Besch?ftigungswirkungen des Umweltschutzes in Deutschland

Im Jahr 2017 arbeiteten mehr als 2,8 Millionen Menschen für den Umweltschutz. Jeder 15. Arbeitsplatz (6,4 Prozent) in Deutschland war dort angesiedelt. 56 Prozent aller Arbeitspl?tze im Umweltschutz (fast 1,6 Millionen Besch?ftigte) entf?llt dabei auf umweltorientierte Dienstleistungen.

Besch?ftigungswirkung im Umweltschutz

Mehr als 2,8 Millionen Personen sind für den Umweltschutz t?tig: direkt, indem sie (w?hrend der Arbeitszeit) Umweltschutzaufgaben wahrnehmen, oder indirekt, weil ihr Arbeitsplatz in vorgelagerten Produktionsbereichen liegt. Die Besch?ftigungswirkungen des Umweltschutzes gehen weit über die Herstellung von Windturbinen, Abgaskatalysatoren oder Recyclinganlagen hinaus und lassen sich statistisch nicht exakt abgrenzen. Waren, Bau- und Dienstleistungen für den Umweltschutz entstehen in vielen traditionellen Wirtschaftszweigen, etwa im Stahl-, Maschinen- und Fahrzeugbau, in der elektronischen Industrie und im Baugewerbe. Hinzu kommt, dass heute viele Unternehmen Umweltschutzüberlegungen bereits in die Anlagenplanung und Produktentwicklung einbeziehen. Umweltschutz entwickelt sich immer mehr zum integralen Bestandteil des Wirtschaftens. Er hat deshalb in vielen Unternehmen und Betrieben eine Bedeutung, die aber nicht immer leicht zu quantifizieren ist.

Etablierte Sch?tzmethode

Die empirische Ermittlung der Umweltschutzbesch?ftigung in Deutschland hat eine lange Tradition. Erste Studien wurden bereits Ende der Siebzigerjahre durchgeführt. Seit 2002 l?sst das Umweltbundesamt die (Brutto-)Besch?ftigung im Umweltschutz alle zwei Jahre nach einer einheitlichen Methodik ermitteln. Neben dem ?klassischen“ Umweltschutz – Abfallwirtschaft, Gew?sserschutz, L?rmbek?mpfung und Luftreinhaltung – werden auch so genannte ?neue“ umweltorientierte Dienstleistungen mit in die Betrachtung einbezogen, die sich erst in den vergangenen Jahren herausgebildet haben. Hierzu z?hlen Energie- und Geb?udemanagement, neue Mobilit?tsleistungen wie Car-Sharing, aber auch umweltorientierte Finanzdienstleistungen wie die Finanzierung von Umweltschutzprojekten oder die Finanzanlage unter ?kologisch-ethischen Gesichtspunkten. Viele Berufe enthalten nur zu einem gewissen Anteil umweltrelevante T?tigkeiten. So tragen zum Beispiel Dachdecker zum ⁠Klimaschutz⁠ bei, indem sie Dach und Au?enw?nde d?mmen. Haupts?chlich werden sie jedoch D?cher eindecken und viele andere nicht umweltrelevante Arbeiten ausführen. In diesen F?llen kommt es darauf an, mit Hilfe von wissenschaftlichen Untersuchungen und Expertenurteilen Kennzahlen zu bestimmen, die den Anteil der Umweltschutzt?tigkeit am gesamten T?tigkeitsspektrum sachgerecht ausweisen.

Brutto versus netto – eine besch?ftigungspolitische Bilanz

Für die Bestimmung von Brutto-Besch?ftigungswirkungen des Umweltschutzes werden also alle Besch?ftigten betrachtet, deren Arbeitspl?tze von Umweltschutzaktivit?ten abh?ngen. Wollte man die durch Umweltschutzma?nahmen insgesamt ausgel?sten Besch?ftigungseffekte erfassen (Netto-Besch?ftigungswirkung), müsste man von dieser Bruttogr??e die m?glichen Arbeitsplatzverluste – zum Beispiel infolge von Verdr?ngungseffekten oder Kosten-, Preis- und Wettbewerbswirkungen – abziehen. Statistisch lassen sich diese Nettobesch?ftigungswirkungen nicht ermitteln. Wissenschaftliche Studien zeigen jedoch, dass Umweltschutzma?nahmen per Saldo h?ufig positive Besch?ftigungseffekte haben. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn arbeitsintensive Sektoren überdurchschnittlich vom Umweltschutz profitieren oder wenn Umweltschutzma?nahmen Importe durch inl?ndische Wertsch?pfung ersetzen. Dies geschieht beispielsweise, wenn Energiesparinvestitionen oder der verst?rkte Einsatz erneuerbarer Energien den Verbrauch fossiler Energietr?ger wie ?l oder Gas verringern oder wenn Investitionen zur Erh?hung der Rohstoff- und Materialeffizienz den Import von Rohstoffen reduzieren.

Aktuelle Ergebnisse

Die aktuellen Ergebnisse zu den Besch?ftigungswirkungen des Umweltschutzes finden Sie auf der Daten-Seite zu Besch?ftigung und Umweltschutz.