WW-I-6: Eintreten der Frühjahrsalgenblüte in stehenden Gew?ssern

Das Bild ist halb unter Wasser, halb über der Wasseroberfl?che eines Sees aufgenommen. Das Wasser erscheint olivgrün. Das Ufer des Sees ist teilweise mit B?umen bestanden.zum Vergr??ern anklicken
Wenn sich im Frühjahr das Wasser erw?rmt, kann sich das Phytoplankton schlagartig vermehren.
Quelle: Dudarev Mikhail / stock.adobe.com

Monitoringbericht 2019 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel

Inhaltsverzeichnis

 

WW-I-6: Eintreten der Frühjahrsalgenblüte in stehenden Gew?ssern – Fallstudie

Der Zeitpunkt des Eintretens der Frühjahrsalgenblüte ist abh?ngig von den im Sp?twinter und Frühjahr herrschenden Temperaturen. Besonders milde Winter wie beispielsweise 2001/2002 oder besonders kalte Winter wie 2013/2014 pr?gen den Verlauf der Zeitreihe. Der statistisch ermittelte quadratische ⁠Trend⁠ darf daher nicht überinterpretiert werden.

Die Linien-Grafik zeigt die Kalenderwoche des Eintritts der Frühjahrsalgenblüte im Müggelsee seit 1980 und im Stechlinsee seit 1994. Beide Graphen zeigen mit Schwankungen zwischen den Jahren einen quadratisch steigenden Trend.
WW-I-6: Eintreten der Frühjahrsalgenblüte in stehenden Gew?ssern – Fallstudie

Die Linien-Grafik zeigt die Kalenderwoche des Eintritts der Frühjahrsalgenblüte im Müggelsee seit 1980 und im Stechlinsee seit 1994. Beide Graphen zeigen mit Schwankungen zwischen den Jahren einen quadratisch steigenden Trend.

Quelle: Leibniz Institut für Gew?sser?kologie und Binnenfischerei (eigene Messungen)
 

Frühjahrsalgenblüten – stark zwischen den Jahren schwankend

Neben den bereits beschriebenen direkten und indirekten Wirkungen der Wassertemperatur auf den Stoffhaushalt von Seen, deren Artenzusammensetzung und Nutzbarkeit ver?ndert sich mit den Wassertemperaturen auch die ⁠Schichtung⁠ der Gew?sser, die Auswirkungen auf zentrale gew?sser?kologische Prozesse hat.

Vor allem in ausreichend tiefen Seen wechseln im Jahresverlauf Phasen der Durchmischung und der stabilen Temperaturschichtung. Die sommerliche Sonneneinstrahlung erw?rmt das Oberfl?chenwasser, nicht aber die tiefen Wasserschichten. Durch die unterschiedlichen Wassertemperaturen entwickelt sich eine mehr oder weniger stabile Schichtung des Wasserk?rpers, die sogenannte Sommerstagnation, die den Austausch von Sauerstoff und N?hrstoffen zwischen den Schichten verhindert.

Die Sommerstagnation endet, wenn im Herbst bei Absinken der Oberfl?chentemperatur die Zirkulation wieder einsetzt. Die infolge der winterlichen Abkühlung des Oberfl?chenwassers wieder entstehende stabile Schichtung wird in Abh?ngigkeit der Lufttemperaturen im Winter und Frühjahr unterschiedlich schnell wieder durch die Frühjahrszirkulation aufgehoben. Mit dieser gelangt n?hrstoffreiches Tiefenwasser an die Seeoberfl?che und f?rdert dort in dieser Phase das Wachstum von Algen. Je w?rmer der Winter und je h?her die Frühjahrstemperaturen sind, desto früher setzt diese Frühjahrsalgenblüte ein, es beginnt eine Phase des Algenwachstums, die abklingt, wenn die zur Verfügung stehenden N?hrstoffe aufgebraucht sind und starker Fra?druck durch das Zooplankton auftritt. Das Klarwasserstadium tritt ein.

Grunds?tzlich ist der zeitliche Verlauf der Zirkulation und Schichtung in Abh?ngigkeit u. a. von der Seengr??e, der Wassertiefe, dem Zirkulationstyp und dem regionalen ⁠Klima⁠ für jeden See verschieden. Tiefe Seen – wie der Stechlinsee in Brandenburg – bilden meist eine stabilere Schichtung aus als flache Seen wie der Gro?e Müggelsee in Berlin. Diese k?nnen durch Winde auch im Sommer vollst?ndig durchmischt werden. In Deutschland stehen lange Zeitreihen von Temperaturmessungen mit Tiefenprofilen, aus denen sich Jahresg?nge ablesen lassen, nur sehr beschr?nkt zur Verfügung. Derzeit sind daher Zeitreihen der Schichtungsverh?ltnisse charakteristischer Seen nicht valide darstellbar.

Der flache Gro?e Müggelsee und der tiefe Stechlinsee zeigen von Jahr zu Jahr Unterschiede für das Eintreten der Frühjahrsalgenblüte. Im Müggelsee tritt sie wie in den Jahren 2014 und 2015 frühestens Anfang M?rz ein, 2016 und 2017 traten die Frühjahralgenblüten erst Ende Mai ein. Der 70 m tiefe Stechlinsee zeigt eine noch gr??ere Schwankungsbreite, hier tritt im Jahr 2009 die Frühjahrsalgenblüte bereits Anfang M?rz ein, w?hrend sie 1997 und 2013 erst Mitte bzw. Anfang Juni eintraten. In den 1990er Jahren gab es eine Reihe milder Winter, die zu einem vergleichsweise früheren Eintreten der Frühjahralgenblüte führten. Zwischen 2008/2009 und 2012/2013 waren alle Winter k?lter als im langj?hrigen Mittel, sodass die Frühjahrsalgenblüte sp?ter eintrat.

 

Schnittstellen

WW-I-5: Wassertemperatur stehender Gew?sser – Fallstudie

GE-I-5: Cyanobakterienbelastung von Badegew?ssern – Fallstudie

FI-I-2: Vorkommen w?rmeliebender Arten in Binnengew?ssern – Fallstudie

 

Ziele

Bewirtschaftungsziele für oberirdische Gew?sser: guter ?kologischer Zustand bzw. gutes ?kologisches Potenzial sowie guter chemischer Zustand (WHG, § 27)