WW-I-2: Mittlerer Abfluss

Das Bild zeigt eine Pegelmesslatte in einem ruhigen Gew?sser.zum Vergr??ern anklicken
Die Abflüsse im Sommer gehen zurück. Dies ist Ausdruck einer verminderten Wasserverfügbarkeit.
Quelle: Jodocos /stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

WW-I-2: Mittlerer Abfluss

Die mittlere Abflussh?he an 80 über die Flussgebiete Deutschlands verteilten Pegeln zeigt deutliche Schwankungen zwischen den Jahren. Die Abflussh?he im hydrologischen Winterhalbjahr ist seit 1961 leicht, wenn auch nicht signifikant gesunken. Im Sommerhalbjahr ist der Rückgang der mittleren Abflussh?he hingegen signifikant und deutet auf einer Ver?nderung der sommerlichen Wasserverfügbarkeit hin.

Die S?ulen-Grafik zeigt die Abflussh?he auf dem deutschen Bundesgebiet im hydrologischen Winterhalbjahr (November bis April) und im hydrologischen Sommerhalbjahr (Mai bis Oktober) ab 1961. Die Abflussh?he im hydrologischen Winterhalbjahre zeigt keinen Trend, die im hydrologischen Sommerhalbjahr einen signifikant fallenden Trend.
WW-I-2: Mittlerer Abfluss

Die S?ulen-Grafik zeigt die Abflussh?he auf dem deutschen Bundesgebiet im hydrologischen Winterhalbjahr (November bis April) und im hydrologischen Sommerhalbjahr (Mai bis Oktober) ab 1961. Die Abflussh?he im hydrologischen Winterhalbjahre zeigt keinen Trend, die im hydrologischen Sommerhalbjahr einen signifikant fallenden Trend.

Quelle: Abflusspegel der L?nder
 

Wasserverfügbarkeit ver?ndert sich

Das natürliche Abflussgeschehen der Flie?gew?sser wird im deutlich überwiegenden Teil Deutschlands von Regenf?llen bestimmt. In der warmen Jahreszeit spielt zudem die H?he der ⁠Verdunstung⁠ eine Rolle. Dadurch treten hohe Mittelwasserabflüsse im Winter und im zeitigen Frühjahr auf, niedrige Abflüsse hingegen im Sp?tsommer und Herbst. Vor allem im Süden Deutschlands ist für das Abflussgeschehen neben dem Regen auch die winterliche Schneebedeckung entscheidend. Da der Niederschlag in den alpin gepr?gten Einzugsgebieten der gro?en Flüsse wie beispielsweise von Iller, Isar, Lech und Inn im Winter in Form von Schnee angesammelt wird, treten in dieser Jahreszeit die geringsten Abflüsse auf. Aufgrund der Schneeschmelze im Frühjahr und Frühsommer, die h?ufig zus?tzlich von Regenf?llen begleitet wird, kommt es zu einem Abflussmaximum in der Jahresmitte. Man spricht in diesem Falle von einem nivalen ⁠Abflussregime⁠.

Neben den Niederschl?gen spielt zudem das Relief der Einzugsgebiete eine wichtige Rolle und ist entscheidend dafür, wie schnell die Niederschl?ge tats?chlich abflusswirksam werden.
?ndern sich infolge des Klimawandels die Niederschlags-und Temperaturverh?ltnisse, so wird sich dies auch im Abflussgeschehen niederschlagen. Auswirkungen k?nnen sich sowohl bei der Menge des insgesamt abflie?enden Wassers als auch bei der jahreszeitlichen Verteilung des Abflusses ergeben.

Für die Analyse des Abflussgeschehens und seiner Entwicklung wurden über die Flussgebiete Deutschlands verteilt insgesamt 80 Pegel ausgew?hlt. Sie repr?sentieren mittlere Einzugsgebietsgr??en in einer Gr??enordnung von 250 bis 2.500 km2. Es handelt sich dabei um Pegel, die m?glichst wenig ⁠anthropogen⁠ beeinflusst sind, d. h. an denen Abflussh?hen ermittelt werden, die beispielsweise nicht durch Wasserüberleitungen oder Stauhaltungen überpr?gt sind.

Der Mittelwasserabfluss (MQ) bzw. die daraus unter Berücksichtigung der Einzugsgebietsgr??e abgeleitete j?hrliche Abflussh?he (Ah) ist ein ⁠Indikator⁠ für das ⁠Wasserdargebot⁠. Er gibt Auskunft über die prinzipielle Wasserverfügbarkeit und somit über das Wasser, das zur Bewirtschaftung und für die verschiedenen Oberfl?chenwassernutzungen wie Kühlwassernutzung oder Schifffahrt zur Verfügung steht. Ver?nderungen des mittleren Abflusses k?nnen auch Ver?nderungen der Grundwasserst?nde in ufernahen Bereichen nach sich ziehen und auf diesem Wege unter anderem die Trink- und Brauchwasserversorgung beeinflussen.

Bei Betrachtung der Zeitreihe seit den 1960er Jahren zeigt sich für das hydrologische Winterhalbjahr von Anfang November bis Ende April zwar ein leichter Rückgang des mittleren Abflusses, es handelt sich aber nicht um einen statistisch signifikanten ⁠Trend⁠. Im hydrologischen Sommerhalbjahr, das hei?t von Anfang Mai bis Ende Oktober, l?sst sich hingegen bereits ein signifikant abnehmender Trend beobachten. Dieser ist Folge abnehmender Sommerniederschl?ge und einer temperaturbedingt h?heren Verdunstung in diesen Monaten. Diese Entwicklung l?sst den Rückschluss zu, dass sich Ver?nderungen der prinzipiellen Wasserverfügbarkeit im Winter- und Sommerhalbjahr bereits abzeichnen.

über Deutschland gemittelt sind aufgrund der oben beschriebenen Wirkung von Niederschlag und Verdunstung die winterlichen Abflüsse generell deutlich h?her als die Abflüsse im Sommerhalbjahr. Das Niedrigwasserjahr 1972 ist das einzige Jahr in der betrachteten Zeitreihe, in dem die sommerlichen Abflüsse die winterlichen geringfügig übertroffen haben. Seither war dies in keinem Jahr mehr der Fall. Allerdings zeigt das Verh?ltnis der mittleren Abflüsse im Sommer- und Winterhalbjahr bisher keine statistisch signifikante Ver?nderung.

Im Flussgebiet der Donau, dessen Abflussgeschehen durch Flüsse mit vorwiegend nivalem Abflussregime gepr?gt ist, gab es von 1960 bis Ende der 1980er Jahre noch ebenso viele Jahre, in denen die Sommerabflüsse überwogen, wie solche mit h?heren Winterabflüssen. Nach 1990 sind die Jahre, in denen die Abflüsse im Winterhalbjahr die des Sommerhalbjahres übertrafen, wie in ganz Deutschland deutlich h?ufiger. Dies deutet darauf hin, dass der Einfluss der Schneedecke auf das Abflussgeschehen abnimmt.

 

Schnittstellen

WW-I-1: Grundwasserstand

WW-I-3: Hochwasser

WW-I-4: Niedrigwasser