Umweltdeklaration von Bauprodukten

Umweltdeklarationen für Bauprodukte erleichtern die Auswahl und Dokumentation von Produkten beim Bauen. Sie liefern somit die Grundlage für ?kobilanzen.

Inhaltsverzeichnis

 

Der Zweck einer Umweltdeklaration für Bauprodukte

Umweltdeklarationen (Environmental Product Declarations, EPD) für Bauprodukte bieten wichtige Informationen zu Produkten und Ihrer Anwendung. Sie erleichtern die Materialauswahl beim Bauen und sind Grundlage für die Dokumentation der im Geb?ude verbauten Baustoffe (z. B. mittels Geb?udepass). Sie k?nnen für ?kobilanzen genutzt werden und helfen so, Geb?ude ?kologischer zu planen und bauen. EPD für Bauprodukte sind deswegen Teil des Konzeptes zum Nachhaltigen Bauen der Bundesregierung. Neben dem Bewertungssystem Nachhaltgies Bauen des Bundes (BNB) greifen eine Vielzahl weiterer beh?rdlicher und auch privater Aktivit?ten auf EPD zurück.

 

Aufbau einer EPD

EPD bestehen aus den Bestandteilen Produktbeschreibung, ?kobilanzangaben und Vorlage von notwendigen Nachweisen und Prüfungen:

  • Produktbeschreibung (Benennung und Charakterisierung des Produkts, Inhaltsstoffangaben, Umwelt- und Gesundheitsbezogene Informationen aus dem Produktlebensweg, insbesondere Auswirkungen w?hrend der Nutzungsphase im eingebauten Zustand auf Innenraumluft, Boden und Grundwasser, ?u?ere Umwelt, ggf. Trinkwasser)
  • ?kobilanzangaben (ausgew?hlte Parameter aus Sach- und Wirkungsbilanz, z.B. die Inanspruchnahme natürlicher Ressourcen, auf Basis abgestimmter funktioneller Einheiten, Energie- und Transportmodelle, weiterer Systemgrenzen
  • Vorzulegende Nachweise, Prüfzeugnisse.

Die sachlichen und technischen Grundlagen der EPD müssen nachprüfbar sein und den Anforderungen der ISO 14025 für Umweltzeichen, der ISO 21930 für EPD von Bauprodukten und der pr?zisierenden EN 15804 über Produktkategorieregeln (PCR) für Bauprodukt-EPD entsprechen.
Letztere wird vom CEN/TC 350 – neben weiteren Normen zur ⁠Nachhaltigkeit⁠ von Bauwerken – unter Mitarbeit des ⁠UBA⁠ gepflegt und weiterentwickelt.

 

Erarbeitung und Qualit?tssicherung von EPD

Der Prozess der Erarbeitung und Qualit?tssicherung einer EPD erfolgt privatrechtlich organisiert in drei getrennten Stufen, in Deutschland ma?geblich beim Institut für Bauen und Umwelt – IBU e.V.:

  • Stufe I: Ein Produktgruppen-Panel diskutiert und entscheidet übergreifende Angelegenheiten, insbesondere über Produktbenennungen und Abgrenzungen zu anderen Produkten oder Produktgruppen, ggf. notwendige Konkretisierungen der zu deklarierenden Angaben und zur ?kobilanz, Festlegung der vorzulegenden Prüfungen. Das Produktgruppen-Panel ist offen für die interessierten Kreise.
  • Stufe II: Hersteller oder Herstellergruppen stellen Informationen entsprechend den allgemeinen Anforderungen für die konkreten Produkte oder Produktgruppen bereit.
  • Stufe III: Unabh?ngige Dritte prüfen die Umweltdeklaration, zus?tzlich m?glich ist eine Zertifizierung der Umweltdeklaration durch eine Zertifizierungsstelle.


Alle Anbieter von EPDs sollten weitere Anforderungen erfüllen:

  • Die Prüfung der ?kobilanz-Daten erfolgt durch unabh?ngige Dritte,
  • Eine kontinuierliche Berichterstattung und Ver?ffentlichung des Programms und der Ergebnisse ist sichergestellt,
  • Festlegung einer zeitlichen Befristung der Programmanforderungen.

Mit oben beschriebenen Zielen ergibt sich ein ?ffentliches Interesse, um Transparenz, Neutralit?t und Zuverl?ssigkeit der Umweltdeklarationen zu unterstützen. Das ⁠UBA⁠ ist im Sachverst?ndigenausschuss des Instituts für Bauen und Umwelt e.V. an den Stufen I und III beteiligt. Darüber hinaus l?sst das UBA aktuell Potenziale für eine weitere inhaltliche Entwicklung der EPD erforschen.

 

Europ?ische Entwicklungen

Andere etablierte EPD-Programme gibt es unter anderem in Frankreich und Schweden, in fast allen europ?ischen L?ndern werden zurzeit neue EPD-Systeme gegründet. Um dabei innerhalb der Rahmenbedingungen der EN 15804 eine gewisse Einheitlichkeit zu gew?hrleisten, wurde von den gro?en europ?ischen EPD-Programmen die "ECO Platform" ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist, eine übereinkunft für eine europ?ische Kern-EPD für Bauprodukte zu definieren.