Trinkwasser gewinnen

Leitbild für ein gutes Trinkwasser ist Grundwasser, das aus genügender Tiefe und nach Passage durch ausreichend filtrierende Schichten dem natürlichen Wasserkreislauf entnommen und in keiner Weise beeintr?chtigt wurde. Ein solches Grundwasser k?nnte ein Wasserwerk direkt ohne Aufbereitung an die Nutzer abgeben.

Das mag unrealistisch klingen, ist aber teilweise in Deutschland heute nach wie vor eine Realit?t. Um jedoch die gesamte Bev?lkerung mit Trinkwasser zu versorgen, reichen solche Ressourcen bei weitem nicht aus. Daher wird als Rohwasser in Deutschland neben Grundwasser auch Uferfiltrat und Oberfl?chenwasser genutzt. Die Auswahl der zur Trinkwassergewinnung genutzten Ressourcen richtet sich nach drei Gesichtspunkten, n?mlich nach

  1. der Verl?sslichkeit, mit der sie eine gute bis sehr gute Wasserqualit?t liefern,
  2. der zur Verfügung stehenden Menge (Ergiebigkeit) und
  3. der Schutzm?glichkeit z.B. durch die Ausweisung von Schutzzonen bzw. Auflagen im ⁠Einzugsgebiet⁠.

Für das Ziel eines m?glichst reinen Rohwassers entwickelt und verbessert das Umweltbundesamt Konzepte zur Sicherung des Ressourcenschutzes für die Trinkwassergewinnung. Dazu erforscht es

  • das Auftreten von Wasserlebewesen, die bei der Trinkwassergewinnung st?ren und/oder die Trinkwasserqualit?t beeintr?chtigen, insbesondere von Cyanobakterien und von Krankheitserregern;
  • das Verhalten von Schadstoffen und Krankheitserregern in Gew?ssern und deren Elimination durch Ufer- und Langsamsandfiltration;
  • die Betriebsbedingungen, die eine sichere Trinkwassergewinnung durch Ufer- und Langsamsandfiltration gew?hrleisten.

Auf der Grundlage der eigenen Ergebnisse dieser oder gemeinsam mit externen Partnern durchgeführten Forschung

  • prüft das Umweltbundesamt,? ob, in welcher Menge und unter welchen Bedingungen gesundheitsrelevante Mikroorganismen und Stoffe bis an die Trinkwasserentnahmestelle gelangen k?nnen;
  • entwickelt das Umweltbundesamt Vorschl?ge zur sicheren Bewirtschaftung der Trinkwasserressourcen sowie zur Verankerung dieses Ziels und des dafür notwendigen Vorgehens in nationalen und internationalen Regelwerken;
  • bringt das Umweltbundesamt diese Vorschl?ge in einschl?gige Gremien ein, zum Beispiel die Europ?ische Union, das Europ?ische Normungsinstitut (CEN), die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und in Fachverb?nde, die das deutsche Technische Regelwerk gestalten, wie der Deutschen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (DVGW) und der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA);
  • unterstützt das Umweltbundesamt im Rahmen seiner Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Entwicklung in anderen L?ndern;
  • ber?t das Umweltbundesamt Kolleginnen und Kollegen aus Aufsichtsbeh?rden der L?nder und Gemeinden beim Schutz und bei der Bewirtschaftung von Trinkwasserressourcen, bei der Beherrschung der Gew?ssereutrophierung, beim Schutz von Kleinanlagen (sogenannten "Hausbrunnen") und bei der Bewertung des Vorkommens qualit?tsbeeintr?chtigender Wasserlebewesen.

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 Trinkwasser  Trinkwassergewinnung  Rohwasser  Trinkwasseraufbereitung