Wasserrahmenrichtlinie

Mit Einführung der Wasserrahmenrichtlinie wurde europaweit angestrebt, alle vorhanden Flüsse, Seen, Grundwasser und Küstengew?sser bis 2015 in einen qualitativ "guten Zustand" zu überführen.

Die Implementierung der "Richtlinie 2000/60/EG des Europ?ischen Parlaments und des Rates vom 23. Oktober 2000 zur Schaffung eines Ordnungsrahmens für Ma?nahmen der Gemeinschaft im Bereich der Wasserpolitik" (im Folgenden als ⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠ (WRRL) bezeichnet), führt zu einer starken Beeinflussung der bundesweiten und europ?ischen Wasserpolitik. Die WRRL vereint nicht nur moderne Ans?tze des Gew?sserschutzes, sondern bündelt auch vielz?hlige Einzelrichtlinien des Wasserrechts der EU. Ausschlaggebend für den Erfolg der WRRL ist die Verankerung der Umsetzungsbestimmungen im Wasserhaushaltsgesetz (WHG), in der Verordnung zum Schutz der Oberfl?chengew?sser (OGewV) und in der Grundwasserverordnung (GrwV).

Der Weg zum angestrebten Ziel eines "guten Zustandes" für alle Oberfl?chenwasserk?rper wird ?durch ?Ma?nahmenprogramme und Bewirtschaftungspl?ne aufgezeigt und in drei Bewirtschaftungszyklen bis 2027 umgesetzt. Mithilfe der Bestandsaufnahme der Belastungen, der Gew?sserüberwachung und der Gew?sserbewertung ist eine strukturierte Kontrolle des Erfolgs der umgesetzten Ma?nahmen gew?hrleistet.?

Mit der Wasserrahmenrichtlinie wurde es m?glich Gew?sserschutz von der Quelle bis zur Mündung unter Berücksichtigung der Prozesse im ⁠Einzugsgebiet⁠ ganzheitlich und aus einer Hand zu betreiben. In Deutschland werden dafür 10 Flussgebietseinheiten ausgewiesen. Diese Einzugsgebiete der gro?en Flie?gew?sser Donau, Eider, Elbe, Ems, Maas, Oder, Rhein, Schlei/Trave, Warnow/Peene und Weser decken das komplette hydrologische Gew?ssernetz in Deutschland ab. Diese Einheiten bilden die nationalen Planungsr?ume in denen die WRRL umgesetzt wird.?

Die Steckbriefe zu den zehn Flussgebietseinheiten enthalten allgemeine fachliche Informationen zur Charakteristik der Flussgebiete, wie Gr??e, Bev?lkerungszahl oder Fl?chennutzung. Ebenfalls in den Steckbriefen enthalten, sind Angaben ?zum Stand der ?Zielerfüllung der Wasserrahmrichtlinie und zum ??kologischen Zustand der Oberfl?chengew?sser.

Das Informationsportal: www.gewaesser-bewertung.de des Umweltbundesamtes gibt einen umfassenden überblick aller Verfahren die zur Bewertung der Oberfl?chengew?sser – Flüsse, Seen, übergangs- und Küstengew?sser – gem?? der Europ?ischen Wasserrahmenrichtlinie eingesetzt werden. Diese umfassen neben den Grundlagen der Bewertung, wie Gew?ssertypologien und Gew?ssertypenkarten, die Verfahrensbeschreibungen zur Bewertung des ?kologischen Zustands bzw. Potenzials anhand der verschiedenen biologischen Qualit?tskomponenten sowie die Beschreibungen zur Bewertung der unterstützenden Qualit?tskomponenten und die Prim?rliteratur.

Schaubild: Zyklus der Wasserrahmenrichtlinie
Zyklus der Wasserrahmenrichtlinie - Ablauf der Bewirtschaftungszeitr?ume bis 2027
Quelle: S?chsisches Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft

Neues UBA-Forschungsvorhaben zum Potenzial anderer Rechtsbereiche zum Erreichen der Ziele der Wasserrahmenrichtlinie

In Deutschland haben nicht einmal 10 Prozent der Oberfl?chengew?sser einen guten ?kologischen Zustand. Die Gründe hierfür sind vielf?ltig. Eine Studie des Ecologic Instituts im Auftrag des Umweltbundesamtes (Projektsteckbrief) besch?ftigt sich aktuell mit den für die Umsetzung der ⁠Wasserrahmenrichtlinie⁠ relevanten Rechtsbereichen jenseits des Wasserrechts und prüft, inwiefern es bisher nicht gelungen ist, diese Rechtsbereiche so aufeinander abzustimmen, wie dies im Sinne einer horizontalen Koordination erforderlich w?re. Sie identifiziert das Potenzial dieser Rechtsbereiche, ob und gegebenenfalls wie diese st?rker zu einer effektiven Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie beitragen k?nnen. Das Projekt l?uft bis zum Juni 2020.