationen (Environmental Product Declarations – EPDs) erstellt werden. Diese enthalten quantitative Angaben über den Energie-, Fl?chen- und Rohstoffverbrauch (Input-Daten) sowie die Emissionen (Output-Daten) bei der Herstellung. Zus?tzlich k?nnen die Umweltdeklarationen Angaben zu Schadstoffgehalt, Emissionen w?hrend der Nutzung sowie Angaben zur Recycelbarkeit enthalten. Umweltproduktdeklarationen für Bauprodukte folgen der Norm DIN EN 15804. In Deutschland erstellt sie zum Beispiel das Institut Bauen und Wohnen e.V. (IBU).

?ffentliche Beschaffung

In der ?ffentlichen Beschaffung lassen sich ebenfalls Anforderungen an die Umwelt- und Gesundheitseigenschaften von Bauprodukten stellen. Praktische Tipps für verschiedene Produktgruppen finden sich unter Umweltfreundliche Beschaffung auf der Website des Umweltbundesamts.

Produktnormen

In der nationalen oder europ?ischen Normung für Produkte k?nnen Vereinbarungen getroffen werden, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen und bestimmte Schadstoffe aus Bauprodukten ausschlie?en oder bestimmte Schadstoffemissionen begrenzen. Von dieser M?glichkeit wird jedoch bisher selten Gebrauch gemacht, obwohl sie ein transparenter Weg w?re, den Stand der Technik für schadstoffspezifische Materialeigenschaften zu beschreiben. Eine Handlungsanleitung zur Integration von Umweltaspekten in Produktnormen bietet der CEN GUIDE 4 – Guide for addressing environmental issues in product standards.