WW-R-4: Investitionen in den Küstenschutz

Das Bild zeigt eine gro?e Bauma?nahme am Meer. Von gro?en Krananlagen und einem gro?en LKW werden gro?e Steinbl?cke bewegt. zum Vergr??ern anklicken
Küstenschutzanlagen müssen an die ver?nderten Klimabedingungen angepasst werden.
Quelle: Deyan Georgiev / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

WW-R-4: Investitionen in den Küstenschutz

Die durch den Bund zur Verfügung gestellten finanziellen Mittel für den Küstenschutz gingen zwischen 2000 und 2006 zurück. Nachdem die Mittel zwischen 2006 und 2009 wieder angestiegen sind, sind die Investitionssummen des Bundes auf hohem Niveau relativ konstant.

Die Stapels?ulen-Grafik zeigt die Investitionen in den Küstenschutz in Millionen Euro aus Bundesmitteln, Landesmitteln mit zus?tzlichen ?ffentlichen Mitteln sowie EU-Mitteln in der Zeitreihe von 2000 bis 2017. Die Aufwendungen schwanken von Jahr zu Jahr, am h?chsten waren sie 2012, am niedrigsten im Jahr 2006. Bei keiner der drei Kategorien zeigt sich ein Trend. In allen Jahren ist der Anteil der Bundesmittel am h?chsten.
WW-R-4: Investitionen in den Küstenschutz

Die Stapels?ulen-Grafik zeigt die Investitionen in den Küstenschutz in Millionen Euro aus Bundesmitteln, Landesmitteln mit zus?tzlichen ?ffentlichen Mitteln sowie EU-Mitteln in der Zeitreihe von 2000 bis 2017. Die Aufwendungen schwanken von Jahr zu Jahr, am h?chsten waren sie 2012, am niedrigsten im Jahr 2006. Bei keiner der drei Kategorien zeigt sich ein Trend. In allen Jahren ist der Anteil der Bundesmittel am h?chsten.

Quelle: Bundesministerium für Ern?hrung und Landwirtschaft (GAK-Berichterstattung)
 

Küstenschutz erfordert umfangreiche Investitionen

Mit dem Anstieg des Meeresspiegels und der erwarteten Zunahme der H?ufigkeit und Intensit?t von Sturmfluten sind auch die deutschen Küstenregionen einem erh?hten Risiko durch überschwemmungen ausgesetzt. In Deutschland gelten Gebiete als gef?hrdet, die an der Nordseeküste bis zu 5 Meter über dem Meeresspiegel und an der Ostseeküste bis zu 3 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Das betrifft eine Fl?che von rund 13.900 Quadratkilometern mit 3,2 Millionen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie mit volkswirtschaftlichen Werten in H?he von 900 Milliarden Euro20. Durch Sturmfluten bedroht sind vor allem küstennahe St?dte wie Hamburg, Bremen, Kiel, Lübeck, Rostock und Greifswald.

Um Infrastrukturen, Geb?ude und Menschenleben in den gef?hrdeten Küstenregionen vor zukünftig st?rkeren Hochwasserereignissen zu schützen, müssen die existierenden Anlagen des technischen Hochwasserschutzes an die ver?nderten Klimabedingungen angepasst werden.

Zu den Küstenschutzma?nahmen geh?ren u. a. der Neubau oder die Erh?hung und Ertüchtigung von Deichen, der Ausbau von Uferschutzanlagen, Sandvorspülungen oder der Bau bzw. die Verst?rkung von Sturmflutsperrwerken. Jede dieser Ma?nahmen bedeutet einen genehmigungspflichtigen Eingriff, durch den natürliche Lebensr?ume wie Wattfl?chen, Seegraswiesen, Salzwiesen oder Dünen beeintr?chtigt werden oder unwiderruflich verlorengehen. Als weitere Ma?nahme wird diskutiert, ?rtlich überflutungsr?ume, die durch Eindeichung in der Vergangenheit verloren gegangen sind, durch die Rückverlegung oder Schlitzung von Deichen zurückzugewinnen. Die verschiedenen Küstenschutzma?nahmen werden durch die Ausweisung raumplanerischer Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für den Küstenbzw. Küstenhochwasserschutz flankiert.

Im Jahr 2011 haben Schleswig-Holstein und Mecklenburg- Vorpommern das Bemessungsverfahren für die Küstenschutzma?nahmen an der Ostseeküste novelliert. Im Rahmen der Umsetzung der HWRM-RL, die die Berücksichtigung des mit dem ⁠Klimawandel⁠ projizierten Meeresspiegelanstieg zwingend vorschreibt, wurde ein neuer Grundsatz für die Bemessung der Küstenschutzanlagen eingeführt. Dieser entspricht nun prinzipiell dem Vorgehen der Bundesl?nder an der Nordseeküste. Der Klimazuschlag für den Meeresspiegelanstieg wird demnach auf 50 cm für die n?chsten hundert Jahre veranschlagt. Das neue Bemessungsverfahren hat erheblichen Einfluss auf die mittelfristige Ma?nahmenplanung. Für Deiche sowie Stahl- und Stahlbetonwasserbauten bedeutet dies teilweise eine Erh?hung, für Küstenschutzdünen einschlie?lich ihrer Strand- und Vorstrandbereiche m?glicherweise in Zukunft h?ufiger durchgeführte und im Volumen umfangreichere Sandaufspülungen. Au?erdem wurde beispielsweise in Schleswig-Holstein die Konstruktion der Deiche so ver?ndert, dass diese sp?ter relativ einfach und kostengünstig weiter erh?ht werden k?nnen.

In Deutschland werden Ma?nahmen des technischen Küstenschutzes zum deutlich überwiegenden Teil aus der ⁠GAK⁠ finanziert. Die Finanzierungsanteile der EU liegen dabei zwischen 5 und 13 %. Bund und L?nder, die für den überwiegenden Teil der F?rderung aufkommen, teilen sich die Investitionskosten im Verh?ltnis 70 zu 30. Mit dem Ziel, die laufende Verst?rkung der Küstenschutzanlagen zu beschleunigen oder im Einzelfall auch zu erg?nzen, stellt der Bund den Küstenl?ndern über einen GAK-Sonderrahmenplan in den Jahren 2009 bis 2025 für Küstenschutzma?nahmen infolge des Klimawandels zus?tzlich 25 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Zu den mit GAK-Mitteln f?rderf?higen Küstenschutzma?nahmen z?hlen der Neubau, die Verst?rkung und die Erh?hung von Küstenschutzanlagen wie von Deichen, Sperrwerken, Buhnen, Wellenbrechern und Uferschutzwerken. Ebenso werden Vorlandarbeiten vor Deichen ohne Deichvorland bis zu 400 Meter und Sandvorspülungen gef?rdert. Au?erdem sind der notwendige Grunderwerb und die infolge von Küstenschutzma?nahmen notwendigen Ma?nahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege f?rderf?hig.

Nachdem die Investitionen in den Küstenschutz zwischen 2000 und 2006 um etwa die H?lfte abgenommen hatten, stiegen die Ausgaben seit 2007 wieder an und erreichten im Jahr 2012 die Summe von knapp 200 Millionen Euro, seither pendeln die j?hrlichen Ausgaben aus Mitteln von Bund, EU und L?ndern um j?hrlich 150 Millionen Euro. Die Investitionen des Bundes lagen zwischen 2009 und 2017 relativ konstant bei knapp über 100 Millionen Euro.

Schleswig-Holstein hat im Jahr 2012 im Generalplan Küstenschutz vorrangig zu verst?rkende Deiche bestimmt – insgesamt 93 Kilometer. Davon wurden bis Ende 2017 auf Nordstrand, auf Sylt, in Büsum und in der Hattstedter Marsch insgesamt knapp neun Kilometer Deich verst?rkt. Diese Deiche wurden nach dem sogenannten Klimaprofil gebaut. Dabei wird der Deich so konstruiert, dass bei sp?terem Bedarf eine Kappe aufgesetzt und der Deich um rund 1 bis 1,5 Meter erh?ht werden kann. Von 2012 bis Ende 2017 wurden in Schleswig-Holstein insgesamt rund 292 Millionen Euro in den Küstenschutz investiert. Neben der Verst?rkung von Deichen wurden mit diesen Mitteln unter anderem Sandvorspülungen auf Sylt und F?hr, Wegebauten an den Deichen, Deckwerke, Buhnen, Wellenbrecher, Verst?rkungen von Sperrwerken, Arbeiten zum Aufbau des Vorlandes, Warftverst?rkungen und Ma?nahmen der Wasser- und Bodenverb?nde sowie der Gemeinden umgesetzt.

 

Schnittstellen

WW-I-8: Meeresspiegel

WW-I-9: Intensit?t von Sturmfluten

WW-R-2: Investitionen in den Binnengew?sser-Hochwasserschutz – Fallstudie

RO-R-3: Vorrang- und Vorbehaltsgebiete für (vorbeugenden) Hochwasserschutz

 

Ziele

Zus?tzliche Anstrengungen beim Schutz der Küstengebiete; Entwicklung neuer Formen von – insbesondere auch passiven – Sicherungsma?nahmen für die Inseln und Küsten (⁠DAS⁠, Kap. 3.2.14)

Strategisches Management der Küstengebiete (⁠IKZM⁠, S. 6f.)